Religion ist Privatsache

Christian Deutschländer: „Wir justieren in der Staatskanzlei neu“, Interview mit Florian Herrmann; Politik 6. April

In diesem Interview wird von Herrn Herrmann gesagt: „Wenn wir unsere freiheitliche Lebensweise, unsere Grundordnung, erhalten wollen, tun wir gut daran, die christlichen Traditionslinien in den Fokus zu stellen.“ Wenn wir das tun, wird der Streit niemals enden und kann sogar in Krieg ausarten! Das war immer so, wenn Religion und Staat nicht getrennt sind. Die Geschichte zeigt doch ganz deutlich. Deshalb hat Richard von Weizsäcker betont, dass Religion ist Privatsache ist. Keinen geht es etwas an, wer aus welcher Religion seine Lebenshilfe bezieht, wenn er allein zu schwach ist! Das Christentum ist bei uns die älteste Religion. Wenn man deshalb alle anderen als nicht zu Deutschland gehörend ansieht - meinetwegen! Aber leider behauptet jede Religion, die einzig wahre zu sein - und deshalb gibt es so viele Kriege, bei denen jeder verliert, weil keiner recht haben kann. Wir sollten mit diesem Unsinn endlich aufhören! Aber dazu müssten unsere Politiker auf unseren alten Bundespräsidenten Herrn von Weizsäcker hören. Ich möchte Immanuel Kant mit heute verständlichen Worten zitieren: Was Du nicht willst, das man Dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu. Zumal, wenn wir von allen - auch den Zuwanderern - verlangen, unser Grundgesetz zu befolgen, dann könnten wir doch in Frieden leben und Europa aufbauen. Solange wir aber intolerante Egoisten (genannt: Patrioten) sind, wird aus Europa nichts werden. Ungarn und Polen sind ein Kardinalbeispiel für einen Weg zurück ins Mittelalter! Auch uns würde das weit zurück werfen und bestimmt nicht zur Verbesserung unseres geliebten Bayern-Stils beitragen! Was wir brauchen, sind nicht Politiker (wie die CSU-Spitze), die an die nächste Wahl denken, sondern Staatsmänner (oder -frauen wie Frau Dr. Merkel), die an die nächste Generation denken.

 Christl Jaeger Wörthsee

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