Wunderbares Reiseland Äthiopien

Werner Menner: „Deutsche in Nord-Äthiopien ermordet: Risiken ignoriert“; Kommentar 19. Januar

Keine drei Wochen sind vergangen, seit wir selbst aus jener abseits gelegenen Region Äthiopiens rund um den Vulkan Erta Ale wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt sind. Ein mulmiges Gefühl können wir angesichts solch dramatischer Meldungen nachträglich nicht verhehlen. Dass das Grenzgebiet zwischen den verfeindeten Nachbarländern Äthiopien und Erithrea kein unproblematisches Reiseziel darstellt, das war auch uns bekannt. Nicht umsonst werden alle Reisegruppen von einem Trupp mit AK-47-Schnellfeuergewehren bewaffneter Polizisten und Sicherheitsleute (vom lokalen Stamm der Afar) auf Schritt und Tritt begleitet. Eine beachtliche Abschreckung für potentielle Angreifer – sicherlich auch im Fall der betroffenen Reisegruppe. Diese Hintergrundinformation im Blick sind wir der Meinung, dass sich zumindest der seriöse Teil der Presse vor pauschalen Reisewarnungen in eine gesamte Region zurückhalten sollte, solange über den Ablauf und die Hintergründe des Überfalls noch kaum etwas bekannt ist. Angesichts der Größe eines Landes wie Äthiopien gilt es, deutlich zu differenzieren zwischen der in der Tat an Naturschätzen und Kulturgütern überreichen Zentralregion, die von jeher und auch weiterhin sorglos bereist werden kann, und jenem Grenzgebiet im hohen Nordosten. Uns drängt sich angesichts des Kommentars von Werner Menner die Frage auf, ob er sich dessen bewusst ist, was derartige Zeilen bewirken können – wenn das zarte Pflänzchen Tourismus mit Füßen zertreten wird, und ein Land wie Äthiopien ohne die benötigten Einnahmen wieder ins Elend zurückzufallen droht (wo es sich laut ebenfalls nicht differenzierender Hilfsorganisationen wie jener von Karl-Heinz Böhm schon seit jeher befindet). Ein fundiertes Informationsmedium wie der Münchner Merkur hat es doch nicht nötig, sich mit Parolen wie „Wir haben’s doch immer schon gesagt“ zu profilieren! Also bitte kein billiger Populismus, sondern eine differenzierte Berichterstattung, die einem wunderbaren Reiseland wie Äthiopien auch gerecht wird!

Trudy und Harald Mielke

Sachsenried

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