Auch private Finanzierung ins Auge fassen

Matthias Kristlbauer: „Zweite Stammstrecke auf der Kippe“; Titelseite 28. Januar

 „Dass Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil so auf eine Mitfinanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München durch das Bundesverkehrsministerium zu Berlin im Rahmen der Olympia-Bewerbung für 2018 hofft, kann ich gar nicht nachvollziehen. Waren FDPler nicht immer diejenigen, die so wenig staatlichen Einfluss, wie’s nur irgendwie geht, forderten? Aber wenn es auch nur das allermindeste Hoffnungsfünklein auf Steuergelder für irgendein Projekt in FDP-Verantwortung gibt - dann baut man offensichtlich auf diese Staats-Hilfe recht gerne, oder wie? Wäre er nicht Wirtschafts- und Verkehrsminister für ganz Bayern, sondern meinetwegen der Landrat von Starnberg (was ja quasi die FDP-Hochburg im Freistaat war oder immer noch ist) – würde Martin Zeil dann auch so auf Schotter aus Berlin hoffen? Oder würde er einen kreativen Schub in Sachen Fremdfinanzierung eines wichtigen Projektes bekommen? Ist es dem bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsminister denn verboten, in Sachen Finanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München den gleichen Weg zu beschreiten, den das Bundesverkehrsministerium schon gegangen ist? Nämlich Autobahn-Teilstücke privat finanzieren zu lassen, um den Preis, dass die Autobahn-Maut dann die Kasse der betreffenden Firma auffüllt. Diese Realisierungs-Variante passt doch viel besser zu einem FDP-Minister, als das kleinmütige Darauf-hoffen- und-vertrauen, dass die Münchner Olympia-Bewerbung am 6. Juli 2011 den Zuschlag für 2018 erhält. Und sich danach ein Füllhorn voller Steuermillionen aus Berlin über das Projekt entleert! Oder hofft Minister Martin Zeil nicht nur auf die Olympia-Milliarde von der Spree, sondern auch darauf, dass die Bürger den CSU-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer als Alleinschuldigen nehmen, wenn es mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München gar nix mehr wird? Nach der Aneinander-vorbei-Planung der Tunnelröhren und nach einer Niederlage im Wettbewerb um die Winterspiele 2018? Es scheint mir gerade so, als ob Minister Zeil gar kein großer Fan der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München ist, ansonsten wäre er höchstwahrscheinlich gleich den Finanzierungsweg à la Bundesautobahn gegangen, anstatt das Projekt der Olympia-Bewerbung 2018 zuzuschlagen und alles von einer Mitfinanzierung durch’s Haus Ramsauer in Berlin abhängig zu machen.“

 Regina Hupf Johanneskirchen

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