Unzufrieden

Christian Deutschländer: Verzwergt; Kommentar 25. April

Das Wahlergebnis in Österreich hat neben anderen Gründen als Hauptursache die Unzufriedenheit vieler Wähler mit der Flüchtlingspolitik der etablierten Wiener Regierungsparteien. Dies öffentlich zuzugeben dürfte freilich zunächst vielen schwer fallen, denn das Thema ist ohnehin heiß genug. Die FPÖ profitiert nun davon, dass SPÖ, ÖVP und Grüne die Sorgen und die Meinung eines großen Teils des Volkes unterschätzt, ignoriert oder geschmäht haben. Auch die ständige Kennzeichnung der FPÖ als rechtspopulistisch schreckt nicht mehr ab. Politiker, die Meinungen zur Flüchtlingspolitik diffamieren, weil sie nicht in ihr ideologisches Weltbild passen, und zudem die Träger dieser Meinungen der Fremdenfeindlichkeit bezichtigen, müssen sich über Wahlergebnisse wie nun in Österreich nicht wundern. Schade nur, dass es den Volksvertretern an Einsicht fehlen wird und sie die Schuld den Medien, dem politischen Gegner, dem uneinsichtigen dummen Wähler oder dem schlechten Wetter in die Schuhe schieben. Angebracht und ehrenvoll wäre es, selbstkritisch vorzugehen und sich mehr mit den Sorgen und dem Willen des Wahlvolkes auseinanderzusetzen. Schön und für Deutschland nur gut, wenn unsere Volksvertreter aus dem Beispiel Österreich lernen würden.

Horst Münzinger München

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