+
Der Wirkungsgrad erneuerbarer Energien ist umstritten.

Pro und contra Öko-Wende

„Solche Leute wie Bayerns Grünen-Chef braucht das Land. Der bringt Tempo in den ökologischen Umbau, wie er sagt. Und er hält zwei Prozent der Steuer jährlich auf den Energieverbrauch für ,maßvoll‘.

Das habe Lenkungswirkung. Und die will er durchboxen, auch bei der Bundesversammlung. Durch diese Pläne würden natürlich Heizen, Tanken und Strom spürbar teurer. Gibt er zu. Dann kommen die Ausnahmeregelungen für energieintensive Betriebe, und Privathaushalte sollen mit einem sogenannten steuerfreien Grundkontingent entlastet werden. Der Staat soll die Einnahmen aber nicht behalten, sondern über einen Steuerausgleich zurückgeben. Wie soll das denn gehen? Was für einen Bürokratie- aufwand bringt das in Gang? Wenn er über den Tellerrand hinausschauen würde, dann könnte er erkennen, dass unser kleines Land zwar jetzt schon Vorreiter bei Energiesteuern ist, aber an Wirksamkeit im Verhältnis zu den Energieverschwendern China, USA und den osteuropäischen Staaten einen verschwindend kleinen Beitrag zum Ressourcenverbrauch leisten kann. Solche Gedankenspiele eines 34-Jährigen gehen wieder zu Lasten der steuerzahlenden Familien und Rentner. Und wo bleiben dabei die Ärmsten der Armen im Land? Ihm ist aber, als Nachfolger von Daxenberger, mit seiner Beharrlichkeit, die 2007 ein Urteil erwirkte, das die Stadt München zur Ausweisung der Umweltzone zwang, zuzutrauen, dass er diese folgenschweren Ziele verfolgt. Aber vielleicht denkt er ja doch noch über seine ehrgeizigen Ziele nach.“

 Gerhard Kohn Erlangen



„Die ersten Wellen des Unmuts über die angekündigten Strompreiserhöhungen, unter anderem verursacht durch die ,Subvention‘ erneuerbarer Energien, sind spürbar und die ersten Rufe nach einer Rückkehr zu einer – ich zitiere – rationalen Energiepolitik werden laut. Es mag dem einen oder anderen Leser entgangen sein, dass sich die Weltbevölkerung in nur einigen Jahrzehnten verdoppelt hat und alleine zirka 2000 Millionen Menschen in China und Indien begierig darauf drängen, uneingeschränkten, aber gleichermaßen berechtigten Zugang zu den rasch schwindenden fossilen und auch nuklearen Energiereserven der Welt zu bekommen. Die Abkehr von fossilen und nuklearen Energieträgern hin zu erneuerbaren und umweltverträglichen Energieträgern ist keine Frage einer politischen Meinung oder gar Wahl, sondern zwingende Notwendigkeit. Es ist nur allzu menschlich, wenn sich die Diskussion darauf reduziert, dass diese Energiewende gefälligst später, kostenlos und – wenn möglich – nicht gerade bei uns stattfindet. Ich könnte mir vorstellen, dass unsere Nachkommen schon sehr bald weniger schmeichelhafte Worte für diese sogenannte rationale Energiepolitik ihrer Vorväter finden werden.“

 Helmut Hummler Wolfratshausen



Christian Deutschländer: „Grüne: Ökosteuer zwei Prozent rauf“; Titelseite, „Erneuerbare Energien: Kritik an der Erhöhung der Strompreise“; Leserbriefe 19. Oktober, „Kritik an der Preiserhöhung durch Ökostrom“; Leserbriefe 21. Oktober

Auch interessant

Kommentare