Gerechte Altersversorgung für alle

Sebastian Horsch: Wer im Alter arm ist; Kommentar 11. November

Die gesetzliche Rente allein sollte so zum Leben reichen, dass man nicht in die Gefahr läuft, in die Altersarmut zu stürzen. Dabei ist es uninteressant, ob Vermögen da ist, eine ergänzende Altersversicherung da ist oder ob man einen wohlhabenden Ehepartner hat. In unserem Sozialstaat sollte man mit seiner gRV ohne Altersarmut leben können, so wie ein Pensionär. Die Mindestpension bekommt ein Beamter nach fünf Dienstjahren, sie beträgt heute 1588 Euro, 2017 erhöht sie sich auf 1660 Euro. Und die Erhöhung belastet den Staatshaushalt um circa 450 Millionen Euro. Ein MdB erhält von seiner Diät zurzeit 9327 Euro pro Jahr 2,5%, das macht nach zwei Wahlperioden oder acht Jahre im Bundestag 1865,4o Euro. Wenn Herr Horsch sagt, der wohl wichtigere Schlüssel zur Verhinderung der Altersarmut liegt deshalb in der Ausgestaltung des Arbeitsmarktes und der Löhne, ist zu bemerken, dass die Löhne die AN u. Gewerkschaften aushandeln, da hat der Staat nicht einzugreifen. Bei der Ausgestaltung des Arbeitsmarktes sieht es ähnlich aus. Hier kann der Staat die Rahmenbedingungen vorgeben, zum Beispiel den Mindestlohn deutlich erhöhen,Zeit- und Leiharbeit streichen. Das sollte auch im Interesse der Gewerkschaften sein! Vor allem sollte eine Rentenreform: 1. Alle Einkommen einbeziehen (Bürgerversicherung); 2. die Beitragsbemessungsgrenze aufheben, dadurch kann der Beitragssatz gesenkt werden. 3. Eine Mindest- u. Höchstrente vorgeben (wie in der Schweiz). 4. für alle abhängig Beschäftigten eine obligatorische, staatl. geförderte und kontrolllierte betriebl. Altersvorsorge einführen, Beiträge hälftig AN/AG. Seit 2000 bis 2015 ist die Inflation um 23,7% gestiegen, in gleichen Zeitraum ist die Westrente um 16,95% gestiegen! Bei unseren Landsleuten in den neuen Bundesländer sieht es etwas besser aus. Man sieht also, es ist eine grundlegende Reform notwendig und kein herum doktern wie bisher! Dann haben wir ein Solidarsystem, das den Namen verdient.

 Holger Mairoll Kolbermoor

Die Aussage des Verfassers über die Ausgestaltung des Arbeitsmarkts und der Löhne ist der Schlüssel zur Verhinderung von Altersarmut und geht den falschen Weg. Hier müssten sich der Arbeitsmarkt und die Löhne mindestens verdoppeln, um zu einer lebenswerten Rente zu gelangen. Eine völlig unrealistische Annahme! Die einfache Lösung ist die Einbeziehung der Politiker, Richter und Beamten in die Rentenversicherung wie auch in anderen Ländern. Im Grundgesetz Artikel 3/1 steht wörtlich: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Es gibt natürlich auch eine andere Lösung, und zwar: die mittelfristige Angleichung der Renten von 48% (Lebens-Durchschnittsrente) auf die Beamtenpensionen von 71,5% (vom letzten Gehalt) in zehn Jahresschritten. Sie führt natürlich zu einem wesentlich höheren Steuerzuschuss zur Rente. Aber für die Beamtenpensionen ist ja das Geld auch da. Man könnte natürlich auch die Beamtenpensionen (71,5%) auf das Niveau der Renten (48%) zurückführen. Unsere Politiker, Richter und Beamte sollten doch eigentlich Angst haben, dass ein Rattenfänger (wie Trump) nach einer demokratischen Wahl mit einer Mehrheit der gesetzlich Versicherten unser ganzes politisches Establishment wegen seiner langjährigen undemokratischen Sozialpolitik entlässt!

 Lutz Schowalter Rottach-Egern

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