Leserbrief zu den Vorgängen in Chemnitz

Brauner Mob oder ein paar finstere Gestalten?

Union streitet über Chemnitz; Titelseite 6. September,Zu den Demonstrationen in Chemnitz;Früher war nicht alles besser; Leserforum 6. + 5. September

Bei dem Zitat von Herrn Hartmann „Propaganda hat ihr geistiges Niveau einzustellen auf die Aufnahmefähigkeit der Beschränktesten“ musste ich unwillkürlich an die aktuellen Bestrebungen denken, Informationen von Behörden parallel in „leichter Sprache“ zu veröffentlichen. Dem liegen wohl ähnliche Überlegungen zugrunde. Nur an der Verständlichkeit kann es nicht liegen, ansonsten müsste man es nicht doppelt machen. In unserem Gemeinderat hat dieses Ansinnen nicht etwa Kopfschütteln hervorgebracht, sondern eine breite Mehrheit. Dagegen ist eine klare Sprache in der Politik offensichtlich nicht erwünscht. Herr Weihmayer übersieht bei seinem Verweis auf 1926, dass damals ähnliche politische Verhältnisse wie heute herrschten, die ein paar Jahre später beseitigt wurden, mit einem allseits bekannten Ergebnis. Soll sich diese Entwicklung wirklich wiederholen?

Herbert J. Uhl

Baldham

Der deutsche Innenminister kritisiert die nach seiner Lesart voreiligen Äußerungen zu den Vorfällen in Chemnitz. Er sei „immer dafür, dass man sich als Politiker zu solchen Dingen erst einlässt, wenn man authentische Informationen hat“. Nur einer, wie unser Innenminister, der auf dem rechten Auge blind ist, kann solch eine Aussage zu Chemnitz nachvollziehen. Nun hat er sich doch noch geäußert und kann die Reaktionen der Menschen in Chemnitz, die bei den rechten Demonstrationen mitgelaufen sind, sehr gut teilen. Damit nicht genug legt nun er nach mit der Aussage „Aber die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land“ nach. Damit schüttet er weiter Benzin in die lodernde Flamme der Rechtspopulisten und macht gleichzeitig beste Wahlkampfhilfe für die AfD. Er hofiert die Rechten und macht sie mit seinen Aussagen gesellschaftsfähig. Herr Söder und seine CSU Bayern werden sich für diese Art der Unterstützung zur Bayernwahl bedanken. Als Innenminister der Bundesrepublik Deutschland ist er nicht mehr tragbar und gehört gefeuert.

Jörg Sczesny

Maisach

Ich bin sehr irritiert über einige Leserbriefe. Wer die Demonstranten in Chemnitz genau beobachtet hat, kann nicht leugnen, dass die AfD eine rechtsnationalistische Partei ist. Herr Hoecke und Herr Bachmann sind an der Spitze derer marschiert, die „Heil Hitler“ gebrüllt und Journalisten bedroht haben. Auch wenn 17 % die AfD wählen (schlimm genug), sagt das nichts über eine demokratische Entscheidung aus. Ich möchte nicht, dass Menschen brüllen: „ Wir sind das Volk“, denn zu denen fühle ich mich nicht zugehörig. Die latente Rechtslastigkeit war viele Jahre unterdrückt, aber immer vorhanden. Jetzt kann man sich hemmungslos in den sozialen Netzwerken auskotzen (Sorry, aber anders kann man es nicht ausdrücken), und die Aggressionen bei den Demonstrationen von Pegida und jetzt in Chemnitz sind nicht zu verharmlosen. Wacht endlich auf, Ihr Demokraten, und lasst dieses Land nicht von Rechtsradikalen kaputtmachen. Wer die AfD verharmlost, hat wohl nicht Weidel, Gauland, Meuthen und von Storch im Bundestag rumpöbeln gehört. Ich möchte mich nicht schämen, in diesem Land zu leben.

Jutta Schweickert

Germering

Selten wurde eine Debatte mit so großer Verlogenheit und Heuchelei geführt wie die über Chemnitz. Der wahre Skandal ist, dass die Behörden wie schon so oft zuvor versagt und es unter dem Vorwand des Asylrechts eingewanderten Verbrechern ermöglicht haben, einen Unschuldigen zu ermorden. Der Artikel zwei aus dem Grundgesetz (körperliche Unversehrtheit) gilt für alle Bürger, nicht nur für Flüchtlinge. Die Forderung, kriminelle Ausländer aus dem Land zu werfen, ist damit keine rechte Hetze. Die etablierten Parteien, allen voran unsere famose Kanzlerin, wollen allem Anschein nach den Schutz der Steuerzahler nicht mehr höchsten Stellenwert zumessen, sie brauchen sich dann nicht wundern, wenn sie am Wahltag die Quittung bekommen. Die hysterischen Schreie der Altparteien nach dem Verfassungsschutz zeigen, dass sie die Problematik noch immer nicht verstanden haben. Auch die Justiz macht es sich sehr einfach, wie das jüngste Urteil zum Mord in Kandel oder auch die Strafverfolgung zur Kölner Silvesternacht zeigen. In Chemnitz mögen ein paar finstere Gestalten durch die Straßen gezogen sein, aber dafür fast ein Fünftel der Wähler als braunen Mob oder dessen Gefolge zu beschimpfen, geht zu weit.

Andreas Michael Haltmair

Gmund

Ich denke, wenn wir demnächst die AfD als Regierungspartei haben wollen, sollten wir unbedingt so weiter machen. Österreich und Italien haben eine rechtspopulistische Regierung, und in Schweden kann womöglich eine von schwedischen Nazis gegründete Partei die stärkste Kraft werden. Ich denke nicht, dass es darum geht, dass in Chemnitz zum Beispiel ein Polizist an der Demonstration teilgenommen hat, oder irgendwelche AfD-Politiker. Auch diese Leute haben für mich und laut Grundgesetz das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn sie meiner eigenen diametral entgegensteht. Ich halte den Denkansatz der ganzen momentanen Diskussion für falsch. Woher kommen die besonders auffälligen ausländischen Kriminellen? Aus Ländern, wo seit Jahren die nackte Gewalt herrscht. Es sind junge Menschen, die in so einem Umfeld aufgewachsen sind. Ihnen fehlt offenbar das Verständnis für das Leben in unserem Land. Die CSU plärrt seit Langem nach einer Obergrenze, nur eine vernünftige Begründung dafür liefert sie nicht. Oder ich habe sie überlesen. Dabei ist es doch ganz klar: Diese Menschen, aus einer anderen Kultur, aus anderen Lebensumständen und nicht selten traumatisiert, muss ich bei der Hand nehmen. Dabei ist es völlig wurscht, ob sie wissen, wann die Berliner Mauer gebaut worden ist (Einbürgerungstest). Sie müssen lernen, wie man sich hierzulande verhält, welchen Stellenwert die Frau in diesem Land hat, was Höflichkeit nach unseren Vorstellungen ist und welche Moralvorstellungen wir haben. Woher sollen sie es denn wissen? Dafür brauche ich Menschen. Lehrer, Sozialarbeiter, Psychiater etc. Die gibt es nur in begrenzter Anzahl. Jeder von ihnen kann nur eine bestimmte Zahl von Migranten betreuen. Daher, also aus ganz simplen logistischen Gründen, ist es notwendig, nur eine bestimmte Anzahl von Asylsuchenden aufzunehmen. „Mutti“ hechelt derzeit dem hinterher, was sich 2015 bereits abzeichnete, und was sie mit ihrem „wir schaffen das“ damals zerstörte, nämlich einem Konsens der EU in der Migrantenfrage. Drei verlorene Jahre. Wie mit den afrikanischen Ländern sinnvoll umzugehen ist, oder warum bei uns Asylanträge auch vor 2015 teilweise ein Jahrzehnt Bearbeitungszeit hatten, spreche ich gar nicht erst an, denn dann würde dieser Leserbrief zum Buch. Das Problem beschränkt sich nicht auf die Asylsuchenden. Unsere südosteuropäischen Nachbarn, die jederzeit kommen können, stellen doch, alleine durch die schiere Zahl, ein ähnlich großes Problem dar. Auch sie sind offenbar mit Deutschland überfordert. Fragen Sie den Oberbürgermeister von Duisburg. In meiner Umgebung gibt es ein paar Häuser, die inzwischen nahezu ausschließlich von Südosteuropäern bewohnt werden und ihnen musste man erst klar machen, dass man Müll nicht in Grünanlagen deponiert, sondern in den Tonnen oder beim Wertstoffhof. Da kommen Zweifel an der EU-Osterweiterung auf. Und wir beschränken uns auf Schuldzuweisungen für Chemnitz.

Wulf-Dieter Vogl

München

Wenn ich mir die Ereignisse in Chemnitz näher betrachte, ist der wahre Skandal doch, dass in allen Medien über eine angebliche Ausländerfeindlichkeit in Sachsen diskutiert wird, die Ursache für die Proteste aber nur als Randnotiz erscheint. Der feige Messerangriff auf drei Deutsche durch einen Schutz suchenden Asylanten mit einem Toten und zwei Schwerverletzten, findet genauso wenig Beachtung, wie die Tatsache, dass wieder einmal Staatsversagen dazu führte, dass der vorbestrafte Täter schon seit Jahren hätte abgeschoben werden müssen! Stattdessen versucht man die gesamte sächsische Bevölkerung mit besonders brauner Gesinnung in Verbindung zu bringen. Dieselbe Verhaltensweise konnte man bereits in Griechenland und der Türkei, oder jüngst im Fall Özil feststellen: Wenn tatsächliche Argumente fehlen wird die Nazi- oder Rassismuskarte gezogen. Die wahre Gefahr für unser Land, und das erkennen immer mehr Bürger, ist nicht rechts, sondern kommt von links. Denn wer mit der momentanen Politik nicht einverstanden ist, ist noch lange nicht rechts, rechtsradikal oder ein Populist, wie man es uns so gerne glauben machen möchte. Wenn sich nichts ändert, dann ändert sich eben was.

Rainald Vogel

Bad Tölz

Angesichts der großen Demos in Chemnitz wäre eine Analyse der beiden angebracht. Laut Medien versammelte sich dort der „rechte Mob“. Wer ist damit gemeint? Zu Recht die Hooligans, die Rechtsextremen, Teile der AfD. Zu Unrecht die Bürger von Chemnitz, die bei Politik und Medien kein Gehör finden und ihre berechtigte Angst und Wut zum Ausdruck bringen wollen. Wovor? Vor Überfremdung, dass Menschen am helllichten Tag auf der Straße erstochen werden, dass Frauen vergewaltigt und umgebracht werden, dass sogar 10-jährige Schüler einen Gleichaltrigen vergewaltigen usw. Dies ist alles geschehen, und zwar durch Ausländer, die den Anständigen unter ihnen nur schaden. Die Politik bedauert zwar den Mord in Chemnitz, befasst sich aber viel mehr mit den Hitlergrüßen einiger Spinner. – Wer war an der 2. großen Demo beteiligt? Gruppen mit linkem Gedankengut, Antifadas, Rappergruppen- von höchster politischer Instanz empfohlen- , die ihren Hass gegen die Polizei richten „haut ihnen die Knüppel in die Fresse“. Sollte das lautstarke 4-stündige Konzert die Stadt befrieden ? wohl eher nicht. Auch tragen Oppositionspolitiker , allen voran die Grünen C. Roth und die bayerische Dauergrinse Schulze nicht zu einem Frieden bei, wenn sie, wie Roth sich mit einer Demo solidarisiert, die „Deutschland verrecke“ oder „Deutschland du mieses Stück Sch…“ auf dem Banner haben; oder K. Schulze, die die Trümmerfrauen als Nazis beschimpft oder den gestreckten Mittelfinger mehrmals gegen Demonstranten richtet. Das ist wahre Demokratie!! Ich wünsche Herrn Seehofer eine erfolgreiche Aufarbeitung unserer Probleme, damit unsere Gesellschaft wieder zur Ruhe kommt.

Carla Lorenz 

München

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