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Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft - Münchner filmt Unglück hier im Video

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Trümmerfrauen – nicht alle waren Nazis

Georg Anastasiadis: „Selbstgerecht“; Kommentar 17. Dezember, Felix Müller: „Trümmer- frauen-Denkmal verhüllt“; München 6. Dezember, sowie zahlreiche Leserbriefe der letzten Tage

Unser Nachbarhaus, Geroltstraße 2, hatte einen Bombenvolltreffer erlitten. Ich kann mich als Kind gut erinnern, wie meine Mutter mit Kopftuch, Kleiderschürze und bloßen Händen Ziegelsteine aus dem Trümmerhaufen holte und mit einem Maurerhammer den Putz abklopfte. Rund 30 Frauen aus den benachbarten Häusern waren mit dabei. Die Ziegelsteine wurden im Hof fein säuberlich bis zur Wiederverwendung aufgeschichtet. In unserem „roten Viertel“ waren gewiss keine NS-Belasteten dabei oder gar Zwangsverpflichtete. Es war ein Akt der Nachbarschaftshilfe in unserer Wohnungsgenossenschaft und damit ein enormer Beitrag, die Wohnungsnot etwas zu lindern. So war es überall auf der Schwanthalerhöhe, wohl auch in ganz München. Es ist ein Jammer, dass angebliche Historiker behaupten, die Trümmer seien fast nur von NS-Belasteten beseitigt worden. Die sogenannte „schweigende Mehrheit“ findet halt wie überall kaum in den Archiven Niederschlag. In Anbetracht dieser hohen Zahl von Frauen grenzt die spektakuläre (die Medien waren wohl umfassend informiert worden) Denkmalverhüllung an Unverschämtheit. Wie weit Herrn Dürrs Demokratieverständnis reicht, zeigt seine Aussage, Eisner hätte die Demokratie nach Bayern gebracht. Eisner wurde nie nach demokratischen Grundregeln (Wahl ist geheim, gleich, allgemein, unmittelbar) von selbsternannten Räten zum Vorsitzenden gewählt. Nur nebenbei: Es ist dann auch eine Verspottung der Demokratie, Eisner als 1. Ministerpräsidenten Bayerns zu bezeichnen.

 Günter Staudter Unterhaching

Beigefügt erhalten Sie ein Foto, das ich im letzten Jahr im Luftfahrtmuseum auf der Wright-Patterson Air Force Base in Dayton gemacht habe. Das „National Museum of the United States Air Force“ ist das größte Museum dieser Art (über 60 000 m² Ausstellungfläche). Das Foto zeigt eine Darstellung der deutschen Trümmerfrauen („women of the rubble“) in der dortigen Ausstellung zur Luftbrücke 1945. Die Amerikaner haben eine andere (vor allem entspanntere) Einstellung als manche in der aktuellen Trümmerfrauen-Diskussion in Deutschland. Im Ausland wird die damalige Leistung ganz selbstverständlich gewürdigt und anerkannt (wie ja auch von den meisten Deutschen hierzulande).

Dr. Wolfgang Roth Olching

Zum Zynismus der Frau Katharina Schulze und des Herrn Sepp Dürr kann man nur mit den Worten des früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer antworten: Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. Ich hoffe, die beiden haben die Leser-Meinungen wahrgenommen.

Harry Seidel Lenggries

Die meisten Leser haben mir aus der Seele gesprochen. Ich möchte hier noch bemerken: Meine Mutter (Jahrgang 1910) ist aus ihrem Haus vertrieben, und von Polen verhaftet worden, ohne zu wissen, was mit ihren beiden Kindern geschehen würde. Sie wurde gezwungen 4 Monate lang, nach täglicher Prügelei von morgens bis abends Trümmer und Schutt zu räumen. Sie hat ihr ganzes weiteres Leben an den Folgen dieser Misshandlungen gelitten. Ihr Grünen glaubt nicht, dass für meine Mutter und die vielen anderen Frauen, die gearbeitet und gelitten haben ein Denkmal gesetzt werden sollte? Wenn die Frauen von damals nicht die Arbeit beim Wiederaufbau geleistet hätten, dann wäre Deutschland nicht so schnell wieder das Land geworden, was es heute ist. Es sollte auch gleich sein in welchen Städten die Arbeit verrichtet wurde, denn die Frauen haben überall gelitten und viel leisten müssen. Wie kann jemand so verblendet sein, die Leistung von Frauen der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht anzuerkennen. Lasst bitte die Toten in Frieden ruhen und kümmert Euch darum, dass unsere Senioren eine vernünftige Rente bekommen!

 Wolfgang Hans Ludwig Tietböhl Oberammergau

Es ist unfassbar, was sich Herr Sepp Dürr und Frau Katharina Schulze, mit Verhüllung des Denkmals für die Trümmerfrauen erlaubt haben und diese Frauen alle noch als Nazis zu bezeichnen, schlägt dem Fass den Boden aus! Dann sind in den Augen von Herrn Dürr wohl auch alle Soldaten, die im 2. Weltkrieg geblieben sind, zu Recht gefallen, da sie alle Nazis waren? Ich wohne erst seit 44 Jahren in Bayern. Ich bin Rheinländerin und komme aus dem Raum Düsseldorf. Bei Kriegsausbruch war ich zehn Jahre alt, also bestimmt noch kein Nazi. Meine Kindheit habe ich unter Bombenhagel im Luftschutzkeller verbracht. An meiner elterlichen Wohnung hatten wir 3x massive Bombenschäden, was bedeutete, dass ich auch als Kind helfen musste, diese Trümmer zu beseitigen und den Wohnbereich wieder einigermaßen bewohnbar zu machen. Am 6. Mai 1945, zwei Tage vor Kriegsende, war ich am Vormittag mit meiner 6-jährigen Nichte unterwegs zu ihrer Mutter, da musste ich mich mit dem Kind und noch einer älteren Frau, etwa Anfang 70 Jahre in die Gosse schmeißen, da wir von englischen Tieffliegern beschossen wurden. Wir konnten damals nirgendwohin flüchten. Churchill, der größte Deutschenhasser, hat während des Krieges gesagt: „Die Deutschen hören total ausgerottet.“ Wenn die Generation der Trümmerfrauen und die damals älteren Männer, die im 1. Weltkrieg Soldaten waren und beim Volkssturm dienen mussten, nicht gewesen wären, wäre Deutschland längst von der Landkarte gestrichen und die nachfolgenden Generationen hätten in dem jetzt so schönen Land kein so gutes Leben, wie sie es haben. So Leute wie Herr Dürr, mit dieser infamen Beleidigung, wollen bei uns in der Regierung das Sagen haben. Pfui Teufel! Herr Dürr sollte mit seinen Genossen wie Frau Roth, Herr Trittin mal für eine Woche nach Syrien gehen, damit er überhaupt weiß, was Krieg heißt.

Anneliese Drooff Großweil

Vor einigen Jahren haben Rentner immer wieder ihre Unzufriedenheit mit dem Argument unterstrichen: Gerade wir, die Deutschland wieder aufgebaut haben, werden nun mit erbärmlichen Renten abgespeist! Daraufhin habe ich mir erlaubt, in einem Leserbrief in der tz diese Nachkriegsleistung lobend anzuerkennen aber bescheiden nachzufragen, wer denn letztendlich dafür gesorgt hat, dass Deutschland wieder aufgebaut werden musste. Dafür durfte ich mir dann am Telefon einige Höflichkeiten anhören. Angesichts der etwas aufgebauschten Denkmal-Angelegenheit frage ich mich nun: Wer stellt eigentlich den Menschen ein Denkmal hin, die nach Überschwemmungen, Taifunen, Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen weltweit mit bloßen Händen Wiederaufbau-Arbeit leisten? Obwohl ich bei den Grünen allenfalls Herrn Ströbele größeren Respekt zolle, ist deren Reaktion auf das Trümmerfrauen-Denkmal weniger Selbstgerechtigkeit sondern eher Selbstverpflichtung. Schließlich ist diese Partei ja aus der 68er-Bewegung hervorgegangen. In punkto konsequenter Haltung könnten sich die neuen Koalitionsparteien durchaus eine Scheibe abschneiden. Auch die CSU hatte ihre Gründe, wenn sie sie das Denkmal unterstützte. Also gönnen Sie doch den Grünen ihr Aufbegehren, gerade jetzt, wo deren oppositionelles Gewicht auf kümmerliche Maße geschmolzen ist!

Gerd Liebchen München

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