Leserforum

Weitere Stimmen zum Impfen

Angst ist kein guter Ratgeber; Leserforum 31. Juli/1. August, CSU legt Aiwanger Rückzug nahe; Titelseite, Impfgegner aus Angst vor dem Pieks?; Leserforum 3. August, Georg Anastasiadis: Söder in Angriffsmodus; Kommentar, Zum Thema Impfen; Leserbrief 4. August

Verständnis für beide Seiten: Gleiches muss gleich behandelt werden. Verschiedenes kann verschieden behandelt werden. Geimpfte (beziehungsweise Impfwillige) und Ungeimpfte (beziehungsweise Impfverweigerer) sind nicht gleich, also können sie auch verschieden behandelt werden seitens des Gesetzgebers. Wer sich impfen lässt, der schützt zunächst einmal sich selbst, aber auch andere, da er weit weniger ansteckend ist im Falle einer Infektion. Und er nützt auch der Allgemeinheit, da Geimpfte wesentlich seltener schwere Verläufe haben und damit die Intensivstationen nicht so stark belasten. Daher ist eine unterschiedliche Behandlung ein Kann, aber kein Muss. Insofern habe ich Verständnis für beide Seiten. Wenn aber ein Wirtschaftsminister nicht mit gutem Beispiel vorangeht, obwohl die Corona Pandemie der Wirtschaft extrem schadet, dafür habe ich kein Verständnis.

Hermann Diehl

München

Herr Aiwanger ist über 18 Jahre alt, daher kann er frei über sein Leben und seinen Körper verfügen. Er darf sich selbstverständlich nicht impfen lassen, er darf sich auch im Gesicht tätowieren lassen, er darf am Bungee-Seil in die Tiefe springen, täglich eine Packung Zigaretten rauchen oder auf der Autobahn mit dem Motorrad 200 km/h fahren. In unserer Gesellschaft sind nur wenige Selbstschädigungen verboten wie Drogenkonsum oder Doping. Das Bundesverfassungsgericht hat sogar unlängst den Selbstmord von Gesunden erlaubt, was ich für absolut falsch halte. Aber mein Recht ist es, mir eine subjektive Meinung über Herrn Aiwanger zu bilden. Er hat anscheinend eine für die heutige Zeit unzureichende Medienkompetenz und kann aus der Kakofonie der Medien nicht das Richtige und Wichtige herausfiltern. Ich meine, dass es für den normal intelligenten Bürger leicht erkennbar ist, dass die Impfung mit mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19 eine ungeheure relative Vorteilhaftigkeit besitzt. Daran gibt es keinen vernünftigen Zweifel. Es ist sogar umgekehrt, wer sich nicht um eine Impfung bemüht, nimmt freiwillig an einer Art russischem Roulette teil. Ich bin von den analytischen intellektuellen Fähigkeiten von Herrn Aiwanger total enttäuscht, sogar in der Disziplin Bauernschläue versagt er.

Josef Bernard

München


Es ist eigentlich unter der Würde eines Ministerpräsidenten seinen Vize in der Öffentlichkeit derart zu diskriminieren. Es erinnert stark an Mobbing, um ihn loszuwerden. Ich hoffe nur, dass Herr Aiwanger diesen Druck standhält und er in seiner gradlinigen Art weitermacht.

Marita Schippert

Dachau

Bei der Schlagzeile auf der Seite 1 kann man sich als klar denkender Bürger nur noch wundern. Da legt doch tatsächlich die CSU Herrn Aiwanger, wegen selbstständigen Denkens, den Rücktritt nahe.

Wenn die CSU nur noch einen kleinen Funken Anstand besitzen würde, dann wäre die richtige Adresse für einen Rücktritt der Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident. Wer öffentlich der Ständigen Impfkommission (Stiko) unterstellt, sie seien Amateure, weil sie sich nicht, wie von Söder angeordnet, für eine Impfung der Kinder aussprechen. Herr Söder hat absolut keine Ahnung von Medizin, geschweige denn von der Arbeit der Stiko, erdreistet sich aber, mit einer Arroganz die ihresgleichen sucht, das Fachwissen von Ärzten und Professoren infrage zu stellen.

Herr Söder, der selbst ernannte Corona-Sheriff, ist nicht das erste Mal weit über das Ziel hinausgeschossen und inzwischen eine Schande für die CSU und Bayern.

Kurt Gallist

Oberammergau

Hallo, Frau Wilke aus Wolfratshausen und Herr Gallist aus Oberammergau. Interessant, dass sie ihr Ego und ihre Selbstverliebtheit in Ihren Körper und Geist, in einem Leserbrief veröffentlichen. Haben sie dabei auch an ihre Familie, Freunde einfach an alle Mitmenschen, von Kleinkindern bis hin zu den Greisen gedacht, die durch ihre perfide Eigensucht eventuell durch sie angesteckt werden, schwer erkranken oder gar sterben. Ihre Impfverweigerung kann auch in Bezug auf obig genannte als vorsätzliche Körperverletzung bis hin zur aktiven „Sterbehilfe“ gesehen werden. Darum plädiere ich für strikte Impfpflicht für alle in Deutschland lebenden Erwachsenen ab 18 Jahren, soweit dies aus medizinischen Gründen möglich ist. Nur dann können Kinder ohne Maske wieder die Schulen und Kindergärten besuchen, das gesellschaftliche Leben und die wirtschaftliche Situation werden sich wieder normalisieren. Der ganze, jetzige Regelwahnsinn und die Gesellschaftsklassifizierung haben dann ein Ende.

Ganz sicher, im Gegensatz zu Ihnen, weiß ich als im März 2020 schwer am Coronavirus erkrankter, dann genesener und zwei Mal mit Moderna geimpfter 73-Jähriger, von was ich hier schreibe. Übrigens, Herr Hubert Aiwanger sollte so bald wie möglich nach Niederbayern zurückkehren. Dort kann er, wie sie seinem Ego und seine Ignoranz dem Mitmenschen gegenüber, huldigen.

Sebastian Höcherl

Bruck

Warum stellt sich unser Staatsminister Herr Hubert Aiwanger gegen unseren Ministerpräsidenten Herrn Dr. Markus Söder, nur weil er, bezüglich dessen Vorgehensweise in Sachen der Impfung zum Coronavirus eine andere Meinung vertritt? Ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, dass sich jeder die Frage stellen darf, wie er in dieser Situation mit seinem Körper umgeht bzw. was der Einzelne seinem Körper zumuten kann? Das bleibt doch Gott sei Dank noch jedem selbst überlassen. Wir haben ja noch keine Impfpflicht!. Das sollte auch bitte auf jeden Fall so bleiben.

Doris Fichtner

Fischbachau

Wenn von Vorbildfunktion gesprochen wird im Streit zwischen Söder und Aiwanger bezüglich der aktuellen Diskussion um die Impfpflicht frage ich mich: Sollte es nicht für jeden Menschen eine eigene, ganz persönliche Entscheidung bleiben in dieser sehr persönlichen, gesundheitlichen Angelegenheit? Wollen wir irgendwann erwarten und fordern, dass die neue elektronische Gesundheitskarte zum Internetauftritt gehört für PolitikerInnen und jedem/jeder öffentlichen Person? Es ist jedoch besser, es für sich zu behalten. Wir Bürgerinnen und Bürger wollen zum Beispiel auch nicht wissen, welche Sexualpraktiken wer pflegt, vorausgesetzt es liegt kein Voyeurismus zugrunde, welcher jedoch leider in der westlichen Gesellschaft eine zunehmend größere Rolle spielt, nicht zuletzt in den dunklen Internetforen der Kinderpornografie.

Über die Streitereien hinaus müsste dann auch diskutiert werden, ob sich die sogenannten christlichen politischen Vorbilder adäquat um ihre unehelichen Kinder kümmern beziehungsweise früher gekümmert haben.

Doch ich finde es wichtiger, dass die finanziellen Betrugsmanöver bezüglich der Maskenaffären auf den Tisch gelegt und vor Gericht verhandelt werden, denn da geht es um Millionen.

Gudrun Charlotte Koser

München

Wie Söder (s)einen Minister entfernen kann. In den USA würde Söder sagen: You are fired! Da Herr Aiwanger in seiner Geisteshaltung und in der niederbayerischen Rhetorik kleingeistige Entwicklung zuzuordnen ist, sollte Söder als Vorgesetzter und Bayernchef reagieren!

Er kann es als Dienstherr im Sinne des Arbeitsrechts, wo er das Weisungs- und Direktionsrecht des Arbeitgebers (also Vorgesetzter) gibt, durchsetzen.

Als stellvertretender Ministerpräsident und auch als Wirtschaftsminister ist er in der bayerischen Regierung nicht mehr haltbar. In der bayerischen Verfassung ist es auch möglich, Mitarbeiter loszuwerden, wenn vertrauensvolles Zusammenarbeiten unmöglich geworden ist.

Und der Landtag ist auch soweit belastet. Sein Bild nach außen ist für viele Bürger entsetzlich. Blockierung von Impfungen, mangelhafte Erledigung seiner Aufgaben, und Außendarstellung mit zweifelhafter Wirkung ist das Fazit seines Daseins. Auch hat er zum Wohle des Volkes und bayerischen Staates einen Eid geleistet.

Lieber ein Schrecken mit Ende und baldige Entfernung aus der bayerischen Politik sollte das Ziel sein. Das ist gewiss eine gute Entscheidung für die bayerische Regierungsmannschaft.

Wolfgang Luksch

Schliersee

Wer sich impfen lässt, bekommt Freiheit zurück, heißt es. Oder kürzer ausgedrückt: Impfen macht frei. Irgendwie kommt mir dieser Satz bekannt vor. Da muss man bloß ein Wort auswechseln. Tragisch, dass dieser Slogan schon wieder als Zuchtmittel für Unfolgsame in die Wirklichkeit gefunden hat. Der Mensch möchte frei sein, er kann aber nicht etwas sein, was er bereits ist – und zwar von Geburt an.

Diese a priori mitgebrachte Freiheit macht Mensch-Sein aus. Verweigerte oder erschwerte Wirtshaus- und Museumsbesuche, verbotene Urlaubsreisen fallen da nicht darunter. Das sind Äußerlichkeiten und hat mit der Freiheit, die ich meine, nichts zu tun. Mit mittelalterlichen Methoden – Zuckerbrot und Peitsche – versuchen Politiker, ihre Anordnungen durchzusetzen. Wer weiß, was frei sein bedeutet, lacht darüber. Wenn sich jeder Mensch bewusst wäre, dass er keines Menschen Untertan ist, dann sind ihm Befehle, Regeln, Anordnungen gleichgültig.

Richard Birk

Freising

Allein an den komplizierten Formulierungen und philosophischen Zitaten kann man erkennen, dass (Leserbriefschreiber) Herr B. krampfhaft versucht, eine Begründung gegen eine ganz normale und vor allem sinnvolle Maßnahme zu konstruieren, die eigentlich sehr einfach ist.

Der Staat hat die Unversehrtheit seiner Bürger zu schützen. Dieser Aufgabe kommt er nach, indem er jedem Bürger eine Impfung anbietet und über Konsequenzen bei Ablehnung informiert. Es ist und bleibt die freie Entscheidung eines jeden Bürgers, diese anzunehmen oder nicht. Eine individuelle, persönliche Entscheidung kann schon per Definition kein (Impf-)Zwang sein.

Zu oft wird mittlerweile vergessen, dass das so oft zitierte Grundgesetz – bei aller Freiheit – nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten definiert.

Franz Knossalla

Obersöchering

Wenn Wichtigmacher Söder mal öfter den Mund halten würde, wäre Herr Hubert Aiwanger nie so diskriminiert worden. Ich selber bin zwar geimpft, frage mich aber, was geht andere Leute an, ob jemand geimpft ist oder nicht.

Dixy von Weber

Olching

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