Was für eine Staatsaffäre

Christian Deutschländer: Nockherberg-Eklat: Stamm bleibt fern; Titelseite, Schluss mit lustig bei Stamm; München 16. März

Das kann ich fast nicht glauben. Bisher habe ich Frau Stamm als unerschrockene, unempfindliche und realitätsbezogene Politikerin wahr genommen. Eigentlich hätte ich derzeit von ihr eher einmal eine kritische Aussage zur stammtisch-orientierten Flüchtlingspolitik von Ministerpräsident Seehofer erwartet. Auch die Verzögerungstaktik bei der Energiewende sollte Frau Stamm einmal unter die Lupe nehmen. Hier wird durch lobbyhörige Politik, für die nächsten Generationen viel kaputt gemacht. Das Geplänkel am Nockherberg hingegen wird unser Leben bestimmt nicht nachhaltig verändern.

Max Keil Puchheim

Landtagspräsidentin Barbara Stamm bleibt dem Nockherberg fern, wie Schade! Das letzte Überbleibsel steinzeitlichen CSU-Hoheitsdenkens äußert ihren Unmut darüber, dass der Nockherberg ein intellektuelles, niveauvolles und alle Parteien und politische Strömungen verarbeitendes Event geworden ist. Leider kein dumpfes, bayerisches, CSU löbelndes Starkbiergedampfe, einem Milieu, in welchem sich Frau Stamm und Konsorten wohl ausschließlich wohl fühlen.

Dr. Norbert Vidal Weilheim

Was für eine Staatsaffäre! Frau Stamm kommt nicht mehr zum Nockherberg. Mal Spaß beiseite – ich bin der Überzeugung, sie ist nur beleidigt, weil sie nie, auch nicht mit Wortmeldungen bei dieser tollen Veranstaltung vorkommt. Man muss wissen, Frau Stamm ist es ja gewöhnt, bei Fastnacht in Franken wie eine Heilige von Mitwirkenden behandelt zu werden. Dies passiert am Nockherberg zu ihrem Missfallen nicht. Die Kritik von Stamm, die Rede von Kinseher sei zu frauenfeindlich gewesen, ist fehl am Platze. Ihre Parteifreundin Aigner hat mehr Humor. Die Veranstalter vom Nockherberg sollten über die Absage von Frau Stamm nicht weinen, es ist kein Verlust.

Detlef Schad München

Frau Stamm war mir schon immer sehr sympathisch, weil sie immer großen Humor und Weitsicht hatte. Dass sie jetzt diesem hochnäsigen Herrn Steinfatt die Stirn bietet, zeugt von tollem Charakter. Man kann nur hoffen, dass es noch mehr führende Politiker gibt, die ihrem Beispiel folgen. Wenigstens sollten sie der Fastenpredigt fern bleiben und erst zum Singspiel erscheinen.

Michael Isemann München

Was ist bloß in die bayerische Landtagspräsidentin und CSU-Vize Barbara Stamm gefahren? Seit vielen Jahren gehört sie zu den Stammgästen bei der Faschingsgaudi „Fastnacht in Franken“ und lässt sich dort auch gebührend feiern. Sie müsste dadurch eigentlich ausreichend gestählt worden sein, denn auch dort gehen die Fastnachter nicht durchwegs zart und sensibel mit ihren Geschlechtsgenossinnen um. Und jetzt, nahezu urplötzlich, entpuppt sich die Stamm als humoristisches Sensibelchen. Und dies obgleich die CSU-Granden nicht selten, nicht zuletzt in der Flüchtlingsfrage, verbal keineswegs immer mit dem Florett zu Gange sind. Die Töne bei der Fastenpredigt am Nockherberg seien ihr zu frauenfeindlich und mitunter zu roh. Offensichtlich enthalten diese Predigten zu viel Würze, in diesem Fall also Stamm-Würze. Deshalb hat sie vorsorglich ihren Stammplatz beim Paulaner am Nockherberg gekündigt. Dann wird zukünftig halt ein anderer Politiker an diesem öffentlichkeitslukrativen Stammtisch bayerischer Landespolitiker Platz nehmen. Und so hat sich die große Stamm in kürzester Zeit zu einem Stämmchen zurück entwickelt. Schade!

Helmut Schneider Holzkirchen

Schluss mit lustig bei Stamm. Die Entscheidung der Landtagspräsidentin Barbara Stamm verdient höchste Anerkennung. Auf die Gefahr hin anzuecken, hat sie schon nach der Veranstaltung deutlich gemacht, dass Humor, Satire und die dümmlichen Beleidigungen in der Kinseher-Rede zweierlei Paar Schuhe sind. Es ist gerade zur Manie geworden, dass die Kameras mehr auf die Gesichter der Politiker in Erwartung irgendeiner Reaktion gerichtet sind als auf Sprecher und Singspiel. Man darf sich freuen, dass wir in Bayern so eine mutige, geschickte Frau wie Barbara Stamm an verantwortungsvoller Stelle haben.

Prof. Dr. Helmut L. Zöpfl München

Luise Kinsehers Reden wirken von jeher leicht gequält. Man hat den Eindruck, ihre Lustigkeit kommt bei ihr selbst nicht so recht an. Vielleicht sollte Paulaner doch mal über einen Wechsel zu einer/einem witzigeren Kabarettistin/Kabarettisten nachdenken. Und einige Pointen waren schon überzogen, so: Kellerprimel, moralische Legasthenie und blindes Huhn. Aber: Der Nockherberg ist und bleibt ein Abwatschen der Politik. Da gibt’s starke Sprüche, Starkbier, Weißwürst und sonstige Schmankerl. Wenn dann eine beleidigte Leberwurst wegbleibt, stößt das keinem auf.

Sepp Deimel Tutzing

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