Rentenbeiträge nur für Altersversorgung

Mike Schier: „Seehofers jährlicher Renten-Rüffel“; Politik, Monika Reuter: „Ja, aber wie?“; Kommentar 2. Januar

 Gut, dass Herr Seehofer die göttliche Eingebung hatte, dass er die Rente mit 67 nicht mehr für das Nonplusultra hält. Da hätten er und seine Parteispezln vielleicht schon früher das Gehirn einschalten sollen, um nicht nach seiner Zustimmung im Bundesrat nun wieder eine Kehrtwende zu veranstalten. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass die Leute trotzdem vorzeitig in Rente gehen und erhebliche Abstriche in Kauf nehmen, oder vorher schon den Löffel abgeben. Damit kann man natürlich auch die Rentenkassen sanieren oder wieder fremdverwenden. Was mich aber am meisten wundert, ist, dass sich die jungen Leute anscheinend keine Gedanken über ihre staatliche Altersversorgung machen. Die Generation der unter 40-Jährigen nimmt das alles als Schicksal anscheinend hin, ohne zu reagieren. Was man dazu von unseren Jungpolitikern hört, kann man nur noch als schlimm bezeichnen. Wie weit soll das noch gehen, soll man sich in Zukunft entschuldigen, dass man das Rentenalter erreicht hat? Leider hört man von der Jugend zu all den Themen wenig. Entweder ist die Altersversorgung bei der Jugend kein Thema oder man ist anderweitig beschäftigt. Warum wird hier keine Demo veranstaltet?

 Hans Winkler Schwaig


Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorgen. Den Schaden haben wir seit vielen Jahren, aber unsere CSU denkt (endlich) weiter – bravo! Die hochkapitalistische Schweiz hat schon längst die Volksrente, das heißt, jeder zahlt ein und bekommt was heraus, natürlich auch die Beamten! Wenn wir lernfähig wären, dann würden wir das 3-Säulen-Modell der Schweiz übernehmen. Wir sind allerdings in unseren Nachbarstaaten als nicht lernfähige Besserwisser verschrien. Das Rentensystem der Schweizer ist dem unseren jedenfalls haushoch überlegen. Verbleibt also das Prinzip Hoffnung und der Druck der leeren Kassen.

Steffen Wurzler Unterhaching



Die Rente mit 67 ist schon allein aufgrund des demographischen Wandels alternativlos. Mit unnötigem Sozialpopulismus verprellt Wendehals Seehofer die CSU- Wähler.

Herbert Gaiser München


Selbstverständlich kommen die meisten Proteste von denen, die ihre Rente bereits beziehen. Warum? Weil sie für ihre Kinder und Enkel kämpfen. Die heute 30-Jährigen haben im Moment andere Sorgen. In Bezug auf ihre spätere Rente reagieren sie eher fatalistisch. Monika Reuter schreibt sehr richtig, dass sich alle an der richtigen Lösung der Altersvorsorge beteiligen müssen. Das sind die Politik, die Unternehmen und die Betroffenen. Seit 1957 wurden rund 700 Milliarden aus der Rentenkasse zweckentfremdet. Diese Milliarden kamen nie bei den Rentnern an. Wäre dieses Geld in der Rentenkasse geblieben, könnte der Gesamtbeitragssatz zur gesetzlichen Sozialversicherung um mehr als acht Prozent gesenkt werden. Dagegen ist die lächerliche Beitragssenkung, mit der Frau von der Leyen derzeit durch die Medienlandschaft tingelt, ein Witz. Ausgegeben wurden die 700 Milliarden für Leistungen, die eigentlich die gesamte Gesellschaft schultern muss. Diese Leistungen sind wichtig und müssen sein. Aber bitte nicht nur auf Kosten der Rentner, sondern auf Kosten aller. Denn der Rentner ist nicht die Melkkuh der Nation. Bei diesen Leistungen, die nichts mit der Rente zu tun haben, aber von den Rentnern finanziert werden, handelt es sich um folgende Posten: Ausbildungszeiten, Kindererziehungszeiten vor 1999 und Altersrenten vor Vollendung des 65. Lebensjahrs. Weiter Renten für Millionen Kriegsteilnehmer und Millionen Kriegerwitwen. Haben die Rentner den Krieg angefangen? Hinzu kommen Kosten für Spätaussiedler, Heimatvertriebene und nicht zu vergessen, seit 1992 zusätzlich die Transferleistungen in die neuen Bundesländer. Das alles wird aus der Rentenkasse gezahlt – und wenn Sie dann hin und wieder von Zahlungen an die Rentenkasse lesen, bleibt immer noch ein Defizit übrig.

Peter J. Dörken Wolfersdorf

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