Lehrer nicht gleich Lehrer

Dirk Walter: „Engstirnigkeit überwinden“; Kommentar 20. Juli Im

Kommentar zur neuen Lehrerbedarfsprognose und der Einstellungssituation an bayerischen Schulen beklagt Herr Dirk Walter sehr richtig, dass in den Realschulen weit weniger als 10 % der fertigen und gut ausgebildeten Referendare in den Staatsdienst übernommen werden. Er findet, dass hier etwas schief läuft. Stimmt! Allerdings schlägt er vor, sich kein Schubladendenken zu leisten und junge Realschullehrer in Grundschulen unterzubringen. Kurz Lehrer = Lehrer. Also gehen wir nächstes Mal bei Kniebeschwerden zum Augenarzt, denn Arzt = Arzt. Haben Fachleute nicht mühsam und erfolgreich erworbene, optimal einsetzbare Fach-Kompetenzen? Wir brauchen mehr Lehrer auch an Realschulen für individuelle Förderung von schwachen, aber auch von besonders talentierten Schülern, für die pädagogische Ausstattung von Ganztagsschulen, für Inklusionsprojekte, für Bildung und der Beschulung von Flüchtlingen usw.

 Jakob Pritscher Grünwald

Wer hier von einem überraschenden Anstieg der Schülerzahlen spricht gibt sich der Lächerlichkeit preis. Wozu erfasst das bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung die Geburten? Diese sind für jeden zugänglich, auch im Internet abrufbar. Jetzt von Personalnot zu sprechen, zeugt ganz einfach von einer ungenügenden Personalplanung und Weitsicht. Das berechtigte Stöhnen der Lehrkräfte, die noch mehr leisten müssen, ist jetzt schon zu vernehmen. Die überschaubare Zahl der Flüchtlinge hier mit anzufügen ist fadenscheinig. Die jetzt wohl ausgegebene Anweisung aus Personalnot wieder Kombiklassen einzuführen, entspricht einem Stand der 50-er Jahre und nicht dem eines Bundesland, dass in der Bildung Vorreiter sein will. Alles in Allem: Eine Bildungspolitik die zu Lasten der Schüler geht, die Lehrer an die Leistungsgrenzen bringt und die Nerven der Eltern belastet. Herr Dr. Spaenle, setzen, sechs!

Jörg Fineisen Wallgau

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