Reaktionen auf das Berliner Attentat

Georg Anastasiadis: Bedingt wehrhaft; Kommentar und Präventiv handeln; Leserbriefe 23. Dezember

Dem Leserbrief von Herrn Lanz zum Interview mit Markus Söder wie auch dem Kommentar von Herrn Anastasiadis muss man uneingeschränkt zustimmen. Eine 180-Grad-Wende hinsichtlich unserer Flüchtlings- wie auch unserer Außenpolitik mit der EU ist überfällig. Traurig ist, dass diese Einsicht erst durch diese Terrortat möglich wurde! Es geht auch nicht darum, dass unsere Kanzlerin die Grenzen öffnete, sondern wie sie geöffnet wurden. Schließlich hatte ihr „Pentagon“ genügend Vorlauf, die Flüchtlingsströme vor wie hinter unseren Grenzen in geordneten Bahnen mit allen Sicherheitsvorkehrungen zu bewältigen, denn die Flüchtlingswelle fiel nicht vom Himmel. Es war und ist ihre – und ihres engsten Mitarbeiterstabes – Unfähigkeit, angemessen zu agieren. Doch wie soll nun eine Wende funktionieren wenn jegliche Bemühungen an unserer „Rechtsordnung“ wie am eitlen Politgezänk zum Scheitern verurteilt ist? Merkel wird leider wiedergewählt, denn sie kann darauf bauen, keinen ernsten „Gegner“ fürchten zu müssen; wer traut sich derzeit etwa die Vertrauensfrage zu stellen, zumal sie sich dank deutscher Finanzkraft international sonnen kann. Auch wenn’s Wählerstimmen für die CSU kostet, sie muss zwangsläufig zu ihr halten, will sie nicht zur Opposition verkümmern. Sie wird vor allem im Wahlkampf von ihren Bürgern einfordern, den „Gürtel enger zu schnallen“, denn die notwendigsten Ausgaben zur Sicherheit (Militär) wie zur Flüchtlingsbewältigung (Zuzug Angehöriger) sind abgesehen von den laufenden EU-Wirtschaftsproblemen so wie bisher nicht mehr zu bewältigen.
Max Wagner
Lenggries 

Nach einem Jahr voller Krieg und Grausamkeiten, in dem der Terror auf schreckliche Weise noch in den letzten Tagen zu uns getragen wurde, und dem jahrelangen menschenverachtenden Gemetzel um Europa herum – wann begreift die Menschheit endlich, dass Frieden nicht durch Waffen, sondern nur mit dem Herzen zu erreichen ist? Dass wir alle Menschen sind, dass wir alle an dieselbe höhere Macht glauben (oder vielleicht auch nicht glauben, dass es eine solche gibt), egal, wie sie genannt wird, und dass es keine Religion gibt, die das Töten von (scheinbar) Andersgläubigen ausdrücklich fordert und vorschreibt? Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit – so oder so ähnlich heißt es im Koran. Aber solange Hass und Zerstörungswut auf der einen durch „gute Geschäfte“ mit todbringenden Waffen auf der anderen Seite bedient wird und dafür quasi kompensatorisch unkontrolliert Menschen auch mit Terrorabsichten ins Land gelassen und, schlimmer noch, hier belassen werden – weil wir ja nicht nur gute Geschäfte machen, sondern auch „gute Menschen“ sein wollen – sehe ich dafür leider keine Voraussetzungen. Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach, ob diesem Spuk nicht vielleicht ein für allemal ein Ende zu machen wäre, wenn eine mittelalterliche Praxis wieder eingeführt würde: Die Staatschefs stehen wie damals die Kaiser und Könige an der Spitze ihrer Armeen – und wenn einer fällt, hat „sein“ Land den Krieg verloren. Ich glaube fest, es käme dann nicht mehr zu Kriegen. Und hätte das seinerzeit auch schon Großmaul George W.-„Ich-zeig-meinem-Vater-wie’s-geht“-Bush tun müssen, wäre es zu dem heutigen Schlamassel im Nahen Osten gar nicht erst gekommen, da bin ich mir ziemlich sicher.
Rotraud Oechsler
Miesbach

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