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Systemversagen

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Christian Deutschländer: Vorsicht vor der Fußangel; Kommentar 7. Januar

Beobachtungen zur CDU/CSU: Systemversagen von Volksparteien? Wie wenig Tritt die Unionsparteien gefasst haben, seit sie nach den Gesetzen der einfachsten Mathe matik vom Wähler souverän in die Oppositionsrolle verwiesen wurden, versucht Christian Deutsch-länder am Beispiel der anstehenden Wahl eines Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt aufzuzeigen: „Mangels [personeller] Alternativen“ bleibt ihnen gerade nur das Überlebensmotto von Karl Valen-tin: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn, wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Dass in dieser prekären Lage ein Andreas Scheuer über mangelndes Selbstbewusstsein der Unionsparteien spottet, schlägt dem Fass den Boden aus. Sollte er aufgrund seiner (sau-) mäßigen Bilanz in der Bundespolitik nicht eher in Sack und Asche gehen und jenen Bußgang anführen, der für eine echte Aufarbeitung des Wahldebakels vom 26.09.2021 zwingend notwendig wäre?

Es spricht für ein Systemversagen der Unionsparteien, wenn die Erststimmenbilanz der CSU gegen- über dem Ergebnis in Zweitstimmen („Parteibilanz“) positiv ausfiel, weil die Unionswähler zu ihren Stimmkreiskandidaten ihr Vertrauen ausdrückten, dem Parteimanagement und dem Kampagnentrio („csu-kreativ.de“) auch in der Wählerwanderung ihr Missfallen dokumentierten. Die CDU/CSU wird ihren Markenkern eben nicht digital retten, sondern nur „Näher am Menschen“, den Problemen, die dem Bürger unter den Nägeln brennen.

Damit sind wir bei den volatilen Umfragewerten - ein Jahr vor den Landtagswahlen in Bayern, wo nach aktuellem Zahlenbild eine Unionsmehrheit in weiter Ferne und in Bayern eine Mehrheit für die bürgerlich-konservative Konstellation aus CSU und FW nicht in Sicht ist, während eine „Vierer- Koalition“ aus bisherigen Oppositionsparteien nach dem Einmaleins der Wahlkampfstrategen denk- bar ist. Unterstützt von Initiativen in sozialen Medien und einer oppositionsnahen Presselandschaft steht für die „todesmutigen“ CSU-Vordenker ein Menetekel an der Wand: „We have ways to make you leave!“ - eine Strategie, die schon wiederholt in Großbritannien funktioniert hat. Nur Selbst(er)kenntnis führt zu klaren Ansichten und einer zwingend notwendigen Kursbestimmung, um in den an stehenden Landtagswahlen eine Leuchtturmfunktion zu gewinnen.

Willi Eisele

Wolfratshausen

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