Intensivstation: Dortmund-Star Witsel fällt hin und fehlt nun wochenlang

Intensivstation: Dortmund-Star Witsel fällt hin und fehlt nun wochenlang

Nicht zu vergleichen

„Gauck: Bürger sollen ,großherziger’ sein“; Titelseite 22. Juni

Der Vergleich des Bundespräsidenten vor 70 Jahren mit heute hinkt gewaltig. Die damaligen Flüchtlinge bauten sich in Deutschland mit eigener Arbeit ihre Zukunft auf. Das war möglich, da Deutschland in Schutt und Asche lag und viele Millionen Menschen fehlten, dies zu beseitigen. Soziale Hängematten gab es nicht. Wer her kam, musste für wenig Geld arbeiten oder betteln. Wer damals arbeiten wollte, konnte das. Gestern und Heute zu vergleichen ist unrealistisch.

Joachim Weiss Freising

Es gibt kein Problemfeld in unserem Leben, das Bundespräsident Joachim Gauck nicht bedecken würde. Ich verwahre mich jedoch als ein im ehemaligen Sudetenland Geborener und 1945 Vertriebener mit den jetzigen Flüchtlingen gleichgesetzt zu werden. 1945 und in den Jahren danach wurden Deutsche aus deutschen Gebieten vertrieben. Mit außerordentlichem Einsatz haben die damals Vertriebenen einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau Deutschlands geleistet. Die Integrationskraft von damals mit heute gleichzusetzen ist nicht großherzig, sondern unverantwortlich.

Dr. Siegfried Richter Ebenhausen

Unser Bundespräsident sollte es besser wissen. Die Flüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkriegs waren, wie es unter anderem zahllose Fotografien belegen, in erster Linie Mütter mit ihren Kindern, Frauen und alte Leute. Die dazugehörigen Familienväter und die erwachsenen Söhne waren entweder noch im Krieg oder verwundet, tot oder in Kriegsgefangenschaft. Die Flüchtlinge von heute sind abgesehen von den wirklichen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten mehrheitlich junge Männer, die entsprechend den niedrigen Anerkennungsquoten in großer Zahl eine illegale Einwanderung versuchen. Die einen mit den anderen zu vergleichen, wird weder dem damaligen Vertreibungs- und Flüchtlingsdrama von 12 Millionen Menschen noch der heutigen Zuwanderungsproblematik gerecht.

Germut Bielitz Grainau

Es ist eine Taktlosigkeit und Frechheit, unsere Flüchtlinge vor siebzig Jahren mit den heutigen Zuwanderern zu vergleichen. Diese Personen vor siebzig Jahren waren unsere eigenen Landsleute, die im Krieg damals aus ihrer deutschen Heimat vertreiben wurden. Ich würde unserem Bundespräsident empfehlen, sich genau zu überlegen, was er spricht.

Gertraud Papesch Bad Tölz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer ist das Auto schuld
Klimagipfelstartet mit Appellen;Titelseite 2. Dezember
Immer ist das Auto schuld

Kommentare