Leserbriefe

Corona: hilflose Politiker?

Christian Deutschländer: Schärfere Regeln für Bayern; Titelseite, Söder verordnet strenge Sperrstunde; Politik, Taylan Gökalp:Diese Impfstoffekönnten die Rettung sein;Im Blickpunkt 16. Oktober,Maskenpflichtdeutlich erweitert;Titelseite 15. Oktober

Corona schärfere Regelungen für Bayern Lockerungen, Grenzen öffnen, und jetzt schärfere Regelungen. Ich bin ein Optimist, doch jetzt bekommen wir, die sich an alle Verordnungen gehalten haben, auch die Schärfe zu spüren. Jedes Bundesland entscheidet für sich, welch eine Ohnmacht in unserer uneinigen Politik und weltweit. Wir haben nicht nur die Anstellungsgefahr von uns einkehrenden Gefahrenländer, sondern in unseren eigenen Bundesländern. Unser Alltag wird von Corona beherrscht, und das wird immer unerträglicher. Können wir Menschen nicht verzichten, dann müssen wir das jetzt lernen oder wir werden uns weiter anstecken, von denen, die nicht verzichten können. Wir möchten nicht unsere Gesundheit oder Leben durch Fahrlässigkeit und Egoismus von mit Menschen verlieren. Corona hat unser Leben verändert. Doch viele Menschen haben immer noch nicht begriffen, in welch einer großen Gefahr wir uns befinden. Die Endstufe ist der Mensch.

Christine und Horst-Georg Schieron

Rottach-Egern

„Die Maske ersetzt den Abstand“. Damit hat Verkehrsministerin Kerstin Schreyer eine ganz unverantwortliche Aussage gemacht. Die Maske ersetzt den Abstand eben nur begrenzt. Mit Maske vor dem Gesicht werden etwas weniger Aerosole verbreitet und vielleicht auch etwas weniger eingeatmet, Je näher man aber einem „Virenabscheider“ ist (man verzeihe das hässliche Wort), umso eher kann man auch eine krankmachende Virenlast aufnehmen. Daraus folgt, ob mit oder ohne Maske, immer den größtmöglichen Abstand einhalten. Deshalb ist es absolut vernünftig, wenn sich Menschen in U-Bahn, S-Bahn oder Regionalverkehr nicht neben andere Menschen zu setzen, sondern lieber stehen, wenn dadurch mehr Abstand gewahrt wird. Die Verkehrsministerin sollte keine gegensätzlichen Ratschläge erteilen. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml oder noch besser der oberste Chef sollte die Äußerungen der Verkehrsministerin zurechtrücken.

Hans Dieter Sauer

Pähl

Beim Lesen des Interviews von Bayerns Verkehrsministerin war ich wirklich sprachlos. Seit Beginn der Infektionen heißt es allüberall: Mund- und Nasenschutz tragen und Abstand halten. Sehr häufig sind auch zur Hilfestellung Abstandsmarkierungen aufgebracht, wo eine Maskenpflicht gilt. Nun heißt es plötzlich: Die Maske ersetzt den Abstand. Und dass dreimal am Tag alle Kontaktflächen desinfiziert werden, ist auch nur ein schwacher Trost. Wenn man die vollen U- und S-Bahnen sieht, dann sind schon in der kurzen Fahrzeit zwischen Ost- und Hauptbahnhof schon so viele Fahrgäste aus- und eingestiegen und haben Haltegriffe kontaktiert, dass eine Desinfektion Stunden später wohl nicht mehr besonders wirksam ist. Im Zusammenhang mit den steigenden Infektionszahlen in München kann man diese Art des Mutmachens nur als extreme Fahrlässigkeit oder gewollte Verdummung der Bürger sehen. Insgesamt wirft das schon ein grelles Licht auf die Kompetenz und Ideenfreudigkeit der bayerischen Staatsregierung.

Karl-Heinz Stenner

München

Wer Krise nicht kann, kann nicht Kanzler (Zitat Markus Söder). Diesen Satz breiter interpretiert, hat die politische Kaste aus A. Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder nach 7-stündiger Beratung am Mittwoch den politischen Offenbarungseid abgelegt. Staatsversagen total, die deutsche Staatsgläubigkeit wird mit Widersprüchen getestet. Die Angsthysterie für die Bevölkerung vor erneutem Lockdown, vor eigener gesundheitlicher Gefährdung wurde nochmals verschärft. Das Beherbergungsverbot mehrheitlich verlängert, bis es die Gerichte teilweise kassiert haben oder einsichtige Politiker es selbst taten. Auffällig Herr Söder: erst vehement für das sinnlose Beherbergungsverbot. Heute Aufhebung: Jaja, Herr Söder will seinen Vorgänger im Tempo der Meinungsänderungen übertreffen. Nationale Corona-Katastrophe? Keineswegs! Stand 15. Oktober RKI waren deutschlandweit 655 Personen wegen Corona im Krankenhaus, davon ca. die Hälfte in intensivmedizinischer Behandlung. In Bayern starben an diesem Tag zwei Patienten. Die hohe Zahl neu Infizierter ist oberflächlich betrachtet erschreckend. Warum wird nicht darüber informiert, dass der PCR Test auch Probleme hat? 2.48 % der Getesteten sind positiv. Die aber können bereits vor Monaten infiziert sein, sind nicht mehr infektiös. Daraus folgt: Der PCR Test wird positiv, wenn auch nur noch Reste des Virus existieren. Herr Drosten als Entwickler des Testes weiß das, vergisst es in seinen vielen Reden zu erwähnen. Wenn statt ziellos, sondern nach Prioritäten getestet würde, wären die dauernden Schreckensmeldungen gegenstandslos.

Dr. Christoph Unterberg

Forstern

„Extrem dynamisch(es)“ (Söder) Infektionsgeschehen! „Sehr strenge Corona-Vorgaben“ als Vorstufe eines Lockdowns! Rettung erst dann, wenn es Impfstoffe gibt. Bei nicht wenigen Menschen können die täglichen Meldungen über die steigenden Infektionszahlen Angst, ja Panik erzeugen. Keine Frage: Eine gewisse Verschärfung der Maßnahmen ist erforderlich. Und jeder muss aufpassen, vorsichtig sein. Eigenverantwortung!

Aber sollten die Politiker und Medien nicht auch Informationen verbreiten, die geeignet sind, beruhigend zu wirken? Ich denke dabei an die Beantwortung der folgenden vier Fragen, damit die Entstehung übertriebener Ängste verhindert wird: Wie viele von hundert positiv Getesteten werden (im Durchschnitt nach den bisherigen Erfahrungen) überhaupt nicht krank (keinerlei Symptome)? Wie viele werden nur leicht krank und genesen bald ohne irgendwelche Folgen? Wie viele werden schwer krank und haben, obwohl genesen, dauerhaft unter Folgen zu leiden? Wie viele sterben, und zwar allein an Corona?

Hierzu müsste es seit dem Frühjahr Erkenntnisse geben, die mit „circa“ versehene Prozentangaben erlauben. Ich kann mir vorstellen, dass die Zahlen alles andere als alarmierend sind, dass die Wahrscheinlichkeit, an Corona schwer zu erkranken oder gar zu sterben, äußerst gering ist im Vergleich etwa zu Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen! Virologen schätzen: 0,3 bis 0,7 Prozent der mit Corona Infizierten (wohlgemerkt: der Infizierten, nicht der Gesamtbevölkerung) könnten sterben.

Wolfgang Illauer

Neusäß-Westheim

War die erste Welle zehnmal größer als gedacht? Diese neue Erkenntnis wird als was Negatives dargestellt, als Tsunami, dabei trifft das Gegenteil zu, es ist was sehr, sehr Positives. Es bedeutet nämlich, dass die Infektion bei anteilmäßig viel mehr Menschen harmlos und sogar symptomfrei verläuft, dass der Immunitätsgrad in der Bevölkerung viel höher ist, dass die Sterblichkeit viel geringer ist, im Bereich von 0,1  bis 0,2%. Ganz neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht, sondern es bestätigt das, was Top-Wissenschaftler wie Ioannidis, Streeck, Haditsch oder Bhakdi schon früh annahmen. Auch die WHO geht jetzt von global 700 Millionen Infizierten aus, was bei circa einer Million registrierten Corona-Toten einer globalen Sterblichkeit von 0,14% entspricht. Ich gebe den Tipp, es mal mit anderen Epidemien zu vergleichen. Der/die eine oder andere wird sich bestimmt wundern. Zudem sind es streng genommen mit Corona Verstorbene und die wirklich ursächlich an Corona Verstorbenen sind weniger.

Wolfgang Gäßlein

Dachau

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