Leserbriefe

Stimmen zu den Corona-Maßnahmen

Debatte um Corona-Maßnahmen; Leserforum 9. Dezember

Bei vielen Zuschriften der letzten Tage kann ich nur den Kopf schütteln. Die Kritik an den Maßnahmen ist angesichts des Vergleichs der Fallzahlen von Ende September mit denen von gestern völlig überzogen: 1800 zu 20800 Neuinfizierte binnen 24 Stunden, 350 zu 4250 belegte Intensivbetten und 12 zu 590 Tote im Tag. Meckern und Jammer drückt die Zahlen nicht!

Natürlich kann man eine Popularklage anstreben, weil man sich in seiner „Freiheit“ eingeschränkt fühlt! Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es auch die Freiheit und die Rechte der Mitmenschen gibt, z.B. das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit (Krankheit / Tot)! Oder wurde in Deutschland -hab ich was verpasst- der Egoismus kürzlich zur Staatsform erhoben?

Mit Rücksicht auf die Öffnung der Schulen/Kindergärten, den Handel und weitere Bereiche wurde der Lockdown ursprünglich „light“ gestaltet. Durch die Unvernunft einiger Mitbürger waren die Beschränkungen jedoch leider nicht ausreichend und müssen nun verschärft werden, wenn wir im Januar nicht völlig die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verlieren wollen. Man vergleiche die Explosion der Fallzahlen in den USA nach Thanksgiving! Ohne verschärfte Regeln würde ein harter Lockdown nämlich nicht nur 10 Tage dauern, sondern wahrscheinlich einen Monat oder länger. Bleiben Sie alle gesund!

Josef Karl Schießl

Bad Tölz Kanzlerin rät zu Kniebeugen; Titelseite 9. Dezember

Als langjähriger Leser Ihrer Zeitung, in aller Regel nach dem Frühstück mit meiner Frau (beide Rentner) und nach einem Blick aus dem Fenster, lese ich auf der ersten Seite: Kanzlerin rät zu Kniebeugen und Kanzleramtsminister zum Radfahren oder was einem möglich ist. Beide sind sicherlich so sportbegabt, um solche Empfehlungen geben zu können. Ich bin immer noch ein begeisterter Ski - und Radsportler und kann mit erschwerten Wetterbedingungen umgehen. Sehr viele aber nicht! Abgesehen davon werden die Infektionsmöglichkeiten dadurch nicht reduziert. Was ist einem noch möglich? Die Grünen schimpfen wenn man sein Auto benützt! Die CSU sagt man soll den ÖPNV benützen?! Hr. Minister Hermann hat bei seinem Besuch der Münchner U-Bahn sicherlich etwas zu erzählen, wenn er sich traut. Aber Politiker die etwas zu sagen haben werden mit einem Dienstwagen ins Büro gefahren. Ich kenne die aktuelle Zahl der ( ÖPNV) MVV - Benutzer nicht. Aber morgens und abends, mittags ( Schüler ) gibt es Gedränge. Mit Maske aber ohne Abstand! Wie viele Millionen sind den deutschlandweit mit dem ÖPNV unterwegs? Wir haben doch gelernt “Abstand halten ist wichtiger als Maske“ laut RKI“ Das Problem lässt sich nicht nur durch immer schärfere Kontaktmaßnahmen lösen. Man an den richtigen Schrauben drehen. Die Gaststätten zu schließen war wohl nix. Aber beim ÖPNV könnte man gewaltig drehen , z.B. Mehr oder längere Züge …..kostet wie so vieles, viel Geld ! Die LH hat sofort 10Milliarden bekommen aber der Luftverkehr ruht fast komplett! Aber der ÖPNV läuft und der muss im Sinne der Benutzer auf körperliche Unversehrtheit massiv finanziell unterstützt werden. Bleibt´s alle gsund, macht´s Kniebeugen und tuat´s Radlfahrn oda was möglich is!

Hans Gonzlik

Geretsried

Georg Anastasiadis: Bitte alle mitmachen – zur Not trotz Söder; Kommentar 8. Dezember

In seinem Kommentar stellt Herr Anastasiadis fest, dass die Maßnahmen der Regierung die Corona-Welle nicht brechen können. Mein Eindruck: die Regierung probiert munter aus, was denn gerade am meisten schuld sein könnte an der Verbreitung des Virus: Schüler, Sportler, Hotels, Gaststätten, Familienfeiern, Demonstranten.

Leider scheint das Virus gegen nahezu alle Maßnahmen immun zu sein. Seltsam auch, dass das Virus teilweise in bevölkerungsarmen Regionen wütet während die Demonstrations-Stadt Leipzig nahezu verschont bleibt. Und in abgeschotteten Altenheimen grassiert das Virus trotz allem. Wie passt das zusammen? Kann das erstaunliche Infektionsgeschehen nicht an etwas ganz anderem liegen: nämlich den PCR-Tests? Wussten Sie, dass die PCR-Testlabore bis heute von keinem TÜV zertifiziert sind. Das heißt: Ergebnisse sind nicht 100 % vergleichbar. Beispiel: manche Labore testen (WHO-konform!) nur auf ein Gen, wodurch auch Corona-Viren detektiert werden, die schon lange vor Covid19 existierten (Folge: Falsch-Positive!). Seriösere Labore testen auf zwei oder drei Genabschnitte. Nicht alle Labore liefern den wichtigen CT-Schwellwert mit. Nur dieser lässt wirklich Rückschlüsse auf eine Infektion zu! Dass der Test nicht immer verlässlich ist, zeigt uns der Profi-Fussball. Wird ein Spieler positiv getestet, erfolgt ein zweiter Test in einem anderen Labor, und oft ist er dann negativ.

Kai Drebes

Moorenweis

Berufsschüler müssen zuhause bleiben; Vögel füttern im Lockdown; Bayern 8. Dezember

Bei der Aufzählung der heimischen Vögel fehlte mir der Haubentaucher, taucht doch diese Spezies immer häufiger auf, auch an Stelen, wo man sie so direkt gar nicht erwarten würde. Aber zunächst zu den Berufsschülern: Wie heißt es so treffend: „Grundlage für einen erfolgreichen Distanz-Unterricht ist die technische Ausstattung“ - diese sollte ja eigentlich nach einer Vorbereitungszeit von ca 6 Monaten, der Zeit von Mai bis Oktober, in der die Landesregierung nicht müde wurde, auf die zu erwartende 2. Welle im Herbst hinzuweisen, nachhaltig gegeben gewesen sein. Was jedoch nicht zu unterschätzen ist, wäre die Bereitstellung sinniger Online-Lehrinhalte, ein vielleicht schwierigeres Thema als der Ankauf der technischen Ausrüstung – Fehlanzeige auf breiter Front.

Es wird vereinzelt berichtet, dass private Lehranstalten geeignetes Material hierzu erstellt hätten, dass so interessant ist, dass es sogar Schüler hinter dem Ofen hervorlockt. Unsere alteingesessene Lehrerschaft hat es wohl nicht hingebracht - warum auch, der Sold fließt, wird auch vom Ministerium notfalls mit einigen Zuckerln aufgestockt (Auslobung von Prämien für auch so überbeanspruchte Schulleiter), statt einen Wettbewerb auszuschreiben, Wettbewerb um die beste Online-Schulungsunterlage, denselben großzügig zu prämieren und dann Bayern- oder besser Deutschland-weit einzusetzen, aber hier kommen wir wieder zum Anfang, da schließt sich der Kreis, der Haubentaucher taucht wieder auf, mitten im Ministerium, speziell ganz ganz oben, da wo Ideen zu gebären wären, wo aber augenscheinlich im Wesentlichen getaucht wird, seit Monaten. Danke meine Herren!

Wolfgang Otten

Neubiberg

Harter Lockdown ab Weihnachten; Titelseite 9. Dezember

Pflichtbewusst habe ich nach dem ersten Lockdown und der Wiedereröffnung der Gastronomie, dort meine Daten nach jedem Besuch hinterlegt. Ich knüpfte daran die Erwartung, dass die Behörden Erkenntnisse daraus gewinnen. Doch mit keinem Wort hat die Politik und mit keiner Zeile die Presse uns mitteilen können, oder wollen, was mit diesen Daten passiert ist (vermutlich ungesehen in der Ablage gelandet) und ob Kneipen, Restaurants oder Hotels in großem Umfang zur Verbreitung des Coronavirus beitragen. Ungeachtet dessen wurden nun im zweiten Lockdown die gastronomischen Betriebe erneut zur Schließung gezwungen. Es darf vermutet werden, dass sich die sozialen Kontakte dadurch vermehrt in den privaten Bereich verlagern, in dem sicherlich die Maskenpflicht und Abstandsregelung kaum Anwendung finden, deren Einhaltung in der Gastronomie transparent und überprüfbar ist. Gerade der private Bereich wird derzeit als wesentliche Quelle für die erhöhten Infektionszahlen lokalisiert. Meine Sorge gilt weniger dem Überleben der Gastronomen, die offensichtlich reichlich aus dem Staatssäckel entschädigt werden, mir geht es ausschließlich um die fehlenden Kontakte mit Freunden und Bekannten im öffentlichen Umfeld.

Friedrich Wörnzhofer

Peiting

Wer ist das Vorbild in Sachen Corona?; Leserforum 7. Dezember

Merkur-Leser Herr Erich Meier aus Haag nimmt Herrn Birk aus Freising mit Recht aufs Korn, da er seit einiger Zeit eine mehr als vielsagende Antipathie gegen die von unserem Grundgesetz autorisierten, weil gewählten Politikern freien Lauf lässt. Hier speziell gegen Herrn Söder. Herr Birk ist seit Langem ein fleißiger Leserbriefschreiber. In früheren Zeiten konnte man sich mit seinen geäußerten Meinungen vielfach identifizieren – in letzter Zeit nicht. Was sich so in unserem derzeitigen Corona-Alltag tut - Verharmlosung oder gar durch Leugnen dieses höllischen Virus’ - legt den Schluss nahe, dass durch erdachte Argumente empfohlen wird, einfach nichts mehr in dieser Sache zu unternehmen, sondern schlichtweg so zu tun, als ob das, was die Welt in große Besorgnis bringt, fern jeglicher Realität sei.

Aber: Covid-19 ist da, und es ist ihm total egal, ob es handelnde Ministerpräsidenten gibt, ob man über Weihnachten Skifahren oder ausgiebigst Silvester feiern kann. Ob unsere Wirtschaft und damit unser Lebensstandard flöten geht und die Arbeitslosigkeit ins Unermessliche steigt, ob uns das deutsche Grundgesetz Freiheiten zusagt, die ein paar Seiten weiter wieder eingeschränkt werden. Ob sich derzeit geordnete politische Verhältnisse in krasse politische Radikalität wandeln, ob Risiko-Betroffene sterben oder auch junge Menschen durch Corona ihr Leben lang an körperlichen Gebrechen durchleiden müssen. Je weniger Widerstand Corona vorfindet, umso verheerender kann und wird es auch in Deutschland wüten. Es zeigt keine Einsicht und kümmert sich nicht um Ansichten. Das ist Corona Covid-19! Wenn wir tagtäglich hören, dass es zig-Tausende sind, die sich mit dem Virus infizieren und Millionen sich infizierten, dann sind dies Menschen - und nicht irgendwelche, kaum nennenswerten Kreaturen.

Es ärgert mich, dass keiner von denen, die gegen die Politiker und Pandemie-Besorgten wettern, auch nur ein einziges Mal allein gegen das Corona-Virus demonstriert oder rüde Attacken geritten haben. Man muss Herrn Meier aus Haag mehr als Recht geben: Kein einziger von denen, die ihr Füllhorn mit teils ätzender Kritik an den Pandemie-Maßnahmen füllten, haben ihren kleinen Finger auch nur Mikromillimeterweise gekrümmt, um diesem teils lebenszerstörenden Virus Einhalt zu gebieten! Weder ein Herr Birk, noch die Querdenker, noch sonst jene, die es besser wissen, konnten auch nur einen Hauch dazu liefern, dass der Spuk über Nacht verschwindet. Wer kritisiert, tut so, als wolle er damit zu erkennen geben, dass er die Mittel hat, epochale Besserungen zu bewirken. Und: Wo bleibt der Erfolg? .

Uwe Schmidbauer

Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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