Leserforum

Stimmen zu Afghanistan

Veronika Eschbacher: „Die Burka ist nicht das Schlimmste“; Politik,
Das Desaster war vorhersehbar; Leserforum 20. August

Es ist unerträglich, welches Bild unsere Politiker aller Parteien in dieser dramatischen Lage abgeben. Einfach beschämend. Was nützen den hilfesuchenden Menschen in Kabul die ständigen Schuldzuweisungen, Krisensitzungen etc. Die Menschen benötigen Hilfe – und zwar sofort. Es ist im Moment völlig egal, wer was falsch gemacht oder wer zu spät reagiert hat. Ist das im Moment hilfreich für die Betroffenen? Nein! Sehr geehrte Politiker, handeln Sie jetzt endlich gemeinsam und heben Sie sich Ihr unerträgliches Parteiverhalten für die Zeit auf, wenn alle betroffenen Menschen in Sicherheit gebracht sind. Es ist Ihre Pflicht, diesen Menschen sofort und auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Was haben wir nur für Politiker (jeglicher Couleur) an unserer Spitze?

Elisabeth Kunoth

Seefeld

Folgen des Afganistan-Krieges: Es ist für einen normal denkenden Menschen kaum möglich, diese ganzen Grausamkeiten von menschlichem Leid, geschweige der materiellen Verluste nachzuvollziehen. Den ganzen Sachverhalt von A bis Z nochmals zu schildern, ist nicht mehr nötig. Die fast kriminelle Un- fähigkeit von vielen westlichen Politikern ist kaum glaubhaft. Die Taliban und die kapitalistische internationale Waffenindustrie sind die großen Gewinner und haben Milliarden zum Teil mit veralteten Waffen verdient, die letztlich auch von unseren Steuergeldern bezahlt wurden. Der Verlust und das Leid von Menschen spielt keine Rolle, aber solche menschenverachtende Geschäfte hat es früher und wird es auch leider in Zukunft geben, ohne dass der Großteil der Menschheit etwas dagegen unternehmen kann.

Horst Rotter senior

Sulzemoos

Das Bild mit den Taliban im Präsidentenpalast in Kabul erinnert mich an bildliche Darstellungen zum Märchen „Ali Baba und 40 Räuber“. Wenn der reale Hintergrund nicht so schrecklich wäre, könnte man über das Bild fast lachen.

Walter Pilz

Wolfratshausen

In der Ausstellung über Alexander den Großen im Rosenheimer Lokschuppen erfuhren die Besucher, dass die griechischen Eroberer in Afghanistan bereits 300 vor Christus sehr große Probleme mit den Einwohnern hatten. Diese versteckten sich in Höhlen und griffen die Besatzer von dort solange an, bis diese entnervt das Land wieder verließen. Wie die Herzen der Bevölkerung erobert werden können, zeigt der ehemalige Bundeswehrarzt Dr. Reinhard Erös mit der von ihm gegründeten Hilfsorganisation Kinderhilfe-Afghanistan. Er lässt seit Jahren mit den Spendengeldern Schulen und Krankenhäuser bauen und zeigt damit, wie der Bevölkerung wirklich geholfen werden kann.

Jürgen Haase

Oberau

Außen-, Innen- und Verteidigungsminister – ein totales Versagen Die Körpersprache und das Verhalten der Taliban waren vor Monaten genug Warnung, um mit der Evakuierung der Soldaten und vor allem der afghanischen Helfer zu beginnen – aber nein, für die in Deutschland kriminell gewordenen Afghanen wurde der Rückflug in ihr Heimatland gestoppt auf Grund der Taliban, aber die sich in Gefahr befindenden afghanischen Helfer der deutschen Soldaten wurden ignoriert. Man kann nur hoffen, dass die in allerletzten Minuten gestartete Evakuierung nicht in einem tödlichen Desaster endet.

Christiane Kasche

Murnau

Blöd gelaufen für die GroKo, tödlich verlaufend für die Ortskräfte aber was solls? Echt blöd, dass so kurz vor den Bundestagswahlen Handeln nötig wurde und nichts zu gewinnen war dabei. Folgerichtig wurde totgeschwiegen, was störte, und hätte Stimmen kosten können. Lieber stimmte man manisch-panisch destruktiv die Abwehrsure 2015 an. Als obs dieselbe Zeit und dieselbe Ausgangssituation wäre, wie krank ist das denn? Ob und wie und wann Flüchtlingsbewegungen entstehen werden weiß heute keiner und sie haben vor allem gar nichts mit dem jetzigen Versagen der Bundesregierung zu tun. Jetzt erbärmlicherweise zu winseln und zu tricksen ist schamlos. Am 23. Juni hatten die Grünen im Bundestag den Antrag gestellt, ein Verfahren zur großzügigen Aufnahme afghanischer Ortskräfte einzuführen, natürlich wurde es abgelehnt von der Regierung, aus Prinzip, basta. Jetzt muss die Bundeswehr alle deutschen Staatsbürger evakuieren und die tödlich bedrohten Ortskräfte dazu. Wie schwer bis unmöglich das sein das wird, zeigt sich täglich. Wenn die Taliban dann den Flughafen Kabul ganz dicht machen wirds vorbei sein mit der Vermittlung europäischer Werte an die unzivilisierten europagläubigen Afghanen, dann wird die Klinge blitzen, tausendfach, wir halten den Taliban die Köpfe ja schon hin. Einzig unserer Bundeswehr ziemt in diesem Desaster Ehre, auch in ihrem Mut in der öffentlichen Diskussion, Respekt! Wahltag ist Zahltag!

Johann Augustin Mayr

Feldgeding

Die russischen und chinesischen Machthaber reiben sich die Hände über das Versagen unserer Regierung. Es war und ist erkennbarer Fakt, dass die afghanischen Soldaten mit einem äußerst geringen Sold, für ihre Großteils korrupte Führung nicht die Gesundheit und das Leben opfern; zumal die ausländische Unterstützung endete. Deshalb konnten die Taliban ein Gebiet nach dem anderen kampflos übernehmen. Wie (absichtlich?) blind zeigten sich unser Außenminister und unsere Verteidigungsministerin, um das nach einer gewissen Zeit zu erkennen. Man muss entweder Absicht oder Dummheit unterstellen, weil sie den Ablauf der Eroberung durch die Taliban, die Hinweise und Warnungen (vermutlich überheblich) ignorierten. Doch Maas und Kramp-Karrenbauer haben eine Chefin. Doch die versagte ebenso. In der Flüchtlingskrise 2015 führte Merkel ihr Amt als Chefin aus, egal ob richtig oder nicht. Bei der Evakuierung von ausländischen Mitarbeiter für die BRD und dem Botschaftspersonal hätte sie wieder als Chefin handeln müssen. Falsche und vor allem zu späte Entscheidungen kommen bekannt vor. Oder ist es schon vergessen? Hinsichtlich Corona lehnte Merkel zunächst Masken ab, bei einer Krankheit, die über die Atemwege verbreitet wird. So viel war bekannt. Chaos bei der zögerlichen Impfbestellung. Ich bin selten so empört über das Versagen der Politiker. Aber wenn (Nicht)Entscheidungen wiederholt Menschenleben kosten ist Empörung angebracht. Empörung und Protest dürfen aber keine Gründe sein AFD zu wählen.

Es ist wieder so, es fliehen Menschen aus einem Land, in dem die Amerikaner nicht mehr sind. Die Südkoreaner sind froh, dass es zwei koreanische Staaten gibt. In Nordkorea, das die Amerikaner nicht eroberten, verhungerten die eingesperrten Menschen. In Vietnam ertranken tausende von Boatpeople, die nach dem Abzug der Amerikaner zu fliehen versuchten. Und wie war es in der von Russen unterstützten DDR? Aus der flohen, zuletzt unter Lebensgefahr und tödlichem Ausgang, Millionen Menschen.

Reinhold Frech

München

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