Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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SPD muss zu Wählern zurückfinden

Christiane Jacke:Scholz schießt gegen Schulz;Politik 28./29. Oktober

Ich kann Herrn Scholz nur zustimmen und sage der SPD voraus, dass sie erst wieder als eine vielen Bürgern wählbar scheinende Partei gelten wird, wenn sie mit neuem Spitzen-Personal und neuen Ideen antritt. Warum will Martin Schulz partout nicht einsehen, dass er der SPD mehr schadet, als nützt? Auf die meisten jungen Menschen wirkt er wie ein Relikt aus alter Zeit und viele von uns Älteren erkennen, dass hier ein Taktiker und Karrierist am Werk ist, der Gabriel – weiß Gott, mit welchem Argument? – veranlasste, seine Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur aufzugeben und darauf hoffte (nachdem seine Zeit als EU-Parlamentspräsident abgelaufen war und er einem konservativen Kandidaten Platz machen musste), eine bahnbrechende Karriere als neuer Mann in der Bundespolitik vor sich zu haben. Dieser Traum blieb ihm verwehrt. Und nun fehlt es ihm an Ideen, mit welchen Inhalten seine Partei bei den Genossen punkten könnte.

Der Bürger indessen sehnt sich nach unverbrauchten, dynamischen und zukunftsorientierten Führungspersonen, deren Politik Folge von echten Überzeugungen ist und nicht ausschließlich auf Kalkül beruht. Wenn diese dann auch noch Sympathieträger sind, umso besser!

Annemarie Fischer
Wielenbach


Korrumpiert von der Macht, hat die SPD spätestens mit der Agenda 2010 ihre Wurzeln verloren: das „S“ in SPD. Dieses „S“ hat sie zur Volkspartei gemacht und ihr, weil es jetzt fehlt, dieses Attribut auch wieder genommen: 20 Prozent. Jetzt schreiben alle Positionspapiere. Gut so. Aber in Richtung der Wähler gesehen sinnlos. Denn solange die SPD nicht die Kraft findet, jede Person, die in der Gestaltung der Agenda 2010 Verantwortung trug, in die zweite oder dritte Reihe zu verdammen, wird sie das Vertrauen der Wähler nicht zurückgewinnen.

Auch der abrupte Rückzug in die Opposition hat nur dann Sinn, wenn er dabei hilft, die Kerben, die Gerhard Schröder hinterließ, durch eine vollständige personelle Neugestaltung wieder zu füllen. Der Rückzug wäre auch gar nicht nötig gewesen: Es hätte gereicht, die Koalition mit der CDU/CSU auszuschließen, solange sie von Angela Merkel geführt wird. Sollte es Neuwahlen geben, ist das (die personelle Neuaufstellung in Verbindung mit der Ablehnung der Person Merkel) der einzige Weg, wieder mehr Stimmen zu gewinnen und der AfD das Gewicht zu entreißen.

Michael Maresch
München


Der Vorstoß von Olaf Scholz kann nicht überzeugen. Zum einen muss ein kapitalismuskritischer Kurs nicht zwingend zu einer wirtschaftsfeindlichen Politik führen, da man sehr wohl Fehlentwicklungen wie etwa eine nur unzureichend ausgeprägte Ethik unter Managern thematisieren kann, ohne sich dabei gleich gegen sämtliche Unternehmen zu stellen. Zum anderen mangelt es dem Autor des Strategiepapiers ein wenig an eigener Glaubwürdigkeit, da gerade ein Standort wie Hamburg in den vergangenen Jahren insbesondere bei der Digitalisierung viele Trends verschlafen hat und sich im Vergleich mit anderen europäischen Metropolen eher im unteren Mittelfeld befindet.

Deshalb sollte die SPD lieber über einen Begriff wie „Innovation“ diskutieren, zumal bereits Willy Brandt der Modernisierungsgedanke der Gesellschaft äußerst wichtig war, und bekanntermaßen eines der größten Defizite von Angela Merkel im Stillstand liegt!

Rasmus Ph. Helt
Hamburg (Elbinsel)

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