Russland steht hinter Putin

Friedemann Diederichs: Putins Mann in Berlin; Kommentar 21. März

Ich finde es erbärmlich, wie wir mit Russland und seinem Präsidenten umgehen. Permanente Diabolisierung von Putin und ständiges Säbelrasseln gegen Russland sind an der Tagesordnung. Alle möglichen Schandtaten des Westens werden Russland angelastet und wenn es noch so absurd sein sollte. So hat Amerika beispielsweise nach eigenen Angaben im Vorfeld des prowestlichen, also nicht etwa eines proöstlichen, Putsches in der Ukraine 5 Milliarden US-Dollar zur Destabilisierung dieses Landes ausgegeben. Der nachfolgende Bürgerkrieg wird jetzt als Ukrainekrise bezeichnet und Russland als Verursacher zugeschrieben. Syrien sollte laut General Wesley Clark, einem ehemaligen Nato-Oberbefehlshaber, bereits gemäß einem Plan der amerikanischen Regierung aus dem Jahre 2001 im Rahmen einer militärischen Großoffensive im Nahen Osten angegriffen werden. Hillary Clinton hat diese Idee dann während ihrer Zeit als Außenministerin aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass Russland schon nicht eingreifen werde, weil es das im Jugoslawienkrieg auch nicht gemacht habe. Nunmehr wird es so dargestellt, als wäre Russland der Verursacher des syrischen Krieges und Bürgerkrieges. Ein Giftgasanschlag in England wird Russland angelastet, noch bevor irgendeine qualifizierte Untersuchung stattgefunden hat. England sollte mal zurückdenken an die Zeit, als sich der damalige Bush-Pudel Blair bei der Weltöffentlichkeit dafür entschuldigen musste, dass er sich mit der Einschätzung der irakischen Giftgassituation getäuscht hatte. Dem vormals stabilen und nunmehr dauerhaft geschädigten Irak hat diese verspätete Erkenntnis leider nicht mehr geholfen. Im Übrigen rückt der Westen bzw. die Nato immer näher an Russland heran und nicht umgekehrt. 

Margit Menter Fischbachau

Es hat ein paar Wochen gedauert, aber jetzt ist der Ex-Kanzler, Gerhard Schröder wieder in den Fokus der Medien geraten. Die US-Tageszeitung, das Wall Street Journal fragt ganz schüchtern, warum eigentlich Gerhard Schröder nicht bei den Sanktionen der USA ins Visier genommen wird. Eigentlich müsste dieses Blatt die Frage direkt an den Präsidenten Donald Trump stellen, aber der ist vermutlich nicht allzu sehr von dieser Zeitung begeistert. Aber es brauchte nur einen Anstoß und die deutschen Medien übernehmen dankbar diese Aufgabe. Dass Schröder gute Beziehungen zu Putin hat, ist den Medien und einigen Politikern schon lange ein Dorn im Auge. Gerhard Schröder ist nicht ohne Makel, aber seit der Westen massiv an Russlands Grenzen aufrüstet, sollte man um jede Person, die einen direkten Draht zu Putin besitzt froh sein. Kriegshetzer haben wir im Westen schon wieder genügend. Wenn Herr Friedemann Diederichs vom Merkur in seinem Kommentar folgenden Satz an die SPD richtet: „Vor allem die SPD wäre gut beraten, ihre freundliche Rolle gegenüber Russlands zu überdenken“, dann macht er seinem Vornamen keine Ehre. Auch wenn Putin von den westlichen Journalisten als ein autoritär-antidemokratischer Wahl-Manipulierer dargestellt wird, Russland steht hinter Putin. Wer soll das Amt von Putin übernehmen? In einem lesenswerten Artikel wurde von einer jungen Russin berichtet, die von einem französischen TV-Sender nach Ihren Wahlabsichten befragt wurde und wie folgt antwortete: „Wer, wenn nicht er?“ 

Erich Wochnik München

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