Anmaßend

„Es ist unfassbar, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Kirchenkritiker regelmäßig anmaßen, Handlungen und Äußerungen des Vatikan empört zu be- und zu verurteilen.

Jüngstes Beispiel ist die Diskussion um den Nobelpreis für Professor Edwards. Hat der Vatikan jemals etwas anderes verkündet, als dass Gott allein der Herr über Leben und Tod ist? Nein. Hat er jemals die künstlich gezeugten Kinder als ,unerwünscht‘ bezeichnet? Nein. Hat er jemals etwas anderes verlauten lassen, als dass die künstliche Befruchtung deswegen abgelehnt werden müsse, weil durch sie Embryonen zur Forschung freigegeben oder vernichtet werden? Nein! Woher also die ,Verwunderung über die harten Worte‘, da die Kirche doch erklärtermaßen und mit guten Gründen diese Technik schon immer kritisiert hat? Ist es nicht ein wenig einseitig, den Hirten (d.h. den Papst) für seine ,Abkopplung von der Lebenswelt der Mitglieder‘‘ zu rügen, wenn es doch das Schäfchen ist, das – taub für die Rufe des Hirten – in die Wüste rennt, während sich der Hirte am Schafstall (also den Gottesgeboten) orientiert?!“
Ursula Baumgartner
München

„Streit um Medizin-Nobelpreis“; Titelseite 6. Oktober

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