In der ersten Liga der Weltpolitik

Putin wittert eine US-Verschwörung; Politik 15. April

Putins Ein-Mann-Show – eine Bürgersprechstunde zu Fragen der Nation. Könnten sich führende Politik-Größen bei uns nicht auch mal herablassen zu einen ähnlich interessante mediale Ereignis? Muss ja nicht gleich unbedingt zurückliegende bzw. aktuelle Affären betreffen. Die haben andere auch. Außerdem: Dieser Mann ist solo, auch seine Scheidung nach fast 30 Ehejahren schadete seinem Image nicht. Und die andauernde Konflikte mit dem Westen sieht er (0-Zitat): Zu der wirtschaftlichen Konkurrenz.“ Der Westen wolle kein autarkes, starkes Russland. Für uns Deutsche empfinde er, laut seiner Aussage, Sympathien. Von früheren Eskapaden sieht und hört man nichts mehr, die Macht hat ihn geprägt. Veränderte ihn. Seine Landsleute sehen in ihm nach Jahrzehnten alter und siecher Kreml-Chefs endlich einen fitten, zielstrebigen und vorzeigbaren Anführer, der sie in die erste Liga der Weltpolitik zurückführt. Und man vermutet nicht ohne Grund durch seine Reisen und der Windeseile, in der Gas- und Öl-Pipelines nach China verlegt werden, dass insgeheim gemeinsame Pläne für eine globale Weltordnung mit mehreren Machtpolen geschmiedet werden. Der russische Staatschef scheint es leid zu sein, dass der Westen die Spielregeln der Weltpolitik bestimmt. Er interpretiert Sinn und Zweck der Nato-Osterweiterung an Russlands Grenzen, eine der wichtigsten Prämisse der westlichen Politik laute: Das Wiederaufstehen einer russischen Großmacht sei mit allen Mitteln zu verhindern.

Annemarie Reif Markt Indersdorf

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