Enorme Übertragungsverluste

Til Huber: Befriedung und ihr Preis; Kommentar 1. Februar

Es ist schon grotesk, mit welchem Aufwand der grüne Strom in die südliche Republik geleitet werden soll. Rechnet man den Ressourcenverbrauch, um diese gigantische Trasse zu erstellen, kann niemand mehr von Ökostrom reden. Auch die enormen Übertragungsverluste will und kann kaum jemand genau beziffern. Beim Hochrechnen der Verluste über Jahrzehnte kann einem nur noch schwindelig werden. Und auch die Landwirte die für dieses Projekt ihren Grund bereitsteilen sollen, wollen eine Art Maut wie Herr Huber mutmaßt. Herr Huber scheint nicht zu wissen, dass so ein Projekt eine Wertminderung darstellt, eine Bebauung ausschließt und wie hoch die Ertragseinbußen der darüberliegenden Vegetation durch den aufgeheizten Boden sein kann. Die hier „zu hinterfragende Maut“ ist mehr als legitim. Diese Kosten werden sich logischerweise auf unsere Stromrechnung massiv auswirken. Aber das sind wir ja von den jährlichen Strompreissteigerungen schon gewöhnt. Normalerweise könnte der Strom dezentral mit einem gesunden Mix aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse auch bei uns in Bayern und Baden-Württemberg vor allem preiswert erzeugt werden. Leider ist die Akzeptanz von Wind-Wasser-Speicherkraftwerken bei Bürgern, Politikern und Verbänden nicht vorhanden. Jeder will die vorgenannten Energieerzeuger, bloß nicht vor seiner Haustüre. Allein für die Kosten von 30 Milliarden Euro könnten man beispielsweise circa 5500 3 MW Windräder errichten, die umweltfreundlichen Strom ohne große Leitungsverluste erzeugen. Außerdem kostet Strom aus Binnenwindrädern nur etwa ein Drittel gegenüber Seewindrädern. Die Monstertrasse wäre überflüssig. Und die beträchtliche Strommenge die in der Trasse verpufft brauchte erst gar nicht erzeugt werden. Da aber der Strom aus der Steckdose kommt, interessiert sich ein Großteil der Bevölkerung für dieses Thema nicht.

 Franz Hofstetter Au

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