Die Kanzler-Frage

Mehrheit für Rot-Rot-Grün in Sicht; Titelseite 15. Februar, Wer kann Kanzler?; Leserbriefe 14. Februar

Es ist schon erstaunlich, wie viele Leser den Karl-Theodor zu Guttenberg (KTG) aus der politischen Mottenkiste hervorholen wollen. Als Wirtschaftsminister nichts bewegt, als Verteidigungsminister mit der Aussetzung der Wehrpflicht die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gegen null gefahren und daraus resultierend mit der Abschaffung des Ersatzdienstes die Sozialkosten um ein Vielfaches in die Höhe getrieben. Das ist die Leistungsbilanz als Politiker. Bei der Bundeswehr wurde KTG die charakterliche Eignung für die Offizierslaufbahn mangels Führungsqualitäten abgesprochen, aber für Bundeskanzler reicht es? Was wir brauchen, ist ein Macher, keine Verwalter und keine Selbstdarsteller. Diesen Macher und Hoffnungsträger sehe ich weder in der CSU, noch in der CDU. Was sich profiliert hatte, wurde gnadenlos abgesägt aus Angst vor Machtverlust und davor, dass der Wähler merken könnte, dass es jemand besser kann. Es ist Zeit für einen Wechsel, denn die gegenwärtige Regierung ist verschlissen. In der Sozialpolitik muss eine Wende her. Offensichtlich haben viele vergessen, dass sozialpolitische Errungenschaften wie das Lohnfortzahlungsgesetz seinerzeit gegen den Widerstand der CDU/CSU durchgesetzt wurden. Das lässt sich beliebig bis heute fortsetzen. Das gesamte Sozialversicherungswesen seit 1890 gäbe es ohne die SPD in der Form vermutlich nicht. 

Frank Rogalski Straußdorf

Sicherlich wird auch ein fröhlicher Wahlkampf das Gesicht und Auftreten der Kanzlerin nicht verändern. Der Ankündigung der CDU, einen fröhlichen Wahlkampf zu führen, ist nur entgegenzuhalten: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. 

Johann Neumeier Unterammergau

Weiß Frau Monika Brunner eigentlich, dass Martin Schulz sein ehemaliges Alkoholproblem selbst öffentlich gemacht hat? Und mittlerweile setzt er die Erwähnung seiner überwundenen Sucht mit Kalkül ein, um den Menschen zu sagen: Seht her, ich bin einer von euch, auch ich habe Fehler gemacht, aber man kann jede Schwäche überwinden und gestärkt daraus hervorgehen! Womit er natürlich Recht hat. Von Bedeutung ist allerdings die Ursache eines solchen Absturzes: Eine kaputte Ehe, der Tod eines geliebten Menschen, der Verlust eines die Familie ernährenden Arbeitsplatzes sind durchaus Schicksalsschläge, die Verständnis für die Flucht in das Vergessen durch Alkohol hervorrufen können. Jedoch infolge der Erkenntnis, dass man nicht der Erfolgstyp ist, der zu sein man überzeugt war, zur Flasche zu greifen, deutet meiner Meinung nach auf eine extreme Selbstfixierung hin, schließlich bedeutet so ein Alkoholismus auch immer Leid und Hilflosigkeit für die Angehörigen und Freunde. Reagierte jeder so auf eine Enttäuschung, wie sie Martin Schulz widerfuhr – ihm fehlte das Talent, um Fußball-Profi zu werden –, torkelte ein Großteil der Menschheit betrunken durch die Welt. Deshalb stellt sich logischerweise die Frage, was wird aus dem Kandidaten der SPD, falls er nicht Kanzler wird? Ein normaler Abgeordneter in Berlin oder Brüssel? Dergleichen dürfte seinem brennenden Ehrgeiz und seiner hohen Selbsteinschätzung nicht genügen. Aber vielleicht kommt es noch einmal zu einer Großen Koalition oder zu Rot-Rot-Grün, in jeder dieser Konstellationen könnte er sich einen anspruchsvollen Ministerposten ergattern. 

Annemarie Fischer Wielenbach

Dank der Sympathie für Martin Schulz könnten SPD, Grüne und Linke vielleicht im September das Ruder übernehmen. Schon möglich; liegt aber nicht an der Zuneigung zu Schulz, sondern an der Abneigung zu Angela Merkel. Da hätte man auch einen Herrn Huber aus Hintertupfing als Gegenkandidat aufstellen können; alles ist den Bürgern lieber als diese Kanzlerin. Und einen Schulz zu wählen, hat so seine Tücken. Er ist ein glühender EU-Fanatiker mit einem Hang zur Selbstdarstellung. Die meisten Bürger aber würden sich lieber eine EU der Vaterländer wünschen. Ein fataler Fehler, dass CDU/CSU auf Merkel setzten. Allenthalben wird erwähnt, einen geeigneten CDU/CSU Kandidaten gäbe es nicht. Sehr wohl gäbe es ihn. Er heißt Wolfgang Bosbach und ist der integerste Politiker, den wir haben. Er sagt, was er denkt, egal, ob das den Oligarchen passt. Er soll krank sein, möglich, aber krank wird man auch, weil andere das wollen. Die Wahrheit aber braucht einen Menschen, der sie ausspricht: Er tut das. 

Richard Birk Freising

Ich bin derselben Meinung wie Herr Schulz in seinem Leserbrief: Nur Karl-Theodor zu Guttenberg ist die einzige Alternative zu unserer Bundeskanzlerin Frau Merkel – aufgrund Guttenbergs eloquentes Auftreten sowie seines familiären Hintergrundes. Ein Kanzler Schulz (Rot-Rot-Grün) wäre der Albtraum. Da würden wir alle unser blaues Wunder erleben. 

Rosemarie Haugg Schwabmünchen

Ich schlage vor, als Kanzler- Gegenkandidat zu SPD-Martin Schulz und ehemaliger EU-Parlamentspräsident, die derzeitige bayerische Staatsministerin Ilse Aigner (Wirtschaft und Medien, Energie und Technologien und stellvertretende Ministerpräsidentin) zu nominieren. Als Nachfolger für Ministerpräsident Horst Seehofer, den bayerischen Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder einzusetzen. Mit dieser Vorgehensweise könnte durch die bayerische Bevölkerung und andere Bundesländer-Bürger mit einbezogen, unter Umständen zwei Problemfälle einmalig und unkompliziert gelöst bzw. bereinigt werden.

 Manfred Krämer Karlsfeld

Für hohe Sympathiewerte in der SPD reicht es, ein medienwirksamer Blender zu sein. Von ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz ist an sachpolitischen Inhalten bisher nur folgendes bekannt: Er ist für die Vergesellschaftung aller Schulden der EU-Mitgliedsstaaten zu Lasten Deutschlands und für einen Schuldennachlass Griechenlands. Wahrscheinlich reicht das zum Bundeskanzler. Ich bitte CDU und CSU dieses hohle Mediengesäusel zu beenden. Stellt ihn im Wahlkampf zu allen politischen Sachproblemen ohne jedes unverbindliche und allgemeine Blabla. So soll er z.B. Maßnahmen aufzeigen, wie er die unverhältnismäßig hohe Anzahl Hunderttausender abgelehnter und ausreisepflichtiger Asylbewerber abbauen möchte. Vielleicht wird man in Deutschland aber auch ohne Inhalte gewählt, denn letztlich wird sowieso alles gerichtlich entschieden. Sollte Herr Schulz für Bayern eine Einreisegenehmigung erhalten, wird er sich bei uns die Zähne ausbeißen. 

Hans Sandner Ampfing

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