Leserbriefe

Weitere Leserbriefe zur Corona-Krise

Münchner Chefarzt warnt: Auch Jüngere erkranken; 21./22. MärzAusgangssperreauch in Griechenland;Im Blickpunkt 23. MärzDebatte umAusflüge in dieser Zeit;Leserforum 26. März,Bayern sollen auf Ausflüge verzichten; Bayern 25. MärzMit Rekord-Schulden gegen die Pleitewelle; 23. März

In Ihrem Artikel klärt Prof. Dr. Wendtner über das Coronavirus auf. „Wir müssen die aktuelle Bedrohungslage sehr, sehr ernst nehmen und es geht jetzt auch um Leben und Tod“ ist die Aussage von Prof. Dr. Wendtner, und „die schlimmsten Fake News in seinen Augen: Manche Leute behaupten, man müsse die Coronakrise nicht ernst nehmen“. Nun war es Prof. Dr. Wendtner selbst, der uns im Interview mit dem Münchner Merkur mit der Überschrift „Die Gefahr für Bayern ist sehr begrenzt“ am 22. Januar erklärte, „es handelt sich um ein eher lokales Problem in Asien“, „vereinzelt gibt es Übertragungen von Mensch zu Mensch, aber sehr begrenzt“ und „der Hauptübertragungsweg ist von Tier zu Mensch. Das muss man bei aller kritischer Betrachtung des Geschehens berücksichtigen“! Prof. Dr. Wendtner spricht im neuesten Artikel nicht von seiner damaligen Fehleinschätzung oder von seinen damaligen Fake News. Viele Menschen haben große Angst sich anzustecken und gehen ohne Mundschutz und ohne Handschuhe nicht mehr auf die Straße. Können wir uns auf die jetzigen Aussagen von Prof. Dr. Wendtner verlassen, dass wir „keinen Mundschutz und keine Handschuhe beim Einkaufen brauchen“ und „eine Ansteckung über eine Schmierinfektion sehr unwahrscheinlich ist oder sind es erneut Fehleinschätzungen und Fake News? Von einem engen medizinischen Berater des bayerischen Gesundheitsministeriums erwarten wir keine weiteren Fehleinschätzungen, denn dazu ist die Lage viel zu ernst.

Norbert Hartl

München

Von den Medien hören wir beinahe stündlich über die Ausbreitung von Corona in der weiten Welt. Jeden Tag die neuen Zahlen der Infizierten und leider auch der Toten. Aber was ist mit Griechenland? Haben die Politiker, die Medien dieses uns so verwandte Land – Volk - einfach vergessen? Oder, gibt es dort kaum Probleme? das wäre dann die schönste Nachricht. Aber dann kommt die Frage auf: Was haben die griechischen Politiker besser und vor allem schneller als Vorsorge verordnet als wir? Eine Antwort darauf wäre ganz sicher von Bedeutung.

Marlis Thumm

München

Es stimmt mich traurig, dass ein im Grunde sicherlich gut gemeinter Aufruf durch eine falsche Wortwahl nun viel Porzellan zerschlagen hat. Direkt nach dem Wochenende vom 15. März wäre es die Zeit gewesen zu mahnen. Nach dem letzten Wochenende aber, an dem praktisch kein Verkehr mehr im Tal war, mutet der drastische Text der Talbürgermeister schon befremdlich an. Mülleimer und Hundekotboxen werden nicht nur von Touristen, sondern sehr wohl auch von einheimischen Wanderern oder Hundehaltern genutzt. Noch dazu sind viele Gewerbetreibende im Tal in erster oder zweiter Linie von Ausflüglern abhängig. Deshalb treffen diese harten Worte auch die hiesigen Unternehmer in’s Mark. Eine diplomatische Äußerung, um ein Daheimbleiben zu erreichen wäre wirklich wünschenswert gewesen.

Doris Gollé-Leidreiter

Tegernsee

Soll unser Ministerpräsident km-Vorgaben für die Ausgangsbeschränkung herausgeben? Oder sofort ein Ausgangsverbot verhängen?

Herr Söder hat sich an alle mündigen Bürger in Bayern gewandt. Er setzt voraus, dass wir alle mitdenken und in dieser schweren Zeit Rücksichtnahme üben. Zeigen wir uns doch als Münchner verständnis- und rücksichtsvoll gegenüber den Menschen, die uns bisher in ihrer Heimat zur Erholung willkommen geheißen haben. So, wie wir es von anderen uns gegenüber auch erwarten! Es macht keinen Sinn, Geschäfte, Betriebe, sowie Schulen zu schließen, im Homeoffice zu bleiben, um Kontakte zur Übertragung des Virus zu vermeiden, und dann am Wochenende in die Berge zu fahren. Hier geht es nicht um Ausgrenzung oder darum, den Gesetzgeber falsch verstanden zu haben. Hier geht es um unser aller Gesundheit!! Hier geht es darum, den Virus möglichst schnell und konsequent einzudämmen und keine weiteren Verbreitungsmöglichkeiten zu bieten!! Bitte gebrauchen wir doch alle unsren gesunden Menschenverstand und zeigen wir, dass wir die Bezeichnung mündige Bürger wirklich verdient haben.

Irene Kolb

München

Hallo, München und Umgebung, habt Ihr den Knall noch nicht gehört? Es geht nicht darum, dass Euch keiner haben will, nur weil die Gastronomie geschlossen hat (keine Einnahmen). Es geht um die Verbreitung bzw. die Nichtverbreitung von Corona! Ihr setzt Euch doch selber der Gefahr aus. Also, gesunder Menschenverstand, es ist doch nur vorübergehend und nicht auf Lebenszeit. Wir haben es selber in der Hand. Bleibt gesund!

Gisela und Uwe Fuchs

Garmisch-Partenkirchen

Möglicherweise ist es ja notwendig, im Sinne keynesianischer Wirtschaftspolitik so richtig Geld in die Hand zu nehmen, um die wirtschaftlichen Folgen von Corona zu bekämpfen. Trotzdem wird einem angesichts der genannten Beträge schwarz vor Augen: € 400 Milliarden Stabilisierungsfonds, € 100 Milliarden Sonderprogramme der KfW, dazu gleich € 1 Billion durch die Europäische Union, weitgehend aufzubringen natürlich von Deutschland. Und dazu noch genau in diesem Moment wegbrechende Steuereinnahmen ... Das eigentlich Fatale ist jedoch, dass diese gigantische Neuverschuldung zusammentrifft mit Schulden, die jahrelang insbesondere von der Großen Koalition in wirtschaftlich guten Zeiten mit brummender Konjunktur und Jahr für Jahr steigenden Steuereinnahmen aufgehäuft wurden. Damit wurde jahrelang ein Prinzip sträflich missachtet, das sowohl dem Prinzip der „schwäbischen Hausfrau“ wie auch einer ordentlichen Haushaltsführung zugrundeliegen sollte wie es auch der gute alte Keynes als essenziell beschrieb: Um in Krisensituationen wie dieser handlungsfähig zu sein, sollte in guten Jahren etwas zurückgelegt werden - oder zumindest bestehende Schulden zurückgezahlt werden. Das wurde nicht gemacht - in geringem Umfang in Deutschland, in anderen Ländern der EU überhaupt nicht - , und wird jetzt dazu führen, dass der gigantische Schuldenberg nicht nur uns, sondern auch die nächsten Generationen über Jahrzehnte knebeln wird.

Clemens Beer

Markt Indersdorf

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