Religionsfreiheit ist ein edles Gut

Was ich nicht verstehen kann ist: Die Türkei/Erdogan verstaatlicht die Kirchen in der Türkei und schließt sie damit.

Weder die katholische, noch die evangelische Kirche hat das auch nur mit einem Wort erwähnt. Ist das so egal? Oder dürfen wir einem Despoten nicht widersprechen? Eine Satire von zwei Minuten bringt den Erdogan so auf die Palme, dass der Botschafter einbestellt wird. Geht´s noch, wo leben wir denn? Und unsere Regierung kneift den nicht vorhandenen Schwanz ein. Mit diesem Menschen machen die in Berlin Geschäfte, glauben die tatsächlich, der hält sich an irgendwelche Abmachungen? Verträge sind für so einen doch das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Ich wette, dass er das Geld kassiert und uns die Flüchtlinge schickt, inklusive 500 000 Kurden. Von mir aus kann er auf seiner Palme bleiben.

Wolfgang Harbauer Türkenfeld

Sachlich und nüchtern wird davon berichtet, dass die türkische Regierung in Ankara eine der größten christlichen Kirchen nach einem schnellen Kabinettsbeschluss verstaatlichen wird. Betroffen sind Religionsangehörige der armenisch-katholischen Kirche, syrisch-orthodoxe und protestantische Christen, denen zudem im Eilverfahren über 6000 Grundstücke enteignet werden. Da wundert es nicht, wenn zeitgleich in Niederbayern von einem Regionalverband der Alternative für Deutschland (AfD) ein Programmentwurf publik gemacht wird, der eine weitere Duldung von Moscheen hierzulande ablehnen möchte. Parteipolitisch mag das ungeschickt wirken, aber psychologisch sind derartige Reaktionen in einer christlich orientierten Gesellschaft durchaus verständlich. Beide Sachverhalte wären gemeinsam betrachtet einer journalistischen Kommentierung würdig. Einerseits Christenverfolgung, die wir mit bemerkenswerter Zurückhaftung hinnehmen – andererseits Islamisierung, die wir gezwungen werden, unbegrenzt zu akzeptieren. Religionsfreiheit ist ein edles, teures Gut, aber von den Kanzeln der Kirchen und Emporen der Parlamente vermisst man zu diesen Nachrichten immer noch engagierte Debatten.

 Claus-Peter Abée Iffeldorf

Großer Dank Dank gebührt dem Münchner Merkur für diese zwei Berichte, denn in den Nachrichten von Funk und TV war solches keine Meldung wert. Sie berichten lieber, wenn der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime eine Forderung stellt. Dies tut er gerne, aber eine deutliche Distanzierung gegen die Intoleranz und Anschläge gegen Christen: Fehlanzeige! Sehr begrüßenswert ist auch der Gastkommentar von Prof. Johannes Schroeter. Dieser erklärt endlich einmal deutlich den Unterschied zwischen der heutzutage so viel zitierten und auch geforderten christlichen Nächstenliebe, die ein „persönliches Geschenk“ ist, freiwillig und auf eigene Kosten gegeben, und der von der Kanzlerin staatlich verordneten Flüchtlingshilfe von den Steuerzahlern insgesamt. Auch der ständig zitierte Begriff „Integration“ bedarf dringend einer Klärung, denn darunter darf man wirklich nicht nur die Bereitschaft verstehen, unsere Sprache zu erlernen. Vielmehr ist es absolut notwendig, in unsere Kultur, Lebensweise und Religion eingeführt zu werden und dies voll zu akzeptieren – das sollte in den Sprachkursen auch stets vermittelt werden. Dem Leserbrief von Herrn Kurt R. Hiller „Intoleranz und Terror“ stimme ich voll zu.

Andrea von Beaulieu Marconnay Petershausen

Regierung in Ankara verstaatlicht Kirchen; Titelseite, Johannes Schroeter: „Staatliche Flüchtlingshilfe ist Nächstenliebe“ Einspruch!; Gastkommentar 30. März, „Syriens Christen schützen“; Titelseite, Intoleranz und Terror; Leserbriefe 31. März 

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