Ein soziales Jahr

Christian Deutschländer: Ein Fehler – irreparabel; Kommentar 1. März

Herzlichen Dank für Ihren bemerkenswerten Kommentar: Sehnsucht nach der Wehrpflicht  - ein Fehler – irreparabel. Meine Überlegungen dazu: Sollte nicht überhaupt wieder einmal mehr über ein allgemeines soziales Jahr bzw. die Wehrpflicht für beiderlei Geschlechter nachgedacht werden? Bei gestiegener Lebenserwartung wäre ein Jahr Arbeit in der Solidargemeinschaft doch zu verkraften. Das könnte vielleicht bei einigen Leuten zur Berufsfindung beitragen und einen anderen Blick auf die Solidargemeinschaft begründen. 

Maria Giglinger Ebersberg

Mich wundert Ihr Kommentar zur Rückkehr der Wehrpflicht schon sehr. Ich musste 15 sinnlose Monate in den 80ern als Wehrpflichtiger abdienen und kann als Resümee nur sagen: Die Abschaffung der Wehrpflicht war mit die beste Entscheidung der Politik. Ist es sinnvoll, einen jungen Menschen aus seinem Berufsleben zu reißen und für ein paar Euro Wehrsold zu einer Ausbildung zu zwingen, die er nicht will? Verständlich, dass die Motivation und Begeisterung der Wehrpflichtigen gering ausfällt. Und welche Konsequenzen sollte es für Uninteressierte geben? Karriere wollen die meisten Wehrpflichtigen bei der Bundeswehr nicht machen und wenn sie eine Ausbildung nicht verstehen und beherrschen (wollen), was dann? Eine Entlassung wäre das Schönste, was den Wehrpflichtigen passieren könnte. Zudem können Sie Wehrpflichtige nicht auf Auslandseinsätze schicken, also was soll das Ganze? Hier entstehen folglich hohe Ausbildungskosten für Menschen, die keinerlei Interesse an der Ausbildung haben, also sinnlos vergeudetes Geld, sowie Zeit und Arbeit. Sind diese Ressourcen nicht sinnvoller in freiwillige engagierte Helfer, zum Beispiel Freiwillige Feuerwehren, THW, Rettungsdienste oder auch in Berufssoldaten investiert? Warum wird die Kasernierung bei Flüchtlingen zurecht als unmenschlich angeprangert, bei Wehrpflichten diese Lebensbedingungen jedoch akzeptiert? Ich musste in einem 8-Mann-Zimmer wohnen, für circa 400 DM damals. Einschränkungen von Grundrechten wie Freiheitsberaubung, freie Wahl der Berufsausübung oder freie Wohnortwahl usw. inklusive. Und wie soll die Gleichberechtigung umgesetzt werden? Müssen folglich auch alle jungen Frauen zur Bundeswehr? Bitte lassen sie es so, wie es ist, die meisten namhaften Nationen haben aus gutem Grund keine Wehrpflicht. 

Markus Kramer Markt Schwaben

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