Weniger mit dem Auto fahren

Schadstoff-Alarm in München; Titelseite, Christian Deutschländer: Bayerns Kampf gegen die Gift-Liste; Im Blickpunkt 19. Juli

Wie üblich, ruft alles wieder nach der Politik. Hier sollen die einzig Schuldigen sitzen? Stattdessen muss sich doch jeder Einzelne selbst hinterfragen: Ist diese Fahrt mit dem Auto wirklich nötig? Kann man nicht diesmal das Fahrrad oder die Öffentlichen benutzen? In fast jedem Auto im Berufsverkehr sitzt eine einzige Person. Fahrgemeinschaften sind immer noch Fehlanzeige. Aber das eigene Verhalten zu überdenken oder gar zu ändern, ist natürlich schwerer, als einfach auf die Politiker einzuschlagen. Muss das Kind wirklich mit dem Auto in die Schule/in den Kindergarten gefahren werden? Es gäbe sicherlich auf einen Schlag viele Möglichkeiten. Wenn sich jeder selbst fragen würde, wäre die Schadstoffbelastung sicherlich schnell zu reduzieren. Auch gäbe es dann Parkplätze, sodass das ewiges Parkplatzsuchen entfällt. Auch das entlastet unsere Luft. Auch wären autofreie Sonntage, zwei Mal im Jahr, zumutbar. Hier braucht es viele kleine Schritte von allen Seiten, nicht nur von der Politik. 

Monika Hösch Eichenau

Aber der Oberluftvergifter Flugverkehr wird gegen besseres Wissen noch finanziell gefördert, um ein Argument für eine dritte Startbahn zu bekommen und ein weiteres Stück unserer Heimat zuzubetonieren! Na ja, Geld regiert die Welt und wenn sie daran kaputt geht. 

Frank Hausmaninger Petershausen

Es hilft nichts, wenn die große Automobilindustrie ihre Millionen von Dieselautos nachrüstet, die Stickoxide bleiben trotzdem. Da sieht man wieder, wie schade es ist, dass die Weltwirtschaft immer noch auf Öl aufgebaut ist. Wir hatten die Chance bei der Ölkrise damals in den 70er Jahren (autofreier Sonntag), da hätten wir schon Umdenken müssen, aber wie es halt immer ist, die Macht der Öllobbyisten und die Gier nach Geld und Wachstum und nicht nach Nachhaltigkeit sorgt dafür, dass wir erst dann handeln, wenn es zu spät ist, und unsere schöne grüne, saubere Erde eine unbewohnbare Müllkippe wird. 

Richard Blass Freising

Die schlechte Luft in München und das Insektensterben allerorten schockiert den denkenden Teil der Bevölkerung. Unser Volksvertreter tun so als würden sie überlegen, was diese Probleme verursachen könnte. Unsere Wirtschaft baut Dieselautos, die extremen Dreck produzieren, der Flughafen lockt mit vielen Millionen an Subventionen den internationalen Billig-Flugverkehr in unsere Region und unsere Politiker schauen dabei zu und applaudieren zu immer mehr aufgestellten Rekorden. Eine dritte Startbahn soll auch noch her, damit man sich nachher noch mehr über Luftverpestung echauffieren kann. Das nenne ich schizophren. Wie soll München denn sauberer werden, wenn immer mehr Luftverkehr den gefährlichen Ultrafeinstaub produziert? Dieser ist so leicht, dass er extrem langsam zu Boden sinkt und Änderung seiner Richtung nicht mal Wind, sondern nur feinste Luftveränderungen benötigt. Irgendwann kommt auch dieser in München an - das ist sicher. Übrigens ist Kerosin dem Diesel nicht unähnlich. Es wird nur ungefiltert (ohne Katalysator und Partikelfilter) verbrannt. 

Martin Falkenberg Berglern

Wo viele Menschen leben, viel Verkehr ist und viel gefahren wird, ist die Belastung der Atemluft entsprechend hoch. Schnell erfolgt nun die Schuldzuweisung und Gegenmaßnahmen, egal wie tauglich sie auch sein mögen, werden dem Bürger angedroht. Auch wenn die öffentlichen Verkehrsmittel noch so gut und perfekt ausgebaut werden, noch mehr Leute missioniert werden, aufs Rad umzusteigen - Tatsache ist jedoch, mehr Menschen auf engem Raum wie hier in München zusammen gestappelt, bewirken auch mehr Verkehr. Nicht nur Verkehr, sondern sie brauchen auch Heizung, Warmwasser und auch Wasser, eine Ressource die auch hier nicht unendlich ist. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel, wie U- und S- und Trambahnen werden nicht von Geisterhand bewegt, sondern mit Strom, der mit erheblichem Schadstoffausstoß erst gewonnen werden muss. Zudem sind diese mittlerweile so teuer, dass so mancher sich die Benutzung nicht mehr leisten kann - und mit jeder Erweiterung und Verbesserung werden sie noch teurer und all das wird nicht von der Stadt München, der Bayerischen Staatsregierung und vom Bund bezahlt, sondern ausschließlich wir alle, die Steuerzahler, tragen mit den zahlenden Fahrgästen die Last, für die sich die Regierenden dann feiern lassen. Viele Menschen hier sind schon deshalb aufs Auto angewiesen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die oft weiten und beschwerlichen Wege mit dem Rad im immer rüppelhafter werdenden Fahrradverkehr zu bewältigen. Damit München „noch schöner, noch lebens- und liebenswerter“ wird, nicht für die schon vorhandenen Geburts- oder Wahlmünchner sondern für möglichst viele Menschen, die nach München gelockt werden, soll München verdichtet, die Grünflächen eingeengt, die letzten freien Flächen zugebaut und was noch an landwirtschaftlichen Flächen vorhanden ist, in Wohngebiete umgewidmet werden. Was noch zu Kronawitters Zeiten mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, soll nunmehr kommen, nämlich möglichst hohe Häuser in verdichteten Wohnsiedlungen und vermehrt Hochhäuser; da München sich nicht mehr in die Breite entwickeln kann, geht es ganz einfach dann in die Höhe. Weil am Boden dann nichts mehr geht, machen die Münchner Dachgärten und schon wird München wieder grüner! München war bekannt für sein hervorragendes Stadtklima, die großen Waldflächen ringsum die Stadt mit den vorhandenen Luftschneisen bis fast ins Sta+dtzentrum, was für einen ständigen und effizienten Luftaustausch sorgte. Die Luftschneisen sind nun weitgehend zugebaut und nun wundert man sich, dass der Luftaustausch nicht mehr funktioniert. Entsprechendes gilt für das Münchner Leitungswasser mit seiner hohen Trankwasserqualität, das auch nicht beliebig vermehrbar ist. Sicher wird das alles nicht besser, wenn München auf der gleichen Stadtfläche noch um einige hunderttausend Einwohner größer wird, wie es die von den hier lebenden Münchnern gewählten Vertreter der Stadt zu Gunsten der künftigen Münchner erwägen. Nur eines ist gut, nämlich die mit der Stadtverdichtung einhergehende weitere Verteuerung der Immobilien. Diejenigen, die hier was haben, haben dann mit dessen Erlös immer noch die Möglichkeit, sich weit außerhalb der stinkenden und brummenden Stadt was Geruhsames zu suchen und freuen sich dann bestimmt ganz besonders, wenn am Wochenende die Münchner über sie wie die Heuschrecken herfallen! 

Karlheinz Wildenrother, München

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