Stimmen zum Papst

Claudia Möllers: „Der Türöffner“; Kommentar, und „Privataudienz beim Heiligen Vater“; Im Blickpunkt 16. April, Dirk Walter: „Der umstrittene Papst“; Bayern 13. April

Ja, der deutsche Papst Benedikt XVI ist unbequem und sprengt so manche Dimensionen, wie Frau Möllers richtig schreibt. Weltweit ist dieser Papst hochgeachtet. Erzbischof Zollisch sagt, dieser Papst erkennt die Zeichen unserer Zeit und deutet sie im Licht des Evangeliums. Der Heilige Vater führt uns geradezu liebevoll zu Jesus Christus und mahnt uns, von innen her neu zu werden. Ehrlich zu uns selbst. Weg von der Selbstverblendung. Der Mensch solle seine Natur achten, mahnt er. Da hört gerade die Jugend ihm zu, die für einen Perspektivenwechsel offen ist. Das zeigten zuletzt die über 1 Million Teilnehmer des Weltjugendtages im heißen Madrid im letzten August. Klug und liebevoll gibt dieser Papst viele Antworten auf heikle und zukunftsträchtige Themen. Ein gutes Beispiel dazu ist, wie Benedikt XVI. den Begriff der Freiheit erläutert: „Freiheit gibt es nie nur für mich, sie bedarf der Wahrheit als Nährboden und einer Verankerung im Guten, das uns allen ins Herz geschrieben ist, und sie verlangt den Mut zum Widerstand gegen die Mächte der Konvention, damit sie der Gerechtigkeit den Weg bereitet.“ Ich stelle mir vor, jeder von uns würde das verinnerlichen. Wie viel besser wäre dann unsere Welt! Der deutsche Papst hat uns zu seinem heutigen Geburtstag reich beschenkt. Papst Benedikt ist das beste Navi für Gerechtigkeit und Wahrheit.

Christiane Lambrecht Murnau

Alles benedetto? Es fällt auf, wer alles im Namen des bayerischen Volkes in Rom Glückwünsche zu überbringen sich bemüßigt fühlt, wo der Papst selber angeblich gar keine Feierlichkeiten gewünscht hat. Niemand hört noch auf ihn. Habe gelesen, dass nur mehr drei von 51 Kurskollegen reisefähig sind. Kein einziger außer Joseph Ratzinger amtiert noch. Oder wollen einige doch nicht heucheln, wie mir jemand Eingeladener den Grund seines Fernbleibens benannt hat? Ich wünsche dem Papst die Gnade loslassen zu können und die Zuversicht, dass der nach ihm die Zeichen der Zeit zu deuten vermag. Im Übrigen: Man kann der Vitalität und Glaubwürdigkeit der Religion nicht mehr schaden als wenn man das Ganze zu kunterbunter Folklore, erstarrtem Ritual und ausgelutschtem Fernseh-Event degradiert und verkommen lässt. Katechismuswahrheiten und zentralistischer Papstkult sind für viele „gute Katholiken“ ein Alibi für gelebten Glauben. Den Herrgott und den Papst einen guten Mann sein lassen! Das beeindruckt die allermeisten nicht mehr sonderlich. Sie bleiben weg. Hierarchien wissen aus Besserwisserei und Machtbesoffenheit zu verhindern, dass das Volk Gottes die Sache Jesu zu seinem ureigensten Anliegen machten könnte. Zeig mir doch, was dieser Papst zukunftsweisendes bewirkt oder Gutes getan hat?

 Wolfgang Dettenkofer Bad Endorf

„Der umstrittene Papst“ – Unter dieser Bezeichnung stellt Dirk Walter zum Thema Bayern und seine Geschichten“ eine kurze Abhandlung zu Papst Pius den XII. vor mit der sattsam bekannten Masche, Pius habe die Hinrichtung der Juden durch das Naziregime geduldet. Sowohl Herr Hochhuth als Herr Hubert Wolf werfen Pius vor, er habe gegen die Naziverbrechhen nichts unternommen. Beide Herren zusammen mit vielen anderen Figuren dieser Szene interessierten sich noch nie dafür, in welcher furchtbaren Lage dieser Papst gewesen war, als er vor der Frage stand, ob er mit einem flammenden Protest gegen die Nazis vorgehen sollte, denn ein solches Vorgehen gegen Hitler und sein Regime hätte im Kern praktisch nichts bewirkt, sondern im Gegenteil das große Morden noch wesentlich angestachelt und beschleunigt, und das auch noch um den Preis der Hinrichtung von Millionen Katholiken sowohl in Deutschland als auch in den besetzten Gebieten. Das Beispiel Holland, wo vorher genau dieser Protest gegen die Nazis und ihr grauenhaftes Vorgehen gegen niederländische Juden stattgefunden hatte, interessiert die Herren Hochhuth und Konsorten nicht im Geringsten. Die Wahrheit, dass in dieser entsetzlichen Situation Pius nur im Rahmen seiner sehr begrenzten Möglichkeiten etwas unternehmen konnte, um wenigstens von Rom aus etwas zu bewegen und eine große Zahl von Juden zu retten. Hochhuth und seine Genossen schweigen bis heute zu allen diesen Tatsachen, an ihren verlogenen Theorien hat sich nie etwas geändert. Es war kein Zufall, dass noch 1945 viele Juden dem Papst dankten.

Winhard Peters Tegernsee

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