Mundartliche Sterbehilfe

Georg Anastasiadis: „Albtraum Freie Wähler“; Kommentar 11. Januar

Wenn Hubert Aiwanger, der Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, im Plenum des Bayerischen Landtags schenkelklopfend wegen seines vermeintlichen Dialekts verhöhnt wird, nur weil er sein (ausschließlich verwendetes) Standarddeutsch mit einem extrem dunklen, exotischen „a“ („Opflsoft“ für Apfelsaft) artikuliert, dann zeigt sich, wer an exponierter Stelle illegale mundartliche Sterbehilfe leistet. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, wenn ein Politiker als gelernter Agraringenieur seinen Inferioritätskomplex gegenüber dem Münchner Oberbürgermeister und den Fernsehkameras dermaßen tapfer bekämpft, dass er sogar vor seinem eigenen Saustall in der genormten Hochsprache parliert. Wenn dann am Wahlabend 2013 im Bayerischen Fernsehen ein neuer Spot der „Bayerischen Identitätszeugen“ über die Bildschirme flimmert, wird so manchem ein Licht aufgehen: „I bin da Andal, oana vo dene 60 Prozent boarischn Nichtwähler, und in da Wahlkabine do bin i ned dahoam!“

 Sepp Obermeier Konzell

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