Leserbriefe

Wie umgehen mit dem Coronavirus?

Erste Klagen gegen Notbremse; Politik 23. April

Die Notwendigkeit der Ausgangsbeschränkungen“ dürfe nicht angezweifelt werden, sagte Staatskanzleichef Florian Hermann (CSU). Die CSU hält möglichst harte, entschlossene, strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie für nötig. Schließlich geht es ihr um die Rettung abertausender Menschenleben! Ob durch die teilweise wenig überzeugenden Maßnahmen wirklich abertausende Menschenleben gerettet werden, wage ich zu bezweifeln. Aber das ist jetzt Nebensache. Ich will zum Ausdruck bringen, dass ich der CSU glaube. Ihre Motivation (optimaler Schutz vor Ansteckung) ist ehrenwert. Kein Nebengedanke steckt dahinter! Die grüne Partei allerdings scheint im Gegensatz zur CSU eine andere, viel weiter reichende Absicht zu verfolgen. Im Vorwort ihres Parteiprogramms stoße ich voller Befremden auf diesen Satz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: „Es gilt, die einschneidenden Veränderungen, die die Coronapandemie mit sich bringt, zu nutzen, um längst überfällige Reformen umzusetzen.“ Den Grünen geht es also letztlich um die „längst überfällige“ Umgestaltung von Staat und Gesellschaft! Die Corona-Pandemie schafft günstige Voraussetzungen und willkommene Möglichkeiten, dem erträumten, visionär geschauten Endziel einer radikal veränderten Gesellschaft näherzukommen. „Veränderung schafft Halt“ ist denn auch das Motto ihres Grundsatzprogramms.

Wolfgang Illauer

Neusäß-Westheim

Neben 63 anderen Bundestagsmitgliedern enthielt sich auch Annalena Baerbock bei der Abstimmung über die Neuregelungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) der Stimme. Zeigt sich die frisch gekürte Kanzlerkandidatin der Grünen ausgerechnet in einer derart wichtigen und weitreichenden Abstimmung schon entscheidungsschwach? Einerseits Stimmenthaltung, andererseits immer neue Hiobsbotschaften und abstruse Maßnahmenideen im fortschreitenden Corona- Wahnsinn: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will gesetzlich eine Homeofficepflicht festschreiben und das Arbeiten im Büro weitestgehend verbieten. Laut neuem IfSG ist zwischen 22.00 und 05.00 Uhr bei einer Inzidenz von über 100 der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung grundsätzlich untersagt. Ein Hausarrest, der in Bayern schon geraume Zeit gilt. Zu diesen und anderen Verboten kann ich nur sagen: Ich bin ein freier Mensch und ich lasse mir nicht verbieten, meine Arbeit im Büro zu erledigen oder das Haus nach 22.00 Uhr zu verlassen. Gott sei Dank gibt es noch aufrichtige, vernünftige Politiker, die nicht nur nicht valide Inzidenzen, sondern noch das Wohl der Menschen im Auge haben. Deshalb begrüße ich es sehr, dass unter anderem die Freien Wähler angekündigt haben, gegen die Bundesnotbremse Verfassungsbeschwerde einzulegen.

Michael Bernhard

Peißenberg

Bayern schärft Notbremse nach; Titelseite 22. April

Seit über einem Jahr beherrscht das Coronavirus den Alltag der Menschen. In vielen Bereichen wurde zu früh geöffnet. Die Strategie, das ständige Hin und Her, das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer. Es droht ein Dauer- Lockdown für den Rest des Jahres. Die Corona- Zahlen steigen wie befürchtet und vorhersagt weiter an. Das bedeutet: Ein neuer harter Lockdown wird unausweichlich sein. Nach diesem Jahr stellt sich die Frage, wie es uns Bürgern gesundheitlich geht. Über Monate eingeschränkte Bewegung- was macht das mit unserer Psyche, mit unserem Körper? Das Impfen schleppt sich weiter dahin. Fazit: Das Vertrauen in die handelnden Politiker ist auf dem Nullpunkt. Um das Virus in den Griff zu bekommen bräuchte es dringend Leute, die ihr Handwerk verstehen - wie im normalen Berufsleben auch.

Herbert Clasen

Obergriesbach

Ich glaube nicht, dass ständige Lockdowns und Impfdebatten uns hier weiter bringen. Ich fordere eine intensivierte Forschung nach Behandlungsmethoden, Mut zu einer breiten Immunisierung, Öffnung für Geimpfte. Genaue Erforschung der Übertragungswege, und vor allem nicht den Blick auf die Inzidenzzahlen, sondern die genaue Beobachtung der Verläufe. Die Impfpraxis deutlich zu vereinfachen, für genügend Impfstoff zu sorgen. Den Impfgegnern als Geimpfte möchte ich entgegen halten, dass ich genug habe von verschwurbelten Verschwörungstheorien, „dem Recht auf die eigene Meinung“, die den Geimpften dieses Recht scheinbar aber abspricht? Das Starren auf Todesfälle, die in keinem Verhältnis zu der positiven Wirkung stehen. Letzteres ist natürlich als sehr tragisch zu sehen, allerdings braucht es hier noch eine fachkundige und sachliche Analyse, um den tatsächlichen Zusammenhang zu sehen. Es sollte um fundierte Fakten und nicht um ständige Schnellschüsse von Regierung und Wirtschaft gehen. Und nicht um das Aussitzen und Abwarten, sondern Lösungen zu finden, wie wir wieder miteinander leben können, die Kinder wieder miteinander spielen und lernen, die Jugendlichen sich wieder treffen können, ohne im dunklen Park im Geheimen sich zu verstecken. Vor allem eine Zukunft geboten bekommen! Soeben habe ich erfahren, dass meine impfwillige Tochter sich einem Aufnahmestopp zu stellen hat! Siehe oben! Ich halte nichts davon, dass ständig abgestraft wird mit Kontakt- und Ausgangssperren, sondern ein gesundes Augenmaß mit Öffnungen des öffentlichen Lebens mit zuverlässigen Tests, einer Impfpraxis, die den Impfwilligen unkompliziert zur Verfügung steht. Und wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen über Krankheitsverlauf und Behandlungsmethoden. Dass wir endlich wieder leben können. Denn das Virus wird unser Begleiter bleiben.

Angelika Goerke

München

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