Was unsere Heimat noch wert ist

Dominik Göttler: Fatale Entscheidung; Kommentar, „Ein schwarzer Tag für den Alpenraum“; Bayern 10. November

Bravo, CSU! Weiter so mit Eurer eigenen Demontage. Die Entscheidung, den Alpenplan auszuhebeln, wird hoffentlich noch viele weitere CSU-Wähler davon abhalten, dieser Partei weiterhin ihre Stimme zu geben. Dass Parteien schon lange keine Politik mehr für ihre Wähler machen, sondern alles der Wirtschaftslobby unterordnen, ist man gewöhnt. Dass man nun aber noch eines der höchsten Güter, einen Teil davon, was Bayern so lebenswert macht, die bayerischen Alpen, wirtschaftlichen Interessen opfert, ist der letzte Tropfen auf einem bereits übervollen Fass. Und die Tatsache, dass die Schneelage in den bayerischen Skigebieten sowieso immer schlechter wird, setzt dieser Entscheidung die Krone auf. Doch das alles interessiert die CSU, und allen voran ihren sogenannten Heimatminister Söder, offensichtlich herzlich wenig. Gott bewahre uns vor so einem Ministerpräsidenten! 

Bernhard Fritz Lauterbach

Anstatt 80 Hektar Fläche aus der strengsten Alpen-Schutzzone C herauszunehmen und eine Ersatzfläche von 340 Hektar neu aufzunehmen, könnte man doch besser Folgendes tun: Man nehme die CSU aus Bayern heraus und siedele sie auf entsprechend größerer Ersatzfläche neu an. Es müsste nur ein Land sein, wo man wirklich nichts zerstören kann – vielleicht eine ganz neue Vulkaninsel? Dort gäbe es noch kein Grün und auch noch keine Tiere und keine Bevölkerung, die womöglich mehrheitlich eine andere Meinung hat. Die CSU-ler könnten also hemmungslos Glyphosat sprühen, Lifte, Schneekanonen, betonierte Wasserspeicher bauen – bei einer Seilbahn bleibt es nie! Gewerbegebiete und Startbahnen bauen bis sie schwarz werden. Aber das sind sie ja schon: kohlrabenschwarz! 

Natalie Johnson Maxlried

Es ist schon traurig, wie gnadenlos die CSU die Zerstörung unserer schönen bayerischen Natur trotz massiver Proteste aus allen Richtungen vorantreibt. Die Pro-Entscheidungen zur Skischaukel am Riedberger Horn und der Lockerung des Anbindegebotes sowie eine deutliche Mehrheit in der Partei für die 3. Startbahn belegen dies eindeutig. Wirtschaftliche Interessen einiger weniger zählen hier klar mehr als die Meinung eines Großteils der Bevölkerung (und vieler Experten). Das Schlimme: Sollte Seehofer kippen und Söder an die Macht kommen, steht zu befürchten, dass sich der Prozess der Landschaftsvernichtung und Versiegelung noch immens beschleunigt. Jeder Mitbürger, dem etwas an unserer bayerischen Heimat gelegen ist, sollte sich deshalb bei der nächsten Wahl überlegen, ob er dieser Partei seine Stimme geben will. 

Thomas Stief Olching

Vor knapp zwei Monaten, nach der Abstrafung durch die Wähler, gab sich Herr Söder noch geknickt und verkündete: Wir haben verstanden! Nach den gestrigen Entscheidungen, forciert durch den Heimat(vernichtungs)minister, fragt man sich, was hat er verstanden? Die schon überstrapazierte Natur wird weiter verbraucht und geschwächt. Bei der zurückgehenden Schneelage wird als nächster Schritt ein Wasserspeicher für Beschneiungsanlagen notwendig. Selbstverständlich muss dann wieder mithilfe solcher Politiker geltendes Recht geändert oder zumindest verbogen werden. Die Investoren und Geschäftemacher unterstützt von größenwahnsinnigen Kirchturmpolitikern werden wieder Möglichkeiten finden. Und da man gestern schon mal dabei war, Landschaft zu versiegeln und zu zerstören, wurde auch gleich das Lieblingsprojekt Söders, Lockerung des Anbindegebots für Gewerbegebiete, beschlossen. So können jetzt mitten in der Landschaft neue Gewerbegebiete entstehen, während Projekte teilweise leer stehen und verfallen. Was unsere Heimat und Landschaft noch wert ist, wenn Söder Ministerpräsident wird, kann sich jeder ausrechnen. Verstanden hat er nämlich nichts! 

Ernst Steinhilber Landsham

Glückwünsch, CSU! Mit der Entscheidung im Landtag zum Riedberger Horn sowie den Überlegungen zur trickreichen Umwandlung der Flughafengesellschaft in eine AG um die überflüssige dritte Startbahn durchzudrücken sowie nebenbei gesagt mit der Lockerung des Anbindegebots – hast Du Dir endgültig eine Umwandlung Deines Slogans verdient! Statt „Näher am Menschen“ sollte es ab sofort heißen „Näher am Geld“. Fazit für mich: Landespolitisch unwählbar geworden! Und dabei ist es wurscht, wer künftig als Häuptling an der Spitze stehen wird. 

Jörg Harth Bad Tölz

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