Anleihekauf wird ein Rohrkrepierer

Nach dem Lesen des Kommentars erging es mir wie vermutlich zahlreichen, weder links noch rechts orientierten Pegida-Anhängern, die irgendwie das ungute Gefühl haben, dass da etwas faul im Staate Deutschland sei.

Aber außer Beschimpfungen und bewusstes Abstempeln als linke oder als rechte Chaoten seitens der aufgeschreckten Politiker samt deren hilflosem Aktionismus erfahren die Pegida-Anhänger nichts, höchstens Missfallen. Deren Sorgen und Ängste, dass Deutschland verkauft werde oder sich dank unserer Parlamentarier und Obrigkeit zur Rettung Europas verkaufen lasse – Mutti mit TTIP lässt grüßen – sind durchaus berechtigt. Erst jetzt und zu spät merkt Mutti, dass EZB-Chef Mario Draghi selbstherrlich und von der EU-Kommission unterstützt, die Eurobonds, sprich: Schuldenunion, durch die Hintertür einführen möchte, mit der Folge, dass die versteckte Altersarmut in unserem Wohlfahrtsstaat zunehmen wird, denn die Renten sind längst nicht mehr sicher, wie einst Blümchen posaunte. Die Sparkonten der heutigen Rentnergeneration werden regelrecht „verbrannt“ und selbst die Statistiken belegen, dass die als ungerecht empfundene Verteilung des erarbeiteten Wohlstandes in unserem Lande zunimmt. Ergo: Nicht alles, was die Pegida-Anhänger bewusst oder unbewusst in der Öffentlichkeit anprangern, ist das dumpfe Geschwätz von Unzufriedenen und Benachteiligten.

Jürgen Engelhardt Stephanskirchen-Schloßberg

Dieses Anleihekaufprogramm wird ein Rohrkrepierer werden, weil die Banken der Krisenländer ihre Staatsanleihen mangels alternativen kaum verkaufen werden. Denn erstens werden von der Wirtschaft keine Kredite nachgefragt, und zweitens müssten die Banken im Gegensatz zu Staatsanleihen dafür Eigenkapital hinterlegen, und das ist ja gerade Mangelware bei den Banken. Aber was sollen die Banken dann mit dem Geld anfangen? Wenn sie es bei der EZB hinterlegen müssen sie Strafzinsen bezahlen. Selbst wenn sie das Geld wieder in neue Staatsanleihen investieren, werden diese (dank des Aufkaufprogramms) niedriger verzinst werden als die alten.

Georg Niedermeier Haimhausen

Wenn sich in Deutschland in jüngster Zeit Gruppierungen artikulieren, die dem System nicht mehr trauen, trägt Herr Draghi daran einen sicher nicht unbedeutenden Anteil. Wer regiert inzwischen Deutschland bzw. Europa? Der Finanzmarkt? Und wer ist das überhaupt? Sind das die zwar durch Menschen konstruierten Maschinen, die so programmiert sind, dass bestimmte Abläufe im Wirtschafts-/Finanzwesen zu nicht mehr von Menschen gemachten Reaktionen (Algorithmen) führen, die in Nanosekunden vom normalen Menschen nicht mehr nachvollziehbare Summen um den Erdball jagen, um irgend einer diffusen Gruppe Gewinne zuzuschanzen? Wir sind doch bald so weit, dass das Primat der Politik durch die Finanzwelt ausgehöhlt wird. Wem soll denn das billige Geld angeblich helfen ? Den Südeuropäern? Die brauchen keine weiteren Kredite – die brauchen Aufträge. Und die bekommen sie nicht mehr, weil sie ihre Währungen nicht abwerten können (so, wie es früher alle paar Jahre Usus war). Sie sind schlicht und einfach nicht mehr wettbewerbsfähig; und - mit Verlaub - daran sind ausnahmsweise mal nicht die Deutschen schuld. Welcher Trottel glaubt denn, dass Herr Draghi Angst vor der Deflation hat? Die Nahrungsmittel – also das, was jeder täglich und nicht jährlich braucht – sind laut Münchner Merkur im letzten Jahr zwischen 10 und 20 % gestiegen, nur sind sie im sogenannten Korb prozentual unterrepräsentiert. Ich bin weiß Gott kein Anhänger der Pegida, aber das, was uns zurzeit in Deutschland durch andere Nichtregierende zugemutet wird – das ist schon alarmierend. Und unsere Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister schauen interessiert zu.

Wolfgang Herrmann Pullach

Eine neue Währung innerhalb von ca. 15 Jahren gegen die Wand zu fahren ist, physikalisch formuliert, eine bemerkenswerte Leistung. Die klägliche Reaktion der Deutschen Politik und namentlich der der Bundeskanzlerin auf die Aufkaufpläne von Staatsanleihen durch die EZB, wie in der heutigen Ausgabe des Freisinger Tagblatts nachzulesen, zeugt entweder von Hilflosigkeit oder von Heuchelei. Ich frage mich ernsthaft, ob der Eid der Bundeskanzlerin „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“ sich dem Europäischen Prozess unterordnen darf. Verantwortliche Führung eines Volkes bzw. eines Landes sieht für mich jedenfalls anders aus. Eine proaktive pauschale fiskalische Entlastung von Staaten ohne eine hinreichende Anzahl verkaufsfähiger Produkte benennen zu können, wird die Wettbewerbsfähigkeit eines schwächelnden Landes nicht signifikant verbessern. Allein über den Preis kann man Produkte nur bedingt verkaufen,( außer an staatliche Auftraggeber, die den Preis zum primären Entscheidungskriterium für die Auftragsvergabe erhoben haben). Neue Produkte zu definieren , zu entwickeln, herzustellen und schließlich zu vermarkten benötigt viel Zeit und natürlich auch Geld. Wegen des hohen Zeitaufwands für die Herstellung wettbewerbsfähiger neuer Produkte wäre es nachvollziehbar Geldmittel gezielt erst dann verfügbar zu machen, wenn überzeugende Konzepte für die Herstellung von Wettbewerbsfähigkeit vorgelegt werden. Ausgezahlt wird nach Programmfortschritt. Dieses Verfahren ist etablierte Praxis. Die Pläne der EZB hingegen zäumen das Pferd vom Schwanz her auf.

Eckhart Linneweh Neufahrn

Fast klammheimlich geht hier ein Schurkenstück der besonderen Güte über die Bühne. Die Öffentlichkeit , abgelenkt durch den islamistischen Terror , erfährt in einer kleinen Meldung, dass die EZB den Ankauf von Staatsanleihen beschließen wird (bis zu 700 Milliarden). Diese Möglichkeit wurde noch vor einiger Zeit von unseren willenlosen Politikern deutlich verneint , und in das Reich der haltlosen Argumente der EU-Gegner geschoben. Jetzt ist es soweit: Der Goldmann-Sachs gestählte Bangster Draghi verscherbelt unser Geld für Pleitestaaten und zum Schutz von Zockerbanken. Einzig wenige denkende, verantwortungsbewusste Politiker und der Präsident der Bundesbank Weidmann , stemmen sich dagegen und warnen vor den Folgen. Der Rest der Eurokraten verzockt hier die jahrelange Leistung unserer Volkswirtschaft und unsere zukünftigen Renten. Leider auch noch gestützt von den höchsten deutschen Richtern , die nicht den Mut hatten , diesem Treiben ein Ende zu setzen. Die EZB ist der Totengräber unseres hart erarbeiteten Wohlstandes. Und Herr Anastasiadis hat vollkommen recht : Frau Merkel wäscht ihre Hände in Unschuld, dabei haben die Politiker grundgesetzwidrig deutsche Haushaltsrechte an die EU und EZB transferiert. Der Luftballon wird platzen, die Geister, die ich rief!

Ernst C. Steinhilber Landsham

Auch der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB kann das Grundproblem in den einzelnen europäischen Staaten mit schwacher Wirtschaftsleistung nicht lösen. Seit es die Europäische Währungsschlange nicht mehr gibt, können diese Staaten ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr durch Abwertung ihrer nationalen Währung wieder herstellen und damit einen Wirtschaftsaufschwung erzielen. Die Abwertungen erfolgten in gewissen zeitlichen Abständen sowohl in Griechenland wie auch in Frankreich, Italien und Spanien, um nur einige zu nennen. So konnten sie mitschwimmen in der EU. Durch die Einführung einer gemeinsamen Währung in Euro ist eine Abwertung auf nationaler Ebene nicht mehr möglich und damit auch nicht mehr eine Anpassung der Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt, dass in wirtschaftlich schwachen Staaten die zur Stärkung des Wettbewerbs notwendigen Reformen von den Regierungen nicht mehr durchgesetzt werden können, da der Druck der „Straße“ zu groß ist. Um der Eurokrise entgegen zu wirken, helfen weder der Ankauf von Staatsanleihen, der kontraproduktiv zu den Reformen steht, noch die Euro-Hilfspakete; sie können nur kurzzeitig den Schein einer Besserung erwecken, aber anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung nicht bewirken. Solange die Politiker diese Tatsache nicht wahrhaben wollen, solange wird es eine Euro-Krise geben. Als es noch keinen Euro als gemeinsame Währung gab, lebten die Völker Europas friedlich miteinander. Man freute sich auf den Urlaub in den Südländern. Seit dem Euro herrscht nur noch Zwietracht, Neid und Missgunst. Diese Tatsache lässt sich auch nicht durch pro-europäische Reden der Bundeskanzlerin Angela Merkel kaschieren.

Volker Klimek Kranzberg

EZB Chef Draghi ist einer, der Geldpolitik nur für die Euroländer im Süden macht. Wir Deutschen dürfen zahlen damit die Eurosüdländer wieder feudal leben können. Alexander Dobrindt hat ihn zurecht einen Falschmünzer genannt.

Helmut Meier, Murnau am Staffelsee

Georg Anastasiadis: „Zu spät, Kanzlerin!“; Kommentar, „Europas Zentralbank vor historischem Schritt“; Wirtschaft 21. Januar

Auch interessant

Kommentare