Still und demütig

Hoeneß: „Als hätten wir ein Altersheim“; Sport 11. Mai

Hoeneß sieht sich zu Unrecht verurteilt und macht dafür die Medien verantwortlich. Es ist eine unglaubliche Frechheit, was der ehemalige Kanzlerberater jetzt von sich gibt. Entweder vergisst er die Wahrheit oder er verdrängt sie. Zur Erinnerung: 40) Jahre lang betrog Herr Hoeneß alle Steuerzahler in Deutschland. Für die letzten 10 Jahre seines Wirkens wurde er verurteilt, die 30 Jahre davor waren verjährt. Bis zur letzten Sekunde wartete er ob das deutsch/schweizerische Steuerabkommen in Kraft tritt. Wenn ja, wäre er mit seinen Betrügereien völlig straffrei davongekommen. Ironie des Schicksals war, dass ausgerechnet seine Heimatpartei die CSU dieses Abkommen verhinderte. An einem Wochenende wurde ruchbar, dass der „Stern“ am Montag darauf mit einer Steuerhinterziehungsstory aufmachen würde. Eindeutig war noch nicht, ob der „Stern“ Hoeneß meinte. In Panik hat Hoeneß, zusammen mit einem Steuerfahnder (war in Altersteilzeit), seine Selbstanzeige gebastelt und am 17. Januar 2013 in den Nachtbriefkasten des Amtsgerichts Rosenheim eingeworfen. Für eine befreiende Selbstanzeige ist es auch nötig, dass vorher nichts in der Presse stand. Wie soll eine Selbstanzeige vollumfänglich erstellt werden können, wenn der Betrüger keinerlei Unterlagen, wie Kontoauszüge zur Verfügung hat. Ein Wesen von Schwarzgeldkonten ist ja die absolute Anonymität. Wie dilettantisch die Selbstanzeige war, sieht man daran, dass eine Steuerhinterziehung von nur 3,5 Millionen Euro angezeigt wurde. Im Prozess wurden daraus zuerst 18,5 Millionen Euro und nach der Einlassung der Steuerfahnderin die bekannten 28,5 Millionen Euro. Dabei wurden weitere 50 000 Dokumente von der Steuerfahnderin nicht mehr geprüft, das Gericht hat darauf verzichtet. Warum wohl? Wie hoch wäre die tatsächliche Hinterziehung gewesen, wenn auch diese Dokumente geprüft worden wären? Die Staatsanwaltschaft forderte fünfeinhalb Jahre, Herr Stoiber meinte ein Freispruch wäre richtig. Das Gericht fand dreieinhalb Jahre für angemessen. Letztendlich waren es 7 Monate Knast, 14 Monate Freigang, Rest Erlass. Still und demütig sollte der Präsident sein und nicht Andere für seine Betrügereien verantwortlich machen.

 Paul Orthmann Aschheim

Ich bin zwar ein FCB- und Uli Hoeneß-Fan, denn ohne ihn gäbe es den FCB nicht mehr in dieser Form, aber ich kann nicht mehr akzeptieren, wenn er selbstgefällig in einem Steuerparadies über seine ungerechte Verurteilung referiert. Er müsste auch nach wie vor so intelligent sein, dass er in der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr so angesehen ist, wie vor seiner Hinterziehung. Nur sollte sich aber ein Justizminister namens Kutschaty aus NRW zum Ulli seinem verbalen Aussetzer nicht äußern wenn er zu einer noch regierenden und abgewirtschafteten Partei wie der SPD gehört, die das Land NRW mit Milliarden-Steuerverschwendung und totalen Überschuldung eigentlich an die Wand gefahren hat und am Tropf vom Länderausgleich hängt. Aber die selbstherrlichen, abgehobenen Politiker in der BRD sind der Meinung, das Steuerverschwendung legal ist, aber Steuerhinterzieher gehören an den Pranger. Noch dazu wenn man das Milliardengrab Berliner-Flughafen betrachtet, sind dem Hoeneß Seine 40 Millionen, die er hinterzog, Peanuts. Wobei ich Hinterziehung trotz allem und generell für verwerflich halte. 

Nikolaus Ruml Markt Schwaben

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