Stimmen zu Christian Wulff

Langsam frage ich mich, in welchem Land leben wir eigentlich!

In den USA werden ehemalige Filmschauspieler mit undurchsichtiger Vergangenheit zu Staatsoberhäuptern gewählt. In Italien hält sich ein Berlus(t)coni jahrelang an der Macht (eine Aufzählung seiner Verfehlungen erspare ich mir aus Platzgründen). In Russland und China, um nur zwei der einflussreichsten Länder zu nennen, ist Pressefreiheit ein Fremdwort. Dort müssen Berichterstatter um ihr Leben bangen, wenn sie gegen die Regierenden (zu Recht) aufbegehren. Bei uns darf jedes Schmierblatt über jeden und über alles noch so belanglose Zeug schreiben, um seine Kaufzahlen zu erhöhen, auch wenn es auf Kosten von intimsten Dingen eines Menschen (der BP ist auch einer) geht. Die Medien sollten sich bitte um wirklich wichtige Themen kümmern, davon gibt es genug.

Sigi Christa Unterschleißheim

Nun springt die Katze aus dem Sack: Das ist auch eine Causa Merkel, belehrt uns Sigmar Gabriel. Christian Wulff ist der Bogen, der gespannt wurde, um die Kanzlerin zu treffen. Gabriels Heimat ist Niedersachsen. Dort spielt auch die Geschichte um den Kredit Wulffs. Sie ist drei Jahre alt. Gehütet, um sie werfen zu können, wenn ihre Sprengkraft möglichst groß ist. Das Projekt heißt: Zurück an die Macht! Dazu musste der gefährlich populär gewordene zu Guttenberg von der politischen Bühne eliminiert werden. Mit Herrn Wulff wird nun die Kanzlerin beschädigt. Der Bürger sieht die Marionetten: zu Guttenberg, Wulff, Merkel. Fortsetzung folgt. Die, welche die Fäden halten, die die Puppen tanzen lassen, bleiben im Dunkeln. Die Causa Wulff ist eine Causa (=Ursache) Sigmar Gabriel.

Anton Müller Burggen

Gestohlen hat der Bundespräsident nichts. Was hat er denn getan? Das, was viele andere von uns auch getan hätten. Die ganze Welt lacht über uns Deutsche, nicht über unseren Bundespräsidenten. Wer weiß, ob nicht gerade der Bundespräsident herhalten musste als die Attraktion, dadurch wurde nicht gemerkt, dass Wichtigeres dadurch übersehen wurde. Müssen wir uns unbedingt in aller Welt blamieren? Nein, wir, die Bürger, nicht, wir gehen großzügig darüber, wir werden weiterhin unseren Bundespräsidenten achten. Parteipolitiker, die dieses nicht beachten, sollten sich in die Ecke stellen und schämen, deren Partei ist es nicht mehr würdig, von uns gewählt zu werden.

Klaus Bröckermann Planegg

So ist das also! Wenn man wie Herr Wulff als Sternsinger in jungen Jahren den Mut hatte, an fremden Türen anzuklopfen, ist man für das hohe Amt des Bundespräsidenten auch gerüstet – meint er. So hat er auch zu Beginn seiner Amtszeit gleich festgestellt, dass der Islam zu Deutschland gehört, und reiste mit seiner Tochter und einer Jugendgruppe nach Israel (wohl auf Kosten des Steuerzahlers), um dort die Holocaust-Gedenkstätte zu besuchen, denn unsere Jugend erfährt ja in unserem Lande nichts über die schlimme Zeit des 3. Reiches, meint er. Damit hat er Moslems und Juden zufriedengestellt. Nur beim deutschen Volk hat er bis jetzt keine Akzente gesetzt. Das steht ohnehin hinter ihm – meint er. Er hat zwar keine politische Macht, könnte aber sehr wohl den Finger in manche Wunde stecken. Ich habe den Eindruck, dass er nur um ein positives Bild seiner Person bemüht ist. Wer „everybody’s darling“ sein möchte, ist am Schluss „nobody’s darling“.

Carla Lorenz München

Wie soll „man“ (um bei der Wortwahl des Herrn Wulff zu bleiben) denn vor so einem Präsidenten Respekt haben, der zwar ständig etwas bedauert und sich entschuldigt, aber für sich Rechte in Anspruch nimmt, die der kleine Mann nie bekommen würde. Welche Ratgeber hat denn der Herr? Kleine Leute verlieren ihren Job wegen einer angeblich unterschlagenen Pfandflasche. Natürlich will Herr Wulff sein gut dotiertes Amt mit den vielen repräsentativen Auslandsreisen und weiteren Annehmlichkeiten behalten, das ist ja ganz verständlich. Am Ende dann noch eine enorm hohe Pension bis ans Lebensende. Die Herren der Presse haben die 2. Dame seines Herzens schon hochgejubelt als Model-Schönheit, die ja bekannterweise lebensfroh und anspruchsvoll ist, zu einem Zeitpunkt, als der Herr noch nicht einmal geschieden war. Mit einem normalen Ministerpräsidenten wäre diese Verbindung auch nicht so interessant. Na dann, ich glaube kaum, dass unter den Mitbürgern die Politik- bzw. Politiker-Verdrossenheit sich bei solchen und weiteren Herren und Damen positiv verändern wird, auch wenn uns die Statistik glauben machen will, dass sich die Ansicht des Volkes geändert hätte. Für was brauchen wir überhaupt einen Bundespräsidenten? In anderen Ländern wurde dieser Posten schon längst aufgegeben. Da könnten wieder einige Millionen Steuergelder im Laufe der Zeit gespart werden!

Maria Ivanovic Dachau

Bei unserem Bundespinocchio Wulff waren viele Sternsinger und haben über der Schlosstüre des Bellevue das übliche K-M-B angebracht. Wurde er darüber unterrichtet, dass dies nicht „Kredit mit Bonus“ heißen soll, sondern den lateinischen Anfangsbuchstaben von „Christus segne dieses Haus“ entspricht (was sein Amtssitz mit diesem Hausherrn derzeit offenbar dringendst nötig hat)?

Reinhard Herz Starnberg

Ich kann es nicht mehr lesen, geschweige hören, egal welche Medien man beansprucht. Es gibt nur ein Thema: Christian Wulff. Sicherlich ist es notwendig, den Sachverhalt aufzuklären, aber bitte fair! Ich beziehe mich auf die Bibel, Johannes Kapitel 8-7, wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Es kommt das Gefühl des Fremdschämens auf, wenn man im TV den Pöbel mit den Schuhen noch weltweit zeigt. Auf ein Wort, hat noch niemand eine Vorteilsnahme in Anspruch genommen? Einige Beispiele: Die Mutter sagt zum Kind „du bist nicht 6, sondern 5 Jahre alt“, um eine günstige Fahrkarte zu ergattern. Der Heranwachsende: Ich bin noch Schüler, um eine Vorteilsnahme zu erlangen. Der Spesenritter sagt: Ich war über 12 Stunden unterwegs. Der Schwarzarbeiter denkt auch nur an sich. Der No Name nimmt die Metro-Karte vom Nachbarn usw. Mir kommt es so vor, dass man einen am Boden liegenden noch mal kräftig tritt, wie die Schläger der U-Bahn es vormachten. In der Gesellschaft gibt es in allen Schichten gleiche und gleichere, zu wem gehörst du, lieber Leser?

Roland Schmidt Fürstenfeldbruck

Heute Herr Wulff und wer kommt morgen dran? Wahrheitsfindung ist immer notwendig und auch in der Angelegenheit Wulff richtig. Hetzjagd ist menschenverachtend und falsch. Herr Wulff hat sich erklärt und entschuldigt. Fakt ist: Er hat nichts Unehrenhaftes getan. Er hat Fehler begangen, wie jeder andere Mensch auch. Jeder! Aber was da gewisse selbsterhabene, überhebliche Wichtigtuer abziehen, ist übel. Nicht nur das, es ist brutal. Verglichen mit einem Schlägertrupp: Ein unschuldiges Opfer wird zu Boden geschlagen. Das genügt nicht, es wird nachgetreten. Das Schlimmste aber ist, alle stehen herum, keiner hilft. Wie feige! Wo sind Freunde oder andere Menschen mit Gerechtigkeitssinn, die Herrn Wulff den Rücken stärken? Warum werden nicht diese „ehrenwerten“ Personen durchleuchtet, die so eine Hetzjagd veranstalten? Was haben sie für Motive und Interessen für ihr unverständliches Verhalten? Wir denken dabei an den Ausspruch: Wer ohne Makel ist, werfe den ersten Stein. Es ist sicher sinnvoller, sich den drängenden Problemen der Welt zu widmen.

 Günther und Lieselotte Illmann Oberroth

Was ist nun wirklich? In der BRD kann kein Grundstückskauf – mit oder ohne Bebauung – rechtswirksam getätigt werden ohne die unabdingbare notarielle Beurkundung. Wenn diese nicht vorliegt, kann auch kein Eigentumsübergang im Grundbuch, die „Auflassung“ eingetragen werden. Wo nichts steht (Grundbuch), kann auch keine Belastung, zum Beispiel Grundschuld wegen Darlehen, eingetragen werden. Also, hat Wulff nun gekauft oder nicht? Wo liegen die Unstimmigkeiten wirklich? Und die Grundbucheinsicht, wer hat diese wem ungesetzlich gewährt?

Otto Böhm Starnberg

Herr Wulff ist kraft seines Amtes in die Welt der Promis und Superreichen katapultiert worden. Er hat alle „gut gemeinten“ Geschenke und Vergünstigungen blauäugig angenommen. Das ist jetzt sicher eine menschliche Tragödie. Aber wie heißt es so schön: Geld frisst Hirn.

Rolf Schad Weilheim

Ich war amüsiert und bestürzt zugleich, wie Frau Schausten allen Ernstes behauptete, sie würde bei jeder Übernachtung bei alten Jugendfreunden pro Nacht 150 Euro bezahlen. Ich bin sicher, dass diese Aussage von 99,9 % aller Bundesbürger, genauso wie von mir, als Unwahrheit betrachtet wird. Von öffentlich-rechtlichen Medien, die auch von mir finanziert werden, hätte ich eine selbstkritischere Haltung erwartet und nicht die Verbreitung von Lügenmärchen. Nachdem Herr Deppendorf und Frau Schausten so sehr Wert auf Ehrlichkeit und Transparenz legen und ihnen offensichtlich nichts an einer Privatsphäre von in der Öffentlichkeit stehenden Personen liegt, sollten sie beide offenlegen, wo sie die letzten 20 Jahre überall mit und ohne Bezahlung übernachtet haben und wer ggf. Übernachtungskosten übernommen hat, vor allem auch um berufliche Verflechtungen auszuschließen. Im Übrigen übernachte ich ähnlich wie Herr Bundespräsident Wulff häufig bei alten Jugendfreunden umsonst. Diese sind überdies meist sogar noch meine Kunden bzw. Patienten!

Dr. med. Bernhard Frank Rottach-Egern

Was die Bildzeitung und Springerverlag veröffentlichen, ist der reinste Rufmord (Gott sei Dank es ist nicht der Münchner Merkur, der sehr objektiv zu der sogenannten Affäre steht). Bekannt ist, dass Herr Wulff als CDU- Mann den Roten ein Dorn im Auge ist (Frau Nahles). Es wäre wünschenswert über unsere Euro-Krise zu berichten, bevor alles den Bach runtergeht (was die Bevölkerung mehr interessiert), anstatt unseren Präsidenten so zu zerlegen. Auslöser für diese Diffamierungen ist der Neid vieler SPD-Regierungsmitglieder (etliche machen auch kostenlose Urlaube bei Freunden mit der Benutzung von Dienstfahrzeugen usw.), dass ihr Wunschkandidat Herr Gauck nicht zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Mich freut es, dass sich die Linke Partei aus dem Ganzen raushält.

Volker Brendel Großdingharting

„Ich entschuldige mich“, so hören und lesen wir es oft in letzter Zeit. „Sich“ ist in der deutschen Sprache immer rückbezüglich, sprachlich gesehen bedeutet es also: „Ich spreche mich selbst frei von Schuld“. Dabei bleibt der andere, das Gegenüber, an dem ich schuldig geworden bin, außer Acht. Richtiger wäre: „Ich bitte um Entschuldigung“. Dann überlasse ich es dem Geschädigten oder Beleidigten, diese Entschuldigung anzunehmen oder nicht. Das ist der schwierigere Weg. Deshalb ist wohl das „ich entschuldige mich“ populärer und geht leichter von den Lippen.

Helmut Ritter Gmund am Tegernsee

Wenn Frau Schausten von ihren Freunden pro Nacht bis zu 150 Euro kassiert, vergisst sie hoffentlich nicht, diesen Nebenverdienst dem Finanzamt zu melden.

Irmi Öttl Staebel Kirchseeon


 

„Merkel: ,Große Wertschät- zung‘ für Wulff“; Politik, „Bundespräsident im Blickpunkt“; Leserbriefe 7./8. Januar, „Wulf entschuldigt sich erneut“; Titelseite 5./6. Januar

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Es gibt keine gemeinsame europäische Asylpolitik
Es gibt keine gemeinsame europäische Asylpolitik
Sprachregelung beim Rundfunk
Sprachregelung beim Rundfunk
Risikostreuung bei Energieimport
Risikostreuung bei Energieimport

Kommentare