Putin betreibt sowjetische Politik

Mike Schier: „Ein Patzer zum Abschluss“; Politik 5. Januar Mike Schier: „Realpolitik mit Putin“; Im Blickpunkt 4. Februar

 Während Stoiber Putin umarmte, lief der Großangriff auf Aleppo an. Ohne Unterstützung der russischen Luftwaffe wäre dieser nicht möglich gewesen. Der Außenminister Lawrow hat endgültig die Maske fallen lassen und zynisch erklärt, dass man gegen die ganze Assad-Opposition (er nennt sie alle Terroristen) vorgeht. Luxemburgs Außenminister sagte am Freitag, der Waffenstillstand läge nun in den Händen der Russen. Man reibt sich die Augen, wie es dazu kommen konnte. Und just zu diesem Zeitpunkt erhält wiederum Putin Unterstützung von Seehofer und Stoiber. Dabei gibt es seit dem Eingreifen der Russen mehr Flüchtlinge. Die Auswahl der Freunde der CSU ist ohnehin etwas seltsam. Da wird Herr Orban in Kloster Banz hofiert, die sich selbst als katholische Regierung sehenden Polen werden dagegen als Un-Demokraten bezeichnet und mit Bestrafungen bedroht. Natürlich muss sich Polen kritische Fragen stellen lassen, aber warum nach Meinung der CSU nicht Ungarn oder der Ex-KGB-Mann Putin, der immer mehr sowjetische Politik betreibt?

Froben Schulz Nürnberg

Es ist schon sehr mutig von Herrn Seehofer, vehement Entscheidungen einer Regierung zu maßregeln, an der er selbst nicht unwesentlichen Anteil hat. Wo blieb sein lautstarker Protest bei Herrn Putin an der jüngsten verleumderischen Medienkampagne gegen uns. Hier hat er seine staatsmännische Größe allerdings nur optisch gezeigt.

Irmgard Freimut Schongau

13 Jahre nach der Kriegs-Entscheidung eines amerikanischen Präsidenten und der darauf folgenden westlichen Begeisterung für den „Arabischen Frühling“ versucht ein deutscher Politiker die dabei entstandenen Scherben und Grausamkeiten etwas zu reparieren. Leider durch Annäherung an Russland! Eine Horrorversion für die weltweiten Dollarflüsse, die Börsen-Gurus und vor allem die Vertreter der Menschenrechte. Alle Gräuel und Kriege werden doch hauptsächlich der Menschenrechte wegen begangen - zumindest nach den Aussagen der Weltpolitiker, vor allem der deutschen. Und da wagt es ein Ministerpräsident aus Bayern gegen den Strom, zu schwimmen. Das gab es seit Gerhard Schröders Nein zum Irakkrieg nicht mehr. Und genau wie dieser wird Horst Seehofer nun vom eigenen (Wahl-) Volk am meisten angefeindet, Ein Politiker erlaubt sich, als solcher aufzutreten, noch dazu eine eigene Meinung zu haben - das sind wir Deutschen nicht mehr gewohnt. Da muss man Profilierungssucht unterstellen. Dabei wundert sich genau dieses Volk, dass es keine Politiker-Persönlichkeiten mehr hat. Seehofers Befürworter und auch seine Gegner sollen sich wünschen, dass er noch ein wenig durchhält!

Hans-Peter Haimerl München

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