Mamas Rede gefiel nicht allen

Mike Schier: „Die ewige Mama“, Stephanie Ebner: „Das ist absolute Weltklasse“, Johannes Löhr: „Der Sturm in Horsts Oberstübchen“; Sonderseiten Nockherberg 25. Februar

Das Singspiel war mit Sicherheit Weltklasse und die Ansprache von Mama Bavaria charakterisiert Ottfried Fischer genau richtig: „Hochdiszipliniert vorgetragen, die Pointen gingen niemals unter die Haut.“

Klaus Bohnenberger Wackersberg

Ich bin 65 Jahre alt und schaue zuverlässig den Nockherberg seit zirka 50 Jahren. Erst als junges Mädel, dann als gestandene Bürgerin und dann als Gast in meiner Funktion als Münchner Stadträtin. In diesen 50 Jahren gab es natürlich Höhen und Tiefen in der Qualität, wie eben bei allem, das jährlich einfach stattfinden muss und das man auch bei schlechterer Qualität stattfinden lassen muss. Seit Luise Kinseher die Mama Bavaria gibt, hat das Stück einen Abwärtstrend in der Qualität gehabt, nicht, weil sie eine Frau ist, sondern, weil sie der falsche Mensch am falschen Ort ist. Den Höhepunkt ihrer intellektuellen Insuffizienz hat sie aber gestern Abend erreicht. Man erwartet mehr und Intelligenteres von der Fastenpredigt als eine – sich auch noch wiederholende – Aneinanderreihung von Unverschämtheiten und Beleidigungen der anwesenden Politiker, die auch noch extrem einseitig war: Dass Herr Reiter so gut wegkommt, ist völlig unverständlich, denn was tut er denn schon so Exorbitantes? Er hat ein Mal die Bayernkaserne geschlossen, hat sein Fähnchen in der Flüchtlingsfrage erst diese Woche nach dem Wind gedreht; ansonsten ist er für sein Guitarrespiel und das Fallenlassen von Referentinnen bekannt. So what? Kennt er die Luise einfach nur besser, als das die anderen Politiker tun? Auch die unsäglichen BR-Aushängeschilder Ursula Heller und Amelie Fried, die nur noch frech und selbstgefällig sind und inhaltlich nichts Vernünftiges mehr abliefern, sollten endlich einmal ausgetauscht werden. Man hört, der „Maibock“ sei inzwischen besser als der Salvator; seit gestern ist das mehr als eine Annahme, es ist ein Fakt.

Ursula Sabathil München

Seit Jahren eine der besten Vorstellungen dieser Art. Leider wurde dem Fernsehpublikum die komplette Begrüßungsrede des Paulanerchefs und zugleich Gastgebers wegen sinnlosem Geschmarre der beiden im Vorraum des Saales sitzenden BR-Redakteure vorenthalten.

Johann Garhammer Ottobrunn

Warum reagiert Herr Söder so empfindlich auf den Vorwurf der Bavaria, er sei ein moralischer Legastheniker? Der Vergleich mit Krankheiten sei daneben, sagt er. Herr Söder sollte wissen, dass Legasthenie gar keine Krankheit ist, sondern eine Lese- und Rechtschreibschwäche. So meint Mama Bavaria, dass manche seiner Überzeugungen moralische Schwächen aufweisen. Wenn man seine Pläne für die Flächenversiegelung in Bayern (Gewerbegebiete) oder auch die 350 Hektar für die dritte Startbahn betrachtet, muss man der Bavaria Recht geben. Als Heimatminister könnte er auch einmal darüber nachdenken, wie man die Vertreibung eines ganzen Stadtteils wegen einer Startbahn, die gar nicht nötig ist, moralisch begründen kann.

 Oswald Rottmann Freising

Mutter Bavaria versagt in der Erziehung ihrer Kinder, teilt nur noch Prügelstrafen unter die Gürtellinie an ihre dunkelhäutigen Kinder aus, bezichtigt sie sogar den braunen Kindern etwas weggenommen zu haben. Die grünen Kinder werden angestrahlt, die roten angelächelt. Wann endlich übernimmt wieder der Vater Barnabas aus der Bruderschaft die Erziehung, um mit Witz, Humor und Feinsinn seine Brut zu maßregeln? Ein Vater, dessen weitsichtiges Auge nach Berlin blickt, dessen meditatives Auge Hintergründe durchschaut und vorhersehenderweise die wahren Übeltäter erkennt und mit Schalk auf den rechten Weg bringt.

Charlotte und Horst Funk Hattenhofen

Das Singspiel war wie in den letzten Jahren überragend. Und doch bleibe ich dabei, dass die Luise Kinseher die schlechteste Fastenpredigerin ist, die jemals auf dem Nockherberg engagiert war. Das hat sie mit der heurigen Rede wieder einmal bewiesen.

Robert Bauer Aschheim

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weniger Lebensqualität für München
Christian Deutschländer und Dirk Walter: Söder: „Bürgerentscheid – und keine Umwandlung in eine AG“; Bayern 22. Juni, Dirk Walter; Kein Plan; Kommentar, Christian …
Weniger Lebensqualität für München
Alles Teufelszeug
Die Grünen ziehen rote Linien; Politik 19. Juni
Alles Teufelszeug
Im Herzen
Dirk Ippen: Auf unseren Friedhöfen; Kolumne Politik 17./18. Juni
Im Herzen
Tricksereien
Christian Deutschländer: Demokratisches Dilemma; Kommentar, Seehofer will Startbahn- Beschluss anschieben; Politik 16. Juni
Tricksereien

Kommentare