Es wäre so einfach

Steffen Habit: „Mütterrente reicht nicht aus“; Kommentar 23. Oktober

Es ist nicht nur ein Alarmsignal, dass zirka 465 000 Rentner 2012 auf Grundsicherung angewiesen waren, es ist ein Armutszeugnis unserer Politiker, egal von welcher Partei, dass sie keine echte solidarische Rentenreform zustande-bringen. Dabei wäre es so einfach, ein wirklich für alle gerechtes Rentensystem zu installieren. Die angeblichen Sozialpolitiker in Berlin müssen sich nur mit der Rentner-Gewerkschaft Deutschland (RGD) an einen Tisch setzen und ernsthaft über ein neues System reden und das würde sie auch überzeugen. Motto: Raus aus der Fachidiotie und der Parteiideologie! Die RGD hat nämlich das Modell „Gesetzliches Ruhestandsgeld Zukunft“ (GRZ) entwickelt. Es besteht aus drei Modulen: Basisversorgung – alle Berufsgruppen unterliegen der Beitragspflicht und zahlen zum Beispiel 3,5% in die Versorgungskasse (VK) ein (das kann die DRV-Bund sein). Mögliche Leistung: 1000 bis 1850 Euro. Arbeitsleben, Betrieb: Hier zahlen AN und AG anteilig 50 % in die VK ein. Mögliche Leistung: 450 bis 850 Euro. Aus diesen beiden Modulen sollen mindestens 60 % des zuletzt bezogenen Bruttolohns erreicht werden. Freiwillige Zusatzversorgung soll eine steuerbegünstigte Zusatzversorgung sein. Die Punkte 1 bis 3 sind verkürzt wiedergegeben. Mit diesem Modell kann man die unausgegorene und lächerliche 850-Euro-Rente der CDU und SPD in den Papierkorb werfen, es wäre ein mutiger, wirksamer Schritt gegen die Altersarmut. Wenn Frau Stewens zur Mütterrente sagt, sie würde ja jetzt schon eigentlich aus Steuermitteln gezahlt, weil angeblich aus dem Bundeszuschuss zur Rentenversicherung, ist das nur die halbe Wahrheit, denn der Bund zahlt jährlich zirka 20 Milliarden Euro weniger, als allein die versicherungsfremden Leistungen ausmachen, d.h. auf diesen 20 Milliarden Euro bleiben die Versicherungs= pflichtigen sitzen. Die C-Parteien könnten mit diesem Modell beweisen, dass das C zurecht im Parteinamen steht und die SPD könnte sich wieder als soziale Partei profilieren, die den Namen verdient hat. Und das schlägt sich bestimmt bei den nächsten Wahlen nieder.

Holger Mairoll Kolbermoor

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