Nicht mit Ruhm bekleckert

Bundesliga so schlecht wie zuletzt 2012; Sport 22./23. April

Vielleicht hatten die internationalen Mitbewerber im Endspurt der diesjährigen Champions- und Europa-League herausstechende Individualisten in ihren Reihen, es mag merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen und natürlich die anschlagbelastete BVB-Truppe gegeben haben. Die Trainer der deutschen Vertreter haben sich allerdings auch nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Schauplatz Madrid: Warum ist ein unkontrollierbarer Spieler namens Vidal erstens überhaupt in der Startelf und steht zweitens dann auch noch dunkelgelb verwarnt in der zweiten Halbzeit wieder auf dem Platz? Wieso nimmt Herr Ancelotti in der brennenden Phase international abgebrühte Spieler wie Ribéry, Alonso und Lewandowski in Summe ohne Not vom Feld? Schauplatz Monaco: Herr Tuchel spielt ein tüftelig intellektuelles System, muss seinen Fehler nach 25 Minuten einsehen und sein System umkrempeln. Schaden bereits vorhanden. Durm statt Dembele? Schauplatz Schalke: die Krönung des Spektakels. Herr Weinzierl sammelt innerlich schon die Trainingshütchen ein und kriegt den Rest nicht wirklich mit. Ein Herr Simeone aus Madrid hätte die Seinen in diesen 14 verbleibenden Minuten Verlängerung an Stilmittel wie „Ball auf die Tribüne“ erinnert – und das mit Vehemenz. 

Jürgen Waldhier Eichenau

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