Prozentuale Aufrechnung

Basil Wegener: „Sprengstoff von morgen“; Politik 29. Dezember

Warum wird vom Gesetzgeber die Renteneintrittshöhe bei der GRV nicht wie bei den Beamtenpensionen festgelegt, sondern durch eine komplizierte und für Laien undurchschaubare Berechnungsformeln immer von neuem ermittelt? Auch Beamte sind gegen die demographische Berechnung nicht immun. Eine prozentuale Aufrechnung der Rentenbezüge während der Arbeitsjahre macht noch Sinn, da sich die Höhe der Beiträge nach dem Bruttogehalt berechnen. Bei der laufenden Beziehung von Altersrente ist dies meiner Meinung nach nicht mehr vertretbar, da keine eigenen Leistungen mehr vorliegen. Hier sollte bei einer Erhöhung ein Pauschalbetrag in gleicher Höhe an alle Rentenempfänger ausbezahlt werden. Dies würde die Schere, wie bei der jetzigen Berechnungsmethode, zwischen kleinen und hohen Renten im Alter nicht noch weiter voran treiben. Zudem stünden die Bezieher mit geringen Rentenleistungen monetär besser da. Rentenbezieher mit höheren Anfangsrenten könnten dies sicher nachvollziehen. Ich selbst bin Jahrgang 57 und werde bis zu meinem Renteneintrittsalter von dann 67 Jahren also noch ein wenig warten müssen. 

Peter Schicktanz Geretsried

Mit Erstaunen habe ich gelesen, daß sich eine Gewerkschaft (Verdi) endlich für höhere Renten einsetzen will, um der Altersarmut zu begegnen. Warum aber nur eine Gewerkschaft? Warum nicht die SPD, die Linke, die Grünen? In deren Parteiprogramm steht nämlich, daß die Renten in eine Bürgerversicherung umgewandelt werden soll! Und nur Parteien haben die Möglichkeit Gesetze zu ändern. Um die Altersarmut abzuwenden bedarf es grundlegender Änderungen im Rentenrecht. 1. Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze. 2. Einbeziehung aller Einkommen, auch die der Politiker, der Beamten, der Freiberufler der Selbständigen usw. Das würde bedeuten, daß der Beitragssatz von derzeit 18,7% auf ca 3 bis 4% sinken könnte. Da böte sich das Schweizer Rentensystem an, das auf drei soliden Säulen steht. Die erste Säule ist die gesetzl. RV analog der unseren. Die zweite Säule ist eine kapitalgedeckte betriebl. Arbeitnehmervers. Die dritte Säule besteht aus steuerl.geförderten Anlagen, Aktien od. private Rentenvers. usw. Erste und zweite Säule ist verpflichtend, die dritte freiwillig. Aus eins und zwei käme eine Renten von mindestens zirka 1500 Euro bis 2600 Euro heraus. Wer nachlesen will: www.rentner-gewerkschaft.eu Aber auch alle anderen EU-Länder haben ein gerechteres Rentensystem. Ein Klotz am Bein der RV sind auch die versicherungsfremden Leistungen, die eigentlich aus Steuermitteln zu bezahlen wären, die aber allein den vericherungspflichtigen aufgebürdet werden und die im Jahr ca. 70 bis 90 Milliarden Euro ausmachen, aber nur zu ca 80% vom Staat erstattet werden. Das bedeutet nichts anderes, als das die vers.-pflichtigen allein für ca. 20 % für allgemein gesellschaftl. Ausgaben aufkommen müssen. Ein Klotz am Bein ist auch die Rente mit 63, die wohl einem kranken Hirn entsprungen ist. Auf der anderen Seite steht der Rentenbeginn mit 67, ein Fall für „Die Anstalt“. Solidarität sieht anders aus! Mein Appell an die SPD, in deren Parteiprogramm unter Pkt. 3.7 die Bürgerversicherung steht, an die anderen angeblich sozial denkenden Parteien und an die Gewerkschaften: Entwickelt ein Rentenmodell, das sachlich fundiert ist und das man schwarz auf weiß nachlesen kann.

Holger Mairoll Kolbermoor

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