Rede- und Meinungsfreiheit sollte für alle gelten

„Bagida-Protest: Am Justizpalast geht das Licht aus“; München 10./11. Januar, „Von wegen Fachkräftemangel“; Leserbriefe, „Islam macht mehr Menschen Angst“; Titelseite 9. Januar

Was hat Pegida mit der Arbeitssuche zu tun? Frau Roth zeigt in ihrem Leserbrief ein „zwangsläufiges Verständnis“ für die Pegida-Bewegung, weil Menschen Schwierigkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Dieser Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Pegida ist eine rechte, ausländerfeindliche Bewegung, die offiziell gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“, was in Deutschland angesichts eines Anteils an Muslimen von gerade mal fünf Prozent (im Osten sogar nur 0,5 Prozent) völliger Unsinn ist, auf die Straße gehen und ausländerfeindliche Parolen von sich geben. In München sind Ableger mit den kreativen Bezeichnungen „Bagida“ und „Mügida“ aktiv. Diese zwei untereinander zerstrittenen Splittergruppen werden unterstützt von Funktionären diverser rechtsextremer Parteien bzw. Gruppierungen wie „Die Rechte“, die „Identitäre Bewegung“, „Pro Bayern“, „Die Freiheit“ und die „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (Quelle: Merkur Online). Dazu kommt nun auch noch die AfD und Teile der CSU. In meinen Augen ist die Pegida eine brandgefährliche Bewegung, bei der der Schritt zur Gewalt gegen Ausländer nicht mehr weit ist. In einem Land, in dem die Religionsfreiheit einer der Grundwerte ist und in dem niemand aufgrund seiner Herkunft diskriminiert werden darf, kann es gegenüber Pegida und deren Ableger nur heißen: Null Verständnis, null Toleranz!
Alexander Mörwald
Nandlstadt

Pegida hat die Zeichen der Zeit erkannt. Nicht der Nationalsozialismus, sondern der Islam bedroht Deutschland. Pegida, eine Gruppierung von realistischen und verantwortungsbewussten Mitbürgern, befürchtet bei einer Überhandnahme des Islams in Deutschland mit Recht das Aufeinanderprallen von zwei grundsätzlich verschiedenen Religionen. Zwangsläufig wird das auch bei uns zum Bürgerkrieg führen. Und ihre gegnerischen Berufs-Beschwichtiger, die nur um ihre Pöstchen besorgt sind, mit der schwachsinnigen Multi-Kulti-Ideologie, sollten sich schämen. Sie leisten weiteren Verbrechen Vorschub.
Herbert Gaiser
München


Man kann für oder gegen Pegida sein, aber man sollte doch miteinander sprechen, einander zuhören und sich gegenseitig mit Argumenten zu überzeugen suchen. Leider ist die Berichterstattung in den Medien recht einseitig. Kirchen, Verbände und fast alle Politiker sind sich einig: Pegida ist ein Sammelbecken von Rassisten, Ausländerfeindlichen, Neonazis, Rechtsradikalen, Dummköpfen voller Vorurteile. So einfach macht man es sich. 18 000 Demonstranten in Dresden werden in einen Topf geschmissen und gleichsam ausgegrenzt. Die Gegendemonstranten wollen die demokratischen Werte des Grundgesetztes erhalten. Das ist ehrenwert, aber die Meinungs-, Rede- und Demonstrationsfreiheit gestehen sie nur sich selber zu. Selbst kleine Pegida-Gruppen werden eingekesselt. Ihre Redner niedergepfiffen. So werden Probleme nicht gelöst, nur neue geschaffen. Neuer Hass und weitere Radikalisierung.
Gunnar Hölscher
München


Die Menschen in Dresden und anderen Städten sind das Volk! Diese Menschen spüren, dass man ihnen eine Politik aufdrängt, über die sie so nie abstimmen konnten. Es handelt sich dabei nicht um die Willkommenskultur. Diesen Menschen platzt der Kragen, sie sind verzweifelt. Jetzt erwarten unsere Politiker auch noch mediengerechte Äußerungen. Dabei hat man diesen Menschen mit Kalkül die Sprache genommen, mit der sie ihren Unwillen ausdrücken könnten: Kritisch gilt als zu feindlich, linksradikal ist in Ordnung, aber rechts ist schon nicht mehr okay, das wird zu rechtsextrem. Patriotismus wird zu Nationalsozialismus. Die Meinung der Mehrheit ist populistisch. Zivilcourage wird zu geistiger Brandstiftung. Aber der Islamismus soll mit dem Islam nichts zu tun haben? Von unseren Politikern wird vorgegeben, was gedacht, gefühlt und verdrängt werden soll. Es ist schrecklich, dass die „immer größere Koalition der Kanzlerin“, die den Staatsrundfunk, viele Presseorgane, Verbandsmanager und Bischöfe einschließt, mit brandmarkenden Schlagwörtern wie „rassistisch, fremdenfeindlich und rechtsradikal“ ein Klima der Einschüchterung zu erzeugen versucht.
Elisabeth Findeisen
Fürstenfeldbruck

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