Auf Kosten der Amateure

Uli Kellner: Schluss mit der Nadelstichpolitik; Sport 18. April

Es ist für diesen Verein symptomatisch, dass trotz bester Leistung der Bierofka-Mannschaft sofort wieder gezündelt, alles in Frage gestellt, besserwisserisch agiert wird und der Präsident wie alle seine Vorgänger vom Hof gejagt werden soll. Ich erlaube mir diese Aussage aus Erfahrung meiner 40-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit in diesem Verein. Viele Präsidien haben in diesen 40 Jahren (wissentlich oder naiv) kolossale Fehler begangen, haben Abstiege produziert, den Entzug der Gemeinnützigkeit und den erzwungenen Verkauf von Liegenschaften zu ungunsten des e.V. verursacht. Und immer waren der professionelle Fußball und dessen Management hauptverantwortlich beteiligt. So musste in den 1980er-Jahren die Sporthalle, das Eigentum der Amateurabteilungen, an der Auenstraße wegen maßloser Überschuldung der Fußballabteilung für 10 Mill. DM verkauft werden, so hat Präsident Wildmoser 2,4 Mill. Euro (Ansparsumme der Amateurabteilungen für eine neue Sporthalle) mit der Mehrheit der Fußballdelegierten in seiner Amtszeit für den Bau des Fußball-Jugendleistungszentrums verwendet. Gelackmeierte waren immer die Amateurabteilungen! In das größte Fiasko des Vereins stürzte nach mehr als 60 Millionen Euro Fehlinvestitionen nun im letzten Jahr der aktuelle Hauptgesellschafter den Verein durch den Zwangsabstieg der Profimannschaft in die 4. Fußballliga. Die vorausgesagten Vereinsaustritte haben sich nicht bestätigt, im Gegenteil: Es gab nach dem Abstieg rund 3000 Neuaufnahmen - dies in erster Linie wegen der soliden und transparenten Politik des aktuellen Präsidiums. Warum sollte sich der Verein weiter Gelder von Ismaik leihen, die im Falle einer Fälligkeitsstellung nicht nur zur totalen Auslöschung der KGaA, sondern auch des Vereins e.V. führen würden? Profifußball in den höchsten Klassen - warum nicht gleich in der Champions League - und zwar so schnell wie möglich, ist nun die Forderung des „Team Profifussball“! Also weiter so, wie in der Vergangenheit! Niemand hätte etwas gegen dieses Engagement, wenn sich nicht diese selbsternannte Opposition als Verwaltungsräte des e.V. wählen lassen würden. Die Aufgaben der Verwaltungsräte des e.V. sind nur zum Teil mit der KGaA befasst, in erster Linie jedoch mit der Aufsicht/der Gestaltung des Vereins e.V. Dass die Amateurabteilungen mit rund 3000 Mitgliedern die Nase gestrichen voll haben von den Kapriolen des bezahlten Fußballs der letzten Jahre, damit auch von der Intension dieser Opposition, wird jedes vernünftige Vereinsmitglied, sicherlich auch die Mitgliederversammlung im Juli, nachvollziehen können. 

Karl Rauh Neufarn

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