Warum ist der Islam so anfällig?

Christiane Jacke: „Schützen Daten vor Terror?“; Politik, Stefan Sessler: „Die Jagd ist zu Ende“; Im Blickpunkt 10./11. Januar, „Den Islamismus mit dem Islam bekämpfen“; Interview mit Aiman Mazyek 9. Januar

Warum lassen sich Religionen so leicht missbrauchen? Warum enthalten die Bibel, der Talmud und der Koran beinahe beliebig auslegbare, von Menschen ergänzte, abgeänderte und sich teilweise widersprechende Aussagen? Kann man nicht von einem von Gott selbst offenbarten „Wort Gottes“ erwarten, dass die offenbarten Gesetze und Normen vollkommen und perfekt aufeinander abgestimmt sein müssten? Deuten die vorhandenen Glaubensschriften nicht darauf hin, dass der Mensch selbst am meisten am Zustandekommen dieser Schriften beteiligt war? Tragen die Menschen und Institutionen, die diese Glaubensschriften als Basis für den jeweiligen Glauben vereinnahmen, damit nicht Mitverantwortung für den Inhalt der Schriften? Sollte sich nicht der Mensch endlich seiner Verantwortung stellen?
Dr. med. Max Hailmann
Egling


Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 begann der Rachefeldzug der Amerikaner gegen das Terrornetzwerk El Kaida. Inzwischen toppt der Islamische Staat die Grausamkeiten der El Kaida. Deutsche und europäische Unterstützer schließen sich diesem Kampf an und verbreiten Angst und Schrecken. Diverse Terroranschläge in Europa, jüngst gerade in Frankreich, zeigen, dass die Ängste der Bevölkerung ernst genommen werden sollten. Kein vernünftiger Mensch jeglicher Kultur und Religion tötet normalerweise für seinen Gott oder in seinem Namen und erhofft sich dafür noch eine Belohnung im Jenseits!
Peter Mühlberger
München


Nun wäre es an der Zeit, dass die vielen friedliebenden und gesetzestreuen Muslime endlich glaubhaft ihre Stimmen erheben gegen die Brandstifter in den eigenen Reihen. Doch wenn man Herrn Mazyek, den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, hört, dann ist da nicht viel Hoffnung. Er und sein Verband hätten schon längst eindeutig Stellung gegen die Fanatiker beziehen müssen, anstatt immer unterschwellig den Deutschen eine Mitschuld an der Misere zu geben.
Thomas Münch
München


Auch wenn ich der Einzige weltweit sein sollte, ich bin nicht Charlie. Ich wäre eher eines der Opfer in Gaza oder eines der massakrierten in Nigeria. Aber die haben alle keinen Namen. Mit Menschen, deren Lebensleistung darin besteht, andere zu beleidigen und zu verhöhnen, möchte ich nichts zu tun haben. Alfons König
Erding


Was haben uns die Terrorakte von Paris gezeigt? Sie haben uns gezeigt, dass es Zeit ist, die Samthandschuhe im Umgang mit radikalen Islamisten und insbesondere Salafisten abzulegen. Es darf nicht toleriert werden, dass diese Leute unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit kriminelle Machenschaften treiben. Konsequente Überwachung, sofortiges Eingreifen beim Aufruf zu strafbaren Handlungen, Einreiseverbot für Rückkehrer aus Terrorcamps sind jetzt zwingend erforderlich. Es muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen diese Leute vorgegangen werden. Zum Schutz der Bevölkerung und zum Schutz der vielen anständigen Muslime, damit diese nicht mit Kriminellen in einen Topf geworfen werden. Alexander Tilly
Penzberg


Was sollen wir tun, damit ihr uns vertraut? Diese Frage stellten die Mannheimer Muslime nach den Terroranschlägen von Paris. Einige führende Imame haben die Anschläge im Namen Allahs klar verurteilt. Aber tun das alle? Was Muslime tun können, ist konsequent und dauerhaft in der Ablehnung dieser Mordaktionen im Namen Allahs nun nicht mehr müde zu werden! In den Moscheen muss das geschehen. Hier ist eine großartige Religion wirklich gefordert. Das können sie tun, nicht nur jetzt!
Peter Stefan
Forstinning


Wir brauchen die Vorratsdatenspeicherung – über die Notwendigkeit dieser Maßnahme wurde alles gesagt. Ihre linksideologische parteipolitische und gemeingefährliche Dummheit wird der SPD bald vor die Füße fallen. Das ist Deutschland; selbst in der Not hält man nicht zusammen. Je suis Charlie! Hans Sandner Ampfing Nahezu alle Attentate in den letzten Jahren wie in Paris, London, Djerba, Madrid, Bali oder New York wurden von Muslimen begangen. Unbestritten verurteilen viele Muslime diese Taten. Aber die Frage, warum gerade die islamische Welt so anfällig für Terrorismus und Extremismus ist, muss erlaubt sein. Je mehr ehrliche Transparenz es gibt, desto besser kann zumindest langfristig dem Extremismus der Boden entzogen werden. Auf dieser Basis der Ehrlichkeit wäre ein Aufstand der anständigen Muslime überfällig, der sich nicht nur in Bedauern und dem Hinweis auf „Das hat mit dem Islam nichts zu tun“ niederschlägt. Vielmehr wäre es für das friedliche Zusammenleben in Europa wünschenswert, wenn Muslime in wesentlich aktiverer Form die Werte dieser Gesellschaft selbst verteidigen.
Josef Sporer
Seeshaupt


Es sind schwere Stunden, welche die französische Hauptstadt durchleben muss. Eine Tragödie, die sich tagtäglich abspielt, weltweit. Dieser feige Anschlag in Paris aber war anders. Die ganze Welt war mit Live-Bildern auf Youtube und den Medien dabei, als man die Pressefreiheit in einem barbarischen Akt mundtot machen wollte. Die Weltöffentlichkeit ist geschockt und verunsichert. Das war von den Terroristen perfide so geplant, wie auch ihr Ende im Kugelhagel der Polizei. Die Institution Politik aber reagiert wie immer nach solchen Anschlägen. Die bestehenden Gesetze verschärfen, die Überwachung ausweiten, die Sicherheit erhöhen... Die absolute Sicherheit kann es aber nicht geben. Es ist nicht die Stunde der Ausgrenzer, Diffamierer und Verleumder – im Gegenteil. Wir sind eine wehrhafte Demokratie, und wir haben auch die nötigen demokratischen Mittel und Gesetze zu unserer Verteidigung. Eine Politik aber muss sich fragen lassen, ob solches Tun kompatibel ist mit den Umbrüchen in unserer Gesellschaft, wo berechtigte Sorgen und Ängste vorherrschen, alleingelassen zu werden. Die „Spaziergänger“ von Pegida in Dresden sollten sich aber fragen, ob sie hinter solch dummen Sprüchen wie „Lügenpresse halt die Fresse“ noch mitspazieren sollten, mit oder ohne schwarze Armbinden. Solidarität mit den Opfern sieht anders aus.
Horst Bergmann
Oberhaching


Schade, dass man die Verteter der hiesigen Islamgemeinden nicht nach ihrer Meinung über die französischen Karikaturen gefragt hat.
Dr. Volker Helwing
Odelzhausen


Dass die Attentäter von Paris, die gezielt Menschen umgebracht haben, weil die ihre demokratischen Grundrechte, nämlich Meinungs- und Pressefreiheit, wahrgenommen haben, ausgerechnet in einer Druckerei Zuflucht gesucht haben und vor dieser Druckerei erschossen worden sind, ist eine Ironie der Geschichte. Das wäre wohl nicht einmal den Satirikern von Charlie Hebdo eingefallen.
Christoph Hütt
Unterhaching

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