Milde Strafe im Fall Bad Aibling

Dominik Göttler: Und die Deutsche Bahn?; Kommentar, Eine Kette unerklärlicher Fehler; Bayern 6. Dezember

Ich finde es äußerst befremdlich, dass jetzt darüber spekuliert wird, dass der Fahrdienstleiter nach nur 18 Monaten evtl. auf Bewährung aus der Haft entlassen wird, Er hat ja nur ca. 100 Familien in großes Unglück gestürzt, weil er während seiner bezahlten Arbeitszeit als verantwortungsvoller Fahrdienstleiter gespielt hat. Da kann man nicht sagen, das kann einmal passieren, nein, so etwas darf nicht passieren. Ihn mit Hoeneß zu vergleichen geht gar nicht, denn da ging es nur um Geld und nicht um Menschenleben. 

Rosi Wendler Fürstenfeldbruck

Was zählt ein Menschenleben? Also, da soll der Fahrdienstleiter von Aibling, der, statt treu seinem Dienst zu obliegen, für den er bezahlt wird, sich mit Digi-Spielen unterhält, mit 3,5 Jahren Knast davonkommen. - Und das für 12 Todesopfer. Demnach ist ein zu Tode Gebrachter 3,5 Monate JVA wert! Dazu kommen aber auch noch die zahlreichen Leiden, die die Angehörigen sowie die Verletzten jahrelang zu erdulden haben werden. Die „Verteidigung“ wollte ihn auf Bewährung frei lassen. Unsere Justiz scheint Gefallen daran zu haben, den Täter zum Opfer zu stilisieren. Wer kann das kapieren? Derlei Urteile ergehen angeblich „im Namen des Volkes“; selbst dann, wenn sie das „Volk“ für vollkommen verfehlt hält.

 Wendelin Rasenberger Eichenau

Der Verurteilte hat für seine Tat 42 Monate Gefängnis bekommen. Bei guter Führung kann es noch 50 bzw. 67 Prozent der Haftzeit entlassen werden und wieder am Alltag in Freiheit teilnehmen. Bei den zwölf Toten bedeutet das bei 50 Prozent der Haftzeit 53,37 Tage für jeden Toten, bei 67 Prozent 71,16 Tage je Verstorbenen, also keine zwei- bzw. drei Monate je Toten. Die 85 Körperverletzungen bleiben außen vor und nicht berücksichtigt. So ein Urteil würden sich keiner der Betroffenen wünschen, sie werden niemals mehr am Alltag teilnehmen bzw. Computerspiele spielen können. 

Harald Wagner Dachau 

Uli Hoeneß hat 2 Jahre und 6 Monate ohne Bewährung bekommen und verbüßt und dazu eine Geldstrafe von vielen Millionen. Wer wurde geschädigt? Urteil Bad Aibling: Der Aufsichtsbeamte der Bahn hat im Dienst mit seinem Handy gespielt und offensichtlich seine Aufgabe vergessen. Dabei wurden zwölf Fahrgäste getötet und über 80 zum Teil lebensgefährlich verletzt. Vom Leid, dass er den Angehörigen der Opfer angetan hat gar nicht zu reden! Urteil: 3 ½ Jahre Freiheitsstrafe. 

Josef Triebenbacher München

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