Erfreuliche Entwicklung

Teresa Tropf: Historischer Besuch bei Sudetendeutschen; Politik 17. Mai

Sudetendeutscher Tag in Nürnberg, es war ein Fest mit fast nur positiven Aspekten. Aber nur fast, denn unser Ministerpräsident hat seinen Auftritt als Schirmherr des vierten bayerischen Stammes dazu missbraucht, wieder einmal die aktuelle Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin zu verteufeln. Sie vertritt vielen Widerständen zum Trotz christliches Handeln und folgt unbeirrt der Aufforderung von Kardinal Marx in der Pfingstpredigt „Türen zu öffnen statt Mauern zu bauen“. Dagegen will der Vorsitzende der bayerischen Regierungspartei, die „Christlich“ als erstes Wort in ihrem Namen führt, mit Hilfe bayerischer Polizei die Grenze am Brenner dicht machen helfen. Schade, dass ihm als Kind – so wie mir – Flucht und Vertreibung ohne Eltern und in ständiger Lebensgefahr erspart geblieben ist; er hätte daraus andere Lehren ziehen können. Nämlich die, dass Kon­tin­gen­tie­rung von Menschlichkeit christlichem Handeln widerspricht. Erfreulich, und hoffentlich nicht nur auf derzeitiger Regierungsebene wirkend, ist die Entwicklung der deutsch-tschechischen Beziehungen. Leider steht die Mehrheit der tschechischen Bevölkerung noch immer unter dem Einfluss des gegenwärtigen und vorherigen Präsidenten, die uns Deutschen sehr distanziert gegenüberstehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass man sich – über 70 Jahre nach dem Geschehen – immer noch nicht offiziell von der Aufforderung des damaligen Präsidenten Benesch distanziert hat: „Die Deutschen des Landes sind vogelfrei. Ihr sollt sie töten, ihr Besitztum gehört euch, verjagt sie über die Grenzen des Landes! Wer einen Deutschen tötet oder foltert, wer ihn seiner Habe beraubt, der begeht eine gute Tat, denn die Deutschen sind unsere Feinde.“ Wir haben den Wandel vollzogen. Jetzt wären die Nachbarn am Zug zuzugeben, dass die Folgen Morde waren, die ungesühnt geblieben sind, weil sie der Anstifter der Mörder straffrei gestellt hat.

 Hubert Müller Ohlstadt

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