Von diesem Papst nicht zu erwarten

Claudia Möllers: „Alles klar, oder?“; Kommentar 21. Januar

Sie bringen es auf den Punkt. Der Papst ist ein liebevoller, leutseliger Daddy, ohne Berührungsängste (wie sein Vorgänger sie hatte), aber innerlich, das betont er auch immer wieder, ein Sohn der Kirche und als solcher tritt er lehramtlich-dogmatisch auf der Stelle. Alter Wein in neuen Schläuchen. Ermutigung im Sinne Jesu zu einem emanzipierten, verantwortlichen und selbstbestimmten Leben vor Gott, der die Liebe ist, ist von diesem Papst nicht zu erwarten.

Egon Weiß Fraunberg

Claudia Möllers bringt es ganz klar auf den Punkt: „Selbst angesichts der verheerenden Lage in Entwicklungsländern, wo Eltern ein Kind nach dem anderen bekommen, hält der Papst am kirchlichen Verbot für Pille und Kondom fest.“ Der Hunger wird ja dadurch von laufend verschlimmert. „Oder hat der Papst noch Überraschungen für die Familiensynode im Herbst parat?“, fragt Claudia Möllers. Wie schön wäre das! Aber er macht die Hoffnung zunichte; soeben lese ich auf merkur-online.de: Nach Karnickel-Äußerung: Papst verteidigt Großfamilien. Für die Wildtiere, denen die Expansion der Menschheit immer mehr von ihrem Lebensraum raubt, ist es die Katastrophe. Dass dadurch die Tiere immer mehr leiden und immer mehr Arten ausgerottet werden, dafür hat der Papst offensichtlich überhaupt keinen Sinn – obwohl er sich den Namen des Schutzpatrons der Tiere (Franziskus) gegeben hat. In Tierschutzkreisen wird von Etikettenschwindel gesprochen – kann es jemanden wundern?

Prof. Dr. Dietrich Schwägerl Ottobrunn

Hut ab, vor dem Karnickelzüchterverein, der seine Rammler in Schutz nimmt und sie auf keinen Fall mit menschlichen Auswüchsen ungezügelter Fortpflanzung verglichen haben will. Papst Franziskus ist in der Tat ein Mann der deutlichen Worte, wenn es darum geht, leidenschaftliches Verhalten zu dokumentieren. Leidenschaftlich würde er seine Mutter verteidigen, wenn diese beleidigt würde. Faustschläge wären ihm da durchaus angebracht. Wo aber bleiben die leidenschaftlichen Worte, wenn es darum geht, dass Frauen immer noch vom Priesteramt ausgeschlossen werden? Sexuelle Leidenschaft und ungezügelte Vermehrung, so sagt er, haben nicht unbedingt was mit einem guten Katholiken zu tun. Das war mal eine ganz andere Art, den vielen Zölibatären zu erklären, dass man sie nicht als Karnickel bezeichnen darf, auch wenn sie sich gelegentlich vermehren; aber halt nicht ungezügelt.

Richard Birk Freising

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