Erdogan hat Sinn für die Realität verloren

Erdogan: „Das oberste Ziel ist der 16. April“; Politik, Stimmen zur Türkei; Leserbriefe 15. März

Wie ist das doch mit dem Glashaus und den Steinen? Wenn sich jemand wie ein Hitler aufführt (Ermächtigungsgesetz, Wegsperren aller Oppositioneller, Unterdrückung von Meinungs- und Pressefreiheit, tägliche Volksreden usw.) dann sollte er nicht andere als Nazis oder Faschisten bezeichnen. Herr Erdogan sollte berücksichtigen, dass Deutschland und Europa keine türkische Provinzen sind. Wahlreden in anderen Ländern widersprechen dem Völkerrecht. 

Hubertus Streve Starnberg

Ich kann die ganzen Diskussionen über die Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland nicht nachvollziehen. 1. Das türkische Wahlgesetz verbietet ausdrücklich Auftritte türkischer Politiker und Offizieller zu Wahlkampfzwecken im Ausland. 2. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland gibt gemäß Artikel 8 ausdrücklich nur Deutschen das Recht auf Versammlungsfreiheit. 3. Der Vorschlag von Herrn Hilleprandt doch der Türkei Sendezeiten in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsendern einzuräumen, ist, auch wenn dies spät am Abend sein sollte, unnötig und nicht zu tolerieren. Bereits seit vielen Jahren ist es unseren türkischen Mitbürgen jederzeit möglich, türkische Sender über Satellit frei zu empfangen. Aus den oben genannten Gründen sollte daher unsere Regierung deutlich kommunizieren und der Regierung in Ankara klarmachen, dass derartige Handlungen nicht dem in Deutschland und Europa gepflegtem Umgang zwischen den Staaten entspricht. Dies ohne Rücksicht auf bestehende Abkommen. Nicht wir sind abhängig, sondern die Türkei ist abhängig von Deutschland und Europa. Dann muss aber auch Schluss sein mit der leidigen Diskussion, den diese wertet diese Angelegenheit nur auf. 

Roland Riedel Odelzhausen 

Liebe türkische Mitbürger, sie sollen am 16. April also darüber abstimmen, ob durch eine Verfassungsänderung der türkische Präsident mehr Macht zugesprochen erhält. Herr Erdogan war sicher einmal ein guter Politiker, der als Ministerpräsident die Türkei vorangebracht und Ihnen eine neue Ehre vermittelt hat. Nun aber ist er krank geworden. Die Macht als Präsident ist ihm zu Kopf gestiegen und er hat den Sinn für die Realität verloren. Darum empfehle ich Ihnen, nicht für die Reform zu stimmen. Damit würden Sie beweisen, dass die türkische Demokratie tatsächlich stark ist. Sie braucht keinen sogenannten starken Mann, der die türkischen Bürger in Wahrheit zu Dienern seines Größenwahns machen wird. 

Karodin Tarien München

Durch unsere liberale Gesellschaft ist dies nun ohne großem Aufwand möglich. Seit 1453 versucht der Islam, in Europa Fuß zu fassen – nachlesbar in jedem Geschichtsbuch. Herr Erdogan geht den leichten Weg und beschimpft die Europäer als Nazi, und wir machen das, was wir am besten können, und kuschen, anstatt der türkischen Regierung die Schranken aufzuweisen.

 Michael Fischer Grafrath

Unser Rechtsstaat ein Kasperl, scheint nahezu machtlos und handlungsunfähig zu sein, lässt sich beschimpfen mit Nazi usw. und dirigieren und erpressen (Flüchtlingspakt) vom Sultan am Bosporus. Wer meint, nach einer gewonnen Wahl wäre Schluss: Es kommen weitere Forderungen/Erpressungen. Die Holländer haben sich nicht austricksen lassen und haben die Ministerin, die über Bonn mit dem Auto trotz Verbot einreisen wollte, wieder an die Grenze begleitet. Die Wähler, die hier in Europa sind, werden erst nach und nach erkennen was sie gewählt haben, zum Nachteil ihrer Mitbürger im Heimatland. Ein paar Daten: über 16 % Arbeitslose im Land, Urlaubsbuchung-Rückgang um 60 %, Wertverlust der türkischen Lira um circa 6 %. 

Erich Müller Peiting

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Debatte um Sexualdelikte
Claudia Möllers:Das Unbehagen wächst;Kommentar 21. September,Sophia Heyland:Aufsichtsbehörde in derKritik; Bayern 19. September
Debatte um Sexualdelikte

Kommentare