Riedberger Horn – Debatte um Bau in den Alpen

Dominik Göttler: Fatale Entscheidung; Kommentar, „Ein schwarzer Tag für den Alpenraum“; Bayern 10. November

Als Berg- und Naturfreund, über 50 Jahre beim Alpenverein und Mitglied beim LBV, kann ich nur den Kopf schütteln über das, was die CSU-Mehrheit im Bayerischen Landtag mit der Änderung des Alpenplans und der Lockerung des Anbindegebots beschlossen hat. So viel Kurzsichtigkeit in Bezug auf den Erhalt unserer Natur erzeugt Enttäuschung und Wut. Die CSU war über Jahrzehnte die Partei meiner Wahl, mit dieser Entscheidung vom 9. November 2017 hat sie meine Sympathie verloren. 

Dr. med. Peter Rüth Olching/Neu-Esting

Da der Schutz der bisherigen Fläche offenbar nichts wert ist und umgangen wird, ist eine Ausweisung einer anderen Fläche als Ausgleichsfläche, auch wenn diese größer angesetzt wird, genauso wenig wert, da dieser Schutz ja dann auch jederzeit wieder aufgehoben werden kann. Besonders, da eine Ausgleichsfläche ja nicht durch Vergrößerung der Erde zustande kommt, sondern nur eine bereits bestehende Naturfläche durch eine Linie in einer Landkarte markiert wird, sind in meinen Augen generell alle sogenannten Ausgleichsflächen eine Farce. 

Christof Kettner Heimstetten

Wo bleibt die Stellungnahme der Kirchenoberen gegen Zerstörung und Gier, wo bleiben die Worte für die Bewahrung der Schöpfung? 

Birgit Treber Herrsching

Mit Wut und Trauer stelle ich fest, dass jetzt das Skiprojekt am Riedberger Horn im Allgäu mit großer Wahrscheinlichkeit gebaut werden kann, was dann als weitere Folgelasten durch Zufahrten, Erschließung, Schneekanonen plus dazugehörigem Wasserspeicher noch nachkommt, ist ja gar nicht abzusehen. Ferner die Genehmigung von Gewerbeflächen an den Zufahrtsstraßen in der offenen Landschaft erleichtert wird. Dass der Plan, den Autobahnsüdring Süd zu schließen (durch den Forstenrieder Park) immer noch nicht vom Tisch ist und die Absicht besteht, nördlich des Tierparks ein Parkhaus zu errichten und dabei FFH-Gebiet zu zerstören. Hier wäre zu fragen, ob es nicht möglich wäre, den Tierparkbesuchern zu empfehlen, mit den Öffentlichen zu kommen, bei der Wiesn klappt’s ja auch. Behinderten-Zufahrt ist ja nach wie vor gegeben. Eine tarifliche Absprache, also Anrechnung des Fahrpreises der Öffentlichen müsste doch auch zu schaffen sein! Wo bleibt der Aufschrei einer Opposition, diese Dinge zu stoppen? Die maßgeblichen Parteien brauchen sich nicht zu wundern, wenn ihnen die Wähler davonlaufen. Das Objekt Grasstraße in Giesing scheint sich zu klären – aber Vorsicht ist nach wie vor geboten! Von dem Skandal mit Air-Berlin ganz zu schweigen, in dem der Vorstand eine Pensionsrücklage bis 2021 von etlichen Millionen bekommt; der Kredit des Bundes aus Steuergeldern und Tausend oder mehr Leute auf der Straße stehen! Hierzu lass ich mich gerne eines Besseren belehren.

 Fritz Höllerer München

Herzlichen Dank an unseren Heimatausverkaufs- und Betonminister Söder und seiner christlichen Partei dafür, dass sie der Profitgier und Großmannssucht einiger Leute nachgegeben und der Skischaukel am Riedberger Horn den Weg frei gemacht haben. Sollte sie wirklich gebaut werden, möge am Riedberger Horn die nächsten 20 Jahre kein Schnee mehr fallen. Das würde ich denen wünschen.

 Edith Glas Peiting

Suche für die Woche vor Weihnachten zur Umwandlung meines Garten in eine Winterzauberlandschaft eine oder zwei Schneekanonen zu leasen.

 Hans-Peter Treber Herrsching

Mit Ihrem Kommentar gehe ich nicht konform. Ich bin selbst im Umweltschutz tätig und kenne als geborener Kemptener das Gebiet um das Riedberger Horn sehr gut. Das jetzige Mehrheitsvotum ist unter Abwägung aller Aspekte eine der Vernunft geschuldete Entscheidung. Leider ist nicht allgemein bekannt (und auch jetzt von Ihnen nicht entsprechend thematisiert), dass betreffendes Gebiet seinerzeit nicht vorrangig aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes als Zone C ausgewiesen wurde, sondern aufgrund seines geologisch labilen Charakters, da es in einem rutschgefährdeten Flyschgebiet liegt und deshalb von Erschließungen verschont werden sollte. Dass durch die Entscheidung der bestehende Bestand an Birkhühnern Schaden nehmen wird, ist nach Sachlage nicht anzunehmen, eher dürfte sich die Population durch die in der Summe jetzt deutlich erweiterten Schutzflächen stabilisieren oder sogar zunehmen. Was an Argumenten noch bliebe, wäre der sog. Präzedenzfall. An diesem sollte man die Kritik aber nicht alleine festmachen. Wenn, dann wäre es wieder eine Einzelfallentscheidung, die gut begründet sein müsste. Dass mit dieser Entscheidung jetzt alle Dämme brechen würden und die Alpen vor dem Ausverkauf stünden, ist als Annahme abenteuerlich und populistisch. Ihr Kollege Martin Prem hat mir in den letzten Wochen viel Respekt abgenötigt, als er im Fall des „NOx-Skandals“ sich in seinen Kommentaren einiges traute und mehrfach gegen den Stachel leckte. Bei Ihrer jetzigen Kommentierung folgen Sie leider dem Mainstream, was natürlich einfacher ist. Nichts für ungut.

 Dr. Uwe Temper Maisach

Flughafen zur AS, Riedberger Horn, Glyphosat: Da haben sich wieder die Richtigen gefunden zum Großangriff auf unsere Gesundheit und Heimat. Der Heimatminister und Zubetonierer, Markus Söder, der zurzeit gerade die JU vorschickt seinen Chef zu meucheln, der gerade nicht im Hause ist und in Berlin was für Bayern rausholen soll. Ihm zur Seite der Wirtschaftsexperte bis 2018 (ehemals im Aufsichtsrat der Bayern LB), Erwin Huber, hat Erfahrung und auch schon mal den MP Beckstein zu Fall gebracht und „erlegt“. Schulter an Schulter wollen die beiden mit allerlei Tricks und Winkelzügen die 3. Startbahn mit einer AG herbeitaktieren. Mit einer AG ist es also egal, ob die Wähler und Bürger anders gestimmt haben. Juristisch vielleicht oder bestimmt machbar aber wahltaktisch so falsch, damit hoffentlich auch die letzten treudummen Wähler kapieren, welchen hinterlistigen Geistes diese Brüder sind. Das ist nicht verwunderlich, Erwin Huber hat Demokratie beim Strauss gelernt und braucht die Wähler sowieso nicht mehr und der jugendliche Söder hat sein Nachtgebet unterm Plakat vom Strauß verrichtet. Wenn schon beim Zubetonieren und Natur plätten, gleichzeitig soll auch am Riedberger Horn eine Schneise durch ein Naturschutzgebiet gehauen werden und das giftige Glyphosat möglichst lange im Umlauf bleiben. Diese Hinterfotzigkeiten sind hoffentlich bis zur Landtagswahl nicht vergessen. Diese Leute haben eben doch nicht verstanden und brauchen vielleicht noch mal 10 Prozent + X Abzüge. 

Franz Bauer Freising

Herr Göttler erwähnt nicht, dass sich die Bevölkerung in den beiden Orten mit klarer Mehrheit für den Zusammenschluss ausgesprochen hat. Das sollte entscheidend sein, denn das sind die unmittelbar Betroffenen! Es wäre grotesk anzunehmen, dass sie wissentlich ihre Landschaft verschandeln und einen Naturschutzfrevel begehen wollen. Dass eine Mehrheit in Bayern dagegen ist, ist nicht relevant. Wer kein Betroffener ist, zählt nicht. Wie maßen sich die Leute überhaupt an, den Menschen dort was vorschreiben zu wollen? Generell haben die Alpenbewohner das gleiche Recht, ihre Landschaft zum Wirtschaftserwerb zu nutzen, wie die im Flachland. Wenn nicht, dürften dort auch keine Fabriken, Autobahnen, Stromtrassen, Wasserkanäle etc. sein. In den Orten lebt ein großer Teil der Bevölkerung zuerst vom Skibetrieb. Es sind eben nicht nur die „Großkopferten“ wie die Hoteliers, die davon profitieren. Die große Masse bilden die kleinen und mittleren Vermieter, die Zimmervermieter, Privatpensionen, Hotel Garni. Dass von denen keiner zu Wort kommt, dass deren Interessen nicht artikuliert werden, zeigt, wie ideologisch eingefärbt die Diskussion läuft. 

Wolfgang Gäßlein Karlsfeld

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