Weniger Fernlaster

„Käpt’n Horst auf der Donau“; Politik 11. Dezember

Obwohl sich Seehofer im November noch für einen nachhaltigen Donauausbau ausgesprochen hat, scheint er sich nun auf einer publikumswirksameren Donauschifffahrt als selbsternannter Kapitän auf die Wellenlängen kurzsichtiger Lokalpolitiker und Pseudonaturschützer zu begeben. Wir kommen auf keinen grünen Zweig, wenn kurzsichtige Umweltschützer primär an das Grün vor ihrer Tür denken und mit allen Mitteln eine völkerverbindende Wasserstraße von ca. 3500 km blockieren wollen. Die Verhinderung von ca. 60 km Flussausbau wirkt angesichts der Zukunftschancen geradezu egoistisch. Wenn durch einen tragfähigen Schiffsausbau massenhafte Transporte von der Straße auf Schiffe kommen, ist insgesamt der Natur, dem Klima und begrenzten Ölvorräten mehr gedient als krampfhaft an naheliegenden Biotopen festzuhalten. Mit einem optimalen Ausbau könnten ca. 1500 Schiffe mehr im Jahr Lasten transportieren, was der Traglast von ca. 250 000 Fernlastern entspricht. Sollen noch mehr Fernlaster unsere Straßen belasten? Auch mit faulen Kompromissen sind massive Flusseingriffe nötig. Dazu sind die Kosten für notwendige Investitionen in den Straßenbau um vieles höher als die Zusatzkosten für einen nachhaltigen Flussausbau. Wer eine Energiewende will, muss auch in der Verkehrspolitik ganz andere Weichen stellen. Noch immer sind tonangebende Politiker verkehrspolitisch primär auf Straßenausbau beschränkt. Auch längst fällige Investitionen in einen tragfähigen Bahnausbau werden immer wieder verschoben. Wenn wir dem Klima dienen wollen, müssen wir auch hier ansetzen.
Simon Kirschner
Gaimersheim

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