Sechzig kann Regionalliga

Uli Kellner: Reisinger schärft sein Profil; Sport 20. Juni

Was Sechzig kann, das ist Regionalliga. Als interessierter Beobachter kann man nur sagen: Hoffentlich! Profifußball klappt seit dem Rausekeln von Karl-Heinz-Wildmoser sen. nämlich nicht mehr. Wolfgang Schellenberg muss doch depressiv werden, wenn er jetzt mit ansehen muss, wie aufgrund von Vertragsfehlern der KGaA, der Verein 1860 München Fußball-Deutschland zum Nulltarif mit talentierten und gut ausgebildeten Spielern vorsorgt. Selbst Nachwuchsspieler wie Christoph Daferner (19) und Maxi Engl (19) können den Verein doch tatsächlich ablösefrei verlassen. Das Beispiel Maxi Wittek (21) zeigt zudem, dass selbst bei Erreichen des Klassenerhaltes langjährig ausgebildete Spieler ablösefrei hätten wechseln können. Und das absolute Highlight ist Stefan Aigner. Stefan Aigner kann 1860 München nämlich mittlerweile schon zum zweiten Mal ablösefrei verlassen. Diesbezüglich kann man dann sicher schon von dauerhaft laienhaftem Versagen sprechen. Der Investor Hasan Ismaik muss sich ergänzend fragen lassen, welchen Geschäftsführern er hier sein Vertrauen geschenkt hat und welche Kontrollfunktion seine Brüder im Verwaltungsrat ausgeübt haben. Oder ging’s hier nur um nette Meetings mit leckerem Catering? Der 50+1-Verein sieht jedoch ebenfalls sehr, sehr schlecht aus. Von Kontrollfunktion in Sachen Vertragsgestaltung und Verantwortungsbewusstsein bezüglich der Ismaik-Kredite kann man als Außenstehender nichts erkennen. Die Kredite werden den Verein offensichtlich weiter belasten, die mit diesen Krediten in Zusammenhang stehenden Ablösesummen haben sich jedoch mittlerweile völlig in Luft aufgelöst. Allein hier dürfte ein gut zweistelliger Millionenschaden die Folge sein. Spannend ist, ob das Thema nun totgeschwiegen wird oder ob Herr Markus Fauser demnächst die Fakten und Zahlen benennt. Fakt ist jedenfalls, dass die Löwen sich komplett blamiert haben. Der Ruf ruiniert und die Ohren voll Gelächter der Profiteure. Hört ihr das laute Lachen der Vereine und der diesbezüglich beteiligten Spielerberater? Vor diesem Hintergrund muss man wirklich vor Daniel Bierofka und Wolfgang Schellenberg den Hut ziehen. Wie hier trotzdem motiviert nach vorne gearbeitet wird, löst tatsächlich eine Aufbruchstimmung aus. Die muss allerdings jetzt dauerhaft mit Leben erfüllt werden. 

Otto Noack Oberschleißheim

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